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*Diese Geschichte war ein Gemeinschaftsprojekt eines Fantasy-Forums. Leider hat sich die ganze Sache im Sande verlaufen und keiner hat mehr daran, geschweige denn im Forum (das auch schon nicht mehr vorhanden ist) geschrieben. Da ich nicht möchte, das die Geschichte im Nirvana verschwindet, habe ich wegen ihr die Lost Story´s ins Leben gerufen. Vielleicht hat einer von Euch Lust wieder einen Teil beizusteuern.* Der Tag der Abreise war gekommen, Lord Nathan hatte seine treuesten Gefährten um sich versammelt. „Freunde, ich muss Euch auf eine lange und gefährliche Reise schicken. Wie gerne würde ich Euch begleiten und meine Klinge schützend über Euch schwingen ... aber mein Ruf eilt mir voraus." Lord Nathan schaute sorgenvoll in die Runde: „Ich würde Euch alle unnötig in Gefahr bringen. Ihr wisst, ich scheue die Gefahr nicht, aber das Kleinod, das ich Euch anvertraue, ist ohne mich sicherer. Ihr müsst bei Eurem und dem Leben Eurer Familien schwören Sie zu beschützen!" Ein Raunen ging durch die Gefährten und ein junger Ritter nahm das Wort: „Ihr wisst, dass ich ohne zu zögern mein Leben für Euch lassen würde, aber meine Familie als Faustpfand ein zu verlangen, beleidigt meine Ehre und ist ein zu hoher Preis. Nichts und niemand rechtfertigt diesen Einsatz." Nathan erwiderte den Blick des bärtigen Hünen: „Nicht ich bin es, der Eure Familien bedroht." Er schaute in die Gesichter der Anderen und fuhr fort, als er wieder bei Garwain, dem jungen Heißsporn, angekommen war: „Ich möchte, dass Ihr Euch der Bedeutung dieses Auftrags bewusst seid.", und hielt kurz inne, bevor er fortfuhr: „Misslingt Eure Mission, droht uns allen Unheil ... allein die Götter wissen ob wir im Stande sind es abzuwehren." Der bloße Gedanke an ein Scheitern der Mission ließ Nathan erschauern - ihn, den kampferprobten, furchtlosen Ritter. Was mochten in diesem Augenblick seine Gefährten empfinden, fragte er sich. Dann unterbrach er die beklemmende Stille und klatschte zweimal in die Hände. "Lasst uns nun die letzten Vorbereitungen treffen, damit Ihr so schnell wie möglich abreisen könnt. Ihr wisst, dass die Zeit drängt..." Damit entließ er seine Gefährten, während er sich bemühte, seine Sorgen nicht allzu sehr zu zeigen. Nun wurden Reiseproviant und das restliche notwendige Gepäck auf die Pferde geladen, dann musste Abschied genommen werden. Garwain sah die Getreuen Lord Nathans an, auf sie würde er sich in den nächsten Wochen und Monaten verlassen müssen. Die treuesten Gefährten mochten es sein, doch trotzdem beschlichen ihn Zweifel - wer konnte bei solch einem Schatz nicht über Verrat nachdenken, fragte er sich. Außer vielleicht einer... Oder war gerade sie die Anfälligste? Sein Blick ruhte auf Rashya, der Schwester Lord Nathans, von der ihm eigentlich immer noch nicht klar war, weshalb sie mit auf die gefahrvolle Mission kommen sollte. Sie mochte die ehrenvolle Aufgabe innehaben, den Grund Ihrer aller Reise tragen zu dürfen - nicht nur eine Ehre sondern auch eine Last - aber er war, wie die meisten Anderen auch, der Meinung, dass sie und Ihr Mädchen die Reise aufhalten würden. Hätte nicht auch ein Anderer die Aufgabe übernehmen können? Einer, den es nicht noch zusätzlich zu beschützen galt? Über Selanys Gesicht huschte ein Lächeln, als sie bemerkte, dass Garwains Blick Rashya und sie gestreift hatte. Sie hatte eine Menge solcher Blicke spüren können, seit Ihre Herrin und sie zu den Gefährten gestoßen waren, und die Gedanken der Anderen waren klar daraus zu ersehen. Die Ursache für Selanys Lächeln war der Gedanke, dass all diese Männer in Unkenntnis Ihres Geheimnisses mit ihnen reisen würden. Alle gedachten, sie zu beschützen und wussten nicht, dass Rashya und Selany in Wirklichkeit Ihre mächtigste Waffe darstellten. Rashyas Blick glitt zum Himmel. Sie mussten los. Die Sonne würde bald goldrot aufgehen und es war besser, wenn sie dann bereits unterwegs wären. Um die Schatten auf eine falsche Fährte zu locken, dazu war einfach keine Zeit mehr. Sie mussten es einfach versuchen ihnen zu entwischen, bevor es hell war. Noch einmal schaute sie in die Runde. Der von Fackeln erhellte Innenhof der Festung lag verlassen. Alles war ruhig. Ihre Gefährten prüften noch einmal, ob Sättel und Gepäck fest saßen, zogen hier und da einen Riemen nach.Als sie Garwains Blick bemerkte, nickte sie ihm zu und ging zu Ihrem Pferd, das vom Stallburschen Ihres Bruders gehalten wurde."Kommt, Freunde, sitzt auf!", rief nun Garwain mit halblauter Stimme, bemüht, nicht mehr Lärm zu machen, als unbedingt nötig. "Wir wollen uns auf den Weg machen."Alle schwangen sich nun in Ihre Sättel. Die Pferde tänzelten unruhig. Auch sie spürten anscheinend die Unruhe, die von den Gefährten Besitz ergriffen hatte.Garwain bezeichnete durch ein Handzeichen dem Posten am Tor zu öffnen. Dann richtete er sich im Sattel auf, sah sich um, ob alle soweit waren. Dann hob er die Hand und rief: "Los geht es!" Dabei trat er seinem Rappen leicht in die Seite und sprengte los. Rashya, Selany und die übrigen Gefährten folgten dicht auf... Sie waren schon eine Weile unterwegs und es wurde schon hell. Garwain war froh das sie schon sehr weit gekommen waren. Er sah in einiger Entfernung das Kloster in dem sein guter Freund und auch Lehrmeister Narek lebte. Narek war ein alter und weiser Mönch. Jedoch auch wenn er ein Mönch war, so wusste er viel über Alchemie, Kräutern und einiges anderes, was mehr zur Magie als zu einem Mönchswissen gehörte. Ihr Weg würde sie an dem Kloster vorbei führen. Sie wollten noch ein paar der Heilkräuter von Narek mitnehmen, auch hatte Garwain einige Tage zuvor eine Nachricht aus dem Kloster erhalten. Eine mehr als wichtige Nachricht., die aber auch ein wenig verwirrend war. Darin stand etwas davon das im Kloster merkwürdiges vorging. Narek meinte das sich von Tag zu Tag immer mehr der Mönche sonderbar benahmen. Garwain sollte Hilfe für das Kloster holen, einen alten Freund von Narek. Schon oft war Garwain durch die Tore des Klosters geritten, doch etwas stimmte nicht. Es war zu ruhig, nirgends war ein Mönch zu sehen, geschweige denn an der Arbeit. Kein Gesang aus der Kapelle war zu vernehmen und auch die leisen Schritte durch die Gänge fehlten. Garwain hob die Hand zum stehen. „Ich weiß nicht was, aber etwas stimmt hier nicht.“ Rashya kam neben ihn, sah sich nun auch um und Ihr lief unbeabsichtigt ein kalter Schauer über den Rücken. „Meint Ihr das euer Freund noch hier ist?“ „Ich hoffe es sehr. Er gehört fast zu unserer Familie und es wäre ein großer Verlust, wenn er nicht mehr da oder tot wäre. Ich denke das Ihr mit den anderen hier draußen wartet und ich mit ein paar der anderen nach Narek suche.“ „Wahrscheinlich habt Ihr recht. Doch seid vorsichtig, wer weiß was hier geschehen ist“ Garwain nickte, stieg ab und gab Ihr die Zügel in die Hand. Dann bedeutete er, das ihm drei der Gefährten folgen sollten. Selany sah Rashya fragend an, Ihr Blick zeigte ein gewisse Angst aber auch Entschlossenheit den anderen zu folgen. Rashya schüttelte den Kopf und gab zu erkennen das sie bleiben sollte wo sie war, noch war es zu früh zu zeigen was sie konnten. Diese Aufgabe musste Garwain ohne Ihre Hilfe bezwingen. Garwain sah mit erschreckendem Blick wie es im Innerem des Klosters aussah. Überall lagen Gegenstände auf dem Boden, so als hätte hier ein Kampf stattgefunden. Immer weiter drangen sie in das Kloster ein, er wusste dadurch das er sehr oft hier war wohin sie mussten. So manches Mal kam es Garwain vor als würden sie verfolgt oder beobachtet, aber da war niemand, wenn er sich umsah. Er war sehr froh als sie die Räume von Narek erreicht hatten. „Narek? Bist du hier irgendwo?“ Rief er leise und wartete auf Antwort. Mit leisem Knirschen wurde eine der vielen Türen geöffnet und ein Älterer Mönch trat aus Ihr heraus. „Garwain, was bin ich froh Euch und eure Freunde zu sehen. Ihr könnt nicht glauben was hier geschehen ist. Kommt aber besser schnell in meine Räume, hier draußen ist es für eine Unterhaltung zu gefährlich.“ „Also Narek, was ist hier passiert? Wieso ist das Kloster so verlassen?“ Fragte Garwain ihn als die Tür hinter ihnen wieder zu war. Mit gemischten Gefühlen sah er seinem Freund zu, wie er die Tür versperrte. „Ich sagte schon das Ihr es nicht glauben könnt. Es fing vor einigen Wochen damit an das einige der Mönche spurlos verschwanden. Wir haben sie gesucht, aber nicht die geringste Spur von ihnen gefunden. So ging das immer weiter, mehr und mehr verschwanden und die Anderen bekamen große Angst. Doch dann vor einigen Tagen, nachdem ich dir die Nachricht gesendet hatte, erfuhren wir was mit den Mönchen geschehen war. Wir fanden Ihre leblosen Körper in dem alten versiegten Brunnen außerhalb der Mauern. Etwas hatte sie gerissen und Ihren Geist gestohlen. Wir hatten uns jeden einzelnen angeschaut und mussten erkennen das sie durch Magie gestorben waren. Doch war dem an diesem Tag nicht genug, als wir Abends eine Messe für die Toten abhalten wollten kam etwas. Wir wissen nicht was es wirklich war, aber jedem Mönch den es erwischen konnte ereilte das gleiche Schicksal wie denen aus dem Brunnen. Wir flohen und versteckten uns alle, ich weiß nicht was aus den Anderen geworden ist. Ich hoffe sehr das sie noch leben. Aber, wenigstens bin ich nicht ganz allein, ein guter Freund ist auch noch am leben. Er ist im Moment im Kloster unterwegs und sucht für uns Nahrung und Wasser, ich bin zu alt dafür und er meint auch zu wichtig. Garwain, nur Ihr könnt uns gegen dieses Ungetüm noch helfen. Ihr müsst einen alten Freund von mir finden, einen Krieger der nicht nur mit dem Schwert sondern auch mit der Magie kämpft. Er ist einer derjenigen die sich Freikrieger nennen und nur er ist hoffentlich stark genug für diese Bestie. Ihr werdet auf eurer Reise in die Nähe seiner Heimat kommen. Bitte, Ihr müsst es tun, das Kloster muss von dieser Bestie befreit werden, auch wenn wir alle nicht mehr da sein sollten. Nehmt diesen Kristallanhänger, daran wird er erkennen wer Euch geschickt hat und mit dieser Karte werdet Ihr seine Heimat leichter finden. Noch einen Rat muss ich Euch geben, seid gut zu euren Pferden in seiner Nähe, da er jeden verachtet der seinem Pferd böses tut.“ Garwain nahm den Anhänger und sah ihn sich genauer an. Ein pfeilspitzenförmiger Kristall eingefasst in Gold, an dem an der unteren Spitze einige Pferdehaare hingen. silbergrau und braun waren sie. In das Gold waren viele merkwürdige Symbole eingearbeitet. Garwain hing sich die Kette um. Eine Frage lag ihm auf der Zunge. Warum ein Freikrieger und wie war sein Name? Sie waren käufliche Kämpfer und man wusste nie, ob sie einem nicht für mehr Geld in den Rücken fielen. Doch er konnte die Frage nicht aussprechen, da auf einmal etwas an die Tür donnerte. Etwas wollte die Tür durchbrechen. Ob es die Bestie ist? Dachte Garwain. Wenig erpicht darauf dem Wesen noch einmal gegenüber zu stehen öffnete Narek eine Geheimtür. Schnell hieß er die anderen hinein zu gehen, er selbst nahm noch schnell eine Fackel ehe auch er im Gang verschwand und die Tür wieder schloss. Im selben Augenblick konnte man das Bersten der Tür hören und etwas tobte in dem Zimmer, ein wütendes ohrenbetäubendes Geheul bahnte sich durch die Gemäuer des alten Klosters. Rashya und Selany zuckten zusammen, die Pferde scheuten, bäumten sich auf und ein paar gingen sogar durch. Kabor Garwains Knappe konnte den Rappen nicht halten und wurde von einem Huftritt zu Boden geschleudert. Der Rappe stieg immer noch und drohte den Jungen zu erschlagen, als sich Selany schützend vor ihn stellte, die Arme ausbreitete und das Pferd beruhigte. Auch die anderen Pferde wurden ruhiger. Amber, der Bogenschütze, staunte nicht schlecht und stieß einen anerkennenden Pfiff aus. Rashya hingegen warf Selany einen missbilligenden Blick zu. „Hätte ich zuschauen sollen wie das Pferd ihn erschlägt?" fragte Selany telepathisch. „Nein natürlich nicht, aber ein einfacher Wink hätte es auch getan und niemand hätte bemerkt, dass Du dahinter steckst. Du musst lernen nicht immer Anerkennung einheimsen zu wollen.," murrte Rashya zurück. Die anderen bemühten sich derweil die durchgegangenen Pferde wieder einzufangen. Rashya teilte einige Befehle aus, die Männer sollten die Rast nutzen und die Pferde versorgen. Sie beugte sich über den bewusstlosen Kabor und untersuchte seine Wunde. „Du und Du, baut eine Trage die wir zwischen zwei Packtieren spannen können. Kabor wird nicht in der Lage sein zu reiten. So wie es aussieht müssen wir wohl die Nacht durchreiten." Selany konzentrierte sich und konnte einige Bilder aus dem Kloster empfangen. Garwain und die anderen waren auf der Flucht, aber so wie es aussah unverletzt. Sie seufzte und sagte zu Selany: „Du weichst nicht von meiner Seite." Es ist da drinnen und wenn es die Witterung der anderen aufnehmen kann wird es uns bald gefunden haben, dann müssen wir unsere Kräfte vereinen!" „Ja, verstehe", gab Selany zurück und nickte. Sie wandte sich an zwei der Männer und bat sie schüchtern einige Fackeln zu basteln. Als sich Selanys und Rashyas Blick trafen fragte Selany Rashya tonlos: „so besser?" Rashya lächelte nur Anerkennend und kümmerte sich weiter um den Jungen. „Wenn Garwain nicht innerhalb der nächsten Stunde bei uns ist müssen wir ohne ihn weiter reiten," sagte Selany in die Runde und fügte hinzu: wir schicken ihm Hilfe aus dem nächsten Dorf, wir dürfen keine Zeit verlieren!" Sie sagte das so bestimmt, dass sich keiner der Männer wagte etwas dagegen zu sagen. In der Zwischenzeit ... Narek führte Garwain und seine drei Kameraden durch den Geheimgang. „Wo führt dieser Weg hin“, fragte Garwain. Narek antwortete: „Es ist ein geheimer Ausgang, der an der anderen Seite des Klosters nach draußen führt. Wenn das Untier diesen Weg nicht gleich findet, könnte das unsere Rettung sein. Aber auch wenn es uns wittert und folgt, kann dieser Weg uns das Leben retten, da die Gänge labyrinthartig angeordnet sind und teilweise sehr schmal. Allerdings weiß ich nicht was für eine Gestalt die Bestie hat...Es ist unsere einzige Chance.“ „Du musst uns ein Stück begleiten,“ sagte Garwain, „ins nächste Dorf. Das Kloster ist nicht mehr sicher.“ Narek blickte finster drein und erwiderte: „Niemand wird irgendwo vor diesem Untier sicher sein, solange es nicht besiegt ist.“ Sie folgten weiter den Gängen, die immer tiefer hinabzuführen schienen. Oder kam es Garwain nur so vor? Alle waren angespannt und bereit zum Angriff obwohl sie nicht wussten welche Chance sie gegen die Bestie hatten. Am sichersten wirkte Narek, wie er zielstrebig die Truppe durch die Gänge führte. Plötzlich hörten sie hinter sich ein Geräusch. Es war ein heulendes, unheilvoll klingendes Geräusch, das immer lauter wurde. „Schnell,“ rief Narek, „beeilt Euch. Da vorne ist schon der Ausgang. Wenn wir es nach draußen schaffen, können wir schnell fliehen. Dort sind Ställe mit den schnellsten Pferden, die man kriegen kann. Ihr könnt entkommen und eure Gefährten auffinden. Aber ich werde Euch nicht begleiten können. Ich habe dem Kloster die Treue geschworen und ein guter Freund befindet sich noch drinnen. Die einzige Hoffnung liegt in Euch. Ihr müsst meinen Freund, den Krieger finden. Nur er kann uns helfen. Er wird wissen was zu tun ist.“ Garwain fühlte sich unwohl bei dem Gedanken, seinen Freund zurückzulassen und er hätte gewiss versucht, ihn zu überreden oder notfalls zu zwingen, mit ihnen zu kommen, doch der Mönch, der das Vorhaben Garwains zu ahnen schien, deutete noch einmal in die Richtung, in der, der Ausgang lag, reichte Garwain die Fackel und drehte sich um. Als Garwain einen Schritt in seine Richtung machte, um ihn festzuhalten, war er bereits in den Schatten, die, die zerklüfteten Felswände warfen, verschwunden. Betrübt drehte sich Garwain um, um mit den Anderen schnellstmöglich zum Ausgang aus dem Labyrinth zu gelangen – diesem Ungeheuer, das mit Magie zu kämpfen schien, wollte er keinesfalls begegnen. Als die vier den Ausgang erreichten, fühlten sie sich von einer schweren Last befreit. So schnell wie irgend möglich bemühten sie sich, die Tür zu verbarrikadieren, so dass ihnen das Untier nicht folgen konnte. Dann machten sie sich auf zu dem Ort, an dem sie Rashya, Selany und die Anderen zurück gelassen hatten. Rashya und Selany hatten unterdessen entschieden, dass sie nicht länger warten konnten. Weil sie jedoch nicht wussten, wohin Ihre Reise weiter führen sollte, entschlossen sie sich, ein Mittel anzuwenden, das sie eigentlich nur ungern benutzten. Doch in dieser Situation konnten sie keine Rücksicht nehmen. „Ihr müsst einen alten Freund von mir finden, einen Krieger der nicht nur mit dem Schwert, sondern auch mit der Magie kämpft...“, hörte Selany den Wiederhall von Narek´s Worten. Sie sah den Pferdeanhänger so detailliert, als seien es Ihre eigenen Augen, die darauf blickten. Als sie zurückkehrte, bemerkte sie Rashyas Blick und nickte: Sie kannte Ihr Ziel. Die Beiden hatten überlegt, ob es sinnvoll sei, dass eine von ihnen zurückbleiben und auf Garwain und die Anderen warten würde. Aber sie hatten beschlossen, dass sie sich nicht trennen durften. Damit würden sie weit mehr Leben gefährden als nur die der vier Gefährten. Es war wichtig, schnell aufzubrechen, also erstickten Selany und Rashya jeden Widerstand mit eindeutigen Anweisungen. Sie würden Pferde für die Anderen zurücklassen. Es dauerte nur einen Augenblick, den Tieren Ihre Aufgabe klar zu machen: Sie würden auf Garwain und die Anderen warten, bis sie zurückkamen, oder die Gefahr zu groß wurde. Rashya setzte sich an die Spitze des Zuges, während Selany am Ende ritt. Das erweckte genau den gewünschten Eindruck: Rashya war die Herrin, Selany die Untergebene. Zwar war Rashya tatsächlich Selanys Ausbilderin, der Platz am Ende des Zuges war jedoch der weitaus gefährlichere. Rashya mochte eine abgeschlossene Ausbildung besitzen, Selanys Möglichkeiten waren nichtsdestotrotz die größeren. Das zeichnete sich schon seit längerem ab, Rashya war es schon seit Ihrer ersten Begegnung klar. Vor Beginn der Reise hatte sie Selany zu sich gerufen, um Ihr den Ernst Ihrer Aufgabe klar zu machen und offen mit Ihr zu sprechen. Sie hatte Ihr gesagt, um was es ging, und dass das Gelingen des heiklen Unterfangens hauptsächlich in Selanys Hand lag. Nur sie hatte die Möglichkeiten, gegen all das zu bestehen, was sich ihnen auf Ihrer Reise in den Weg stellen konnte. Zuerst hatte Selany das nicht glauben können, schließlich war Rashya immer die Meisterin gewesen, doch beinahe über Nacht schien sie zu erkennen, dass es die Wahrheit war und sie irgendwie in Ihre Aufgabe hineinwachsen musste. Und trotz Ihrer Angst war sie sich sicher, Ihren Auftrag erledigen zu können. Zumal Rashya mit Ihr reisen würde. Das Verhältnis zu Ihrer Meisterin hatte sich schnell grundlegend gewandelt: Sie waren jetzt gleichgestellt, aufeinander angewiesen, Rashya wurde mehr denn je zu einer großen Schwester. Und sie bemühte sich, nichts von Ihrer Sorge zu zeigen: Denn wenn Selany einen Fehler machen würde, wusste Rashya, was sie würde tun müssen: Die Aufgabe war mehr wert als Ihr Leben, auch wenn sie jedes mal wieder ironisch lächelte, wenn Ihr solch ein Gedanke in den Kopf kam: Solche Sätze las man normalerweise in den schwachsinnigen Romanen, die Selany eine zeitlang kaum aus der Hand gelegt hatte. Doch eigentlich musste Selany die Aufgabe lösen können – Ihre Möglichkeiten würden auch noch einer weit größeren Aufgabe genügen. Auch wenn sie noch nicht fertig ausgebildet war, allein Ihre Kampfkraft und die natürliche telepathische Begabung machten sie zu einer starken Gegnerin. Gnade jedem, der sich Ihr in den Weg stellt, dachte Rashya mit einem kleinen Lächeln und tauchte aus Ihrer Erinnerung auf. „Meister. Oh Herr der Dunkelheit. Ich bringe Kunde.“ Ein kleines Wesen, nicht mehr als eine lebendes Etwas kroch zu der selben Zeit an einem anderen Ort in einen Raum der umhüllt war von Schwefel und Dunkelheit. „Was für Kunde bringst du mir. Ich hoffe doch das sie unseren Plan weiterbringen und nicht stören.“ Ein tiefe Dämonische Stimme war es, die aus einer dunklen Ecke kam und einem leicht den Mut nehmen konnte mit Ihrem Klang. „Teils, Teils, oh Herr. Wir haben die Vorbereitungen für die Invasion fast abgeschlossen und können bald zuschlagen. Jedoch gibt es einige wenige Dinge die wir nicht vorausahnen konnten. Lord Nathan hat eine kleine Truppe ausgesandt um irgendwie einen Weg zu finden Euch zu stoppen.“ „Das dürfte eigentlich kein Problem sein. Ich wüsste nicht was ihnen so kurz vor unserem Ziel noch helfen könnte.“ „Herr, es gibt da doch etwas. Erinnert Ihr Euch an das Kloster zu dem wir die Seelenbestie gesandt haben?“ „Wie könnte ich das vergessen, schließlich habe ich sie selbst erschaffen. Nur um diesen Narek zu töten der den Schlüssel besitzt, auf das sie mir seinen Kopf und den Schlüssel bringt. Was ist damit?“ „Sie hat versagt.“ Kam es mit gedämpfter Stimme von dem Wesen und man hörte seine Angst, denn es ahnte was diese Worte auslösen würde. „Was? Wie ist das möglich?“ Die Dunkelheit in der Stimme des Meisters wurde immer stärker, so das sie dem Wesen immer mehr zur Last wurde. „Meister, wenn Ihr mich jetzt tötet werdet Ihr es nie erfahren.“ Dieser Satz reichte und die Dunkelheit schwand wieder dorthin woher sie gekommen war. „Gut, erzähle was du weißt und vielleicht lasse ich dich noch am leben.“ „Die Truppe von Lord Nathan kam zu dem Kloster und Narek gab einem gewissen Garwain den Schlüssel. Durch die Bestie wurde die Gruppe getrennt und beide Teile reiten nun auf eigene Faust. Sie suchen beide den dem der Schlüssel gehört. Narek hat Garwain erzählt das er nach einem Freikrieger suchen soll“ „Aber wie kann die eine Gruppe davon wissen, was sie suchen müssen, wenn sie von Garwain getrennt wurden?“ „Das ist ein weiteres Problem. In dieser Gruppe befinden sich zwei Frauen die Telepatisch hoch begabt sind. Jedoch ist das noch nicht alles. Die Dunkelmagier haben gespürt das etwas in unsere Welt gekommen ist was nicht hierher gehört. Sie sahen eine Vision das es mit den zwei Frauen und diesem Garwain zusammen hängt. Sie sahen das sie von dem was gekommen ist geprüft werden. Es war noch mehr was sie sahen, doch konnten sie es nicht deuten.“ Vorsichtig ging das Wesen ein wenig zurück, doch es war zu spät. Eine riesige Klaue schoss aus der Dunkelheit hervor, packte und zog es in die Dunkelheit. „Du hast Glück, mein kleiner. Ich habe eine große Aufgabe für dich.“ Einige Schreie und schwarze Lichtblitze später wurde es wieder aus der Dunkelheit herausgeworfen. Jedoch hatte es sich verändert. Es war nicht mehr das Wesen von zuvor, nein. Nun war es ein Mensch, eine Frau die mit Ihrem Anblick jeden Mann verzaubern konnte. „Du wirst jetzt aufbrechen und diesen Garwain suchen. Sähe Zwietracht in Garwains Herz, so das er keiner der Frauen und auch diesem Freikrieger nicht mehr traut. Wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist zuzuschlagen, wirst du sie alle töten und mir den Schlüssel bringen. Doch warte damit bis der Freikrieger aus freien Stücken geht, denn er kann dir mehr als gefährlich werden. Freikrieger töten mit Vorliebe Dämonen, vergiss das nie.“ „Ja Meister, ich werde tun was Ihr verlangt.“ Die Frau drehte sich um und verschwand aus dem Raum um Ihre Aufgabe zu erfüllen. Rashya war froh, das sie das Dorf noch vor der Dunkelheit erreicht hatten und sah Selany zu, die mit ein wenig Farbe versuchte den Kristall nachzumalen, den sie gesehen hatte. Der Wirt war zum Glück mit einem Maler befreundet, der ihnen alles verkauft hatte. Auch war der Wirt ein sehr guter und ehrbarer Mann. Er hatte Ihr und Selany sein bestes Gästezimmer überlassen und nicht mehr verlangt, als wie für seine anderen. Rashya sah wieder zu Selany die gerade Ihren letzten Strich machte und dann die Farben weglegte. „Das war es. Ich hoffe das ich nichts vergessen habe.“ Rashya nahm sich das Bild und sah es sich genauer an. „Ich habe noch nie solch ein Schmuckstück gesehen. Selbst hier auf deiner Zeichnung strahlt es etwas aus und diese Schriftzeichen. Ich würde zu gerne wissen was sie bedeuten, diese Schrift habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen. Ich kann mir nicht vorstellen das es nur ein Schmuckstück ist, da muss noch etwas anderes damit sein. Nur w.“ Rashya stockte und schaute wie versteinert auf das Bild. Selany folgte nun Ihrem Blick und sah das etwas in dem Kristall zu sehen war, aber sie sich nicht erinnern konnte es gemalt zu haben. Als sie genauer hinschaute fing etwas an, sie an das Bild zu fesseln. Beide waren fast wie in Trance, sahen viele verschiedene Dinge und hörten eine Stimme, die während der ganzen Zeit etwas erzählte. Doch die beiden verstanden Ihre Sprache nicht, nur einige wenige Wörter konnten sie erkennen. Sie sahen zwei Pferde die sich im Mondlicht auf einer Lichtung liebkosten. Um dann im nächsten Moment jedoch zwei geflügelte Einhörner zu sein und in die dunkle Nacht entschwanden. „Unbändige Liebe und Magie.“ Ein Mann der Tarotkarten legte, dessen letzte Karten das Gericht, das Rad des Schicksal und der Tod waren. „Prüfung, ungewisse Zukunft und Tod. Werde von der Raupe zum Schmetterling“ Ein Krieger dessen Schwerter durch die Luft jagten und nicht mehr als ein silberner Schimmer waren, der von einem Gesang begleitet wurde. „Silbrige Klingen und tödlicher Gesang. Das Lied was die Reinheit deiner Seele kennt.“ Im nächsten Moment standen beide an seiner Seite und sahen über eine große Wiese. Totenstille umgab sie, die jedoch jäh von einem gewaltigem Donnern unterbrochen wurde. Einem Donner das von einem gewaltigem Heer kommen musste und sich urplötzlich über die Wiese ergoss. Selany und Rashya sah wie der Krieger an Ihrer Seite in die Knie ging und den Kopf gestützt auf seine Schwerter anfing zu beten. Sie zogen ebenfalls Ihre Schwerter und taten es dem Krieger nach, in seiner eigenen Sprache, die sie nicht verstanden. Als das Heer kurz vor ihnen war beendeten sie Ihr Gebet und mit einem gewaltigem Siegesruf griffen die drei an. „Des Krieges Licht und Schatten. Der Sieg ist denen die Glauben. “ Dann jedoch waren sie wieder an einem anderen Ort, einem Ort der den beiden missfiel. In der Mitte des Ortes stand ein großer Steinquader auf dem ein Mensch lag. Als sie näher hingingen erkannten sie, das es Garwain war. Er war tot. „Trauer, Verlust und Wut. Bändige sie oder sie töten dich. “ Wieder einige Momente später waren sie an einem anderen Ort, einem Wald. Rashya versuchte Selany vor dem zu warnen was hinter Ihr geschah, doch war es so als würde sie es nicht wahrnehmen. Hinter Selany kam aus der Dunkelheit eine furchterregende Bestie, die im Begriff war Ihre Beute zu reißen. Selany drehte sich nun um, doch es war zu spät, die Bestie sprang auf sie zu. Aber mitten im Sprung wurde sie von einem Pferd erwischt und nach einem verbitterten Kampf von ihm getötet. Dieses Pferd kam nun auf Selany zu. Es war ein Hengst mit einem braunen Fell, das leicht silbern, schwarz und rot glänzte, während seine Beine silberweiß waren. Sein graues Maul bebte ein wenig und seine Türkisblauen Augen sahen in Ihre Seele. Selany erschrak jedoch als sie die Farbe seines Schweifes und seiner Mähne erkannte. Braun mit silbergrauen Strähnen. „Wahre Freunde in der Not. Erkennt wer auf euerer Seite steht und wer nicht.“ „Der Anhänger.“ Dachte sie noch und fand sich einen Wimpernschlag später in dem Raum des Gasthauses wieder. Selany und Rashya sahen sich verwirrt an, durch das was sie gerade erlebt hatten. Immer noch sehr verwundert über die Geschehnisse sahen sich die beiden im Gasthaus um. Selanys Blicke schweiften durch den Raum. Es war alles sehr dunkel im Gasthaus. Es brannte nur noch eine Kerze in der Mitte des Raumes und die würde auch bald erlöschen. Was jedoch noch verwunderlicher war, dass es sehr ruhig war, gar gespenstisch ruhig. Niemand anderes zu sehen oder zu hören. Das Einzige, was man hören konnte, war das Gewitter vor der Tür. Im nächsten Augenblick bemerkte Rashya leichte und sanfte Schritte auf der Terrasse vor dem Gasthaus. Kurz darauf ging auch schon die Tür auf und ein Schatten trat über die alte, quietschende Türschwelle in den Raum. Es war zu dunkel, um sehen zu können, was es genau war. Selany gingen drei Fragen durch den Kopf: Wer ist das? Was will diese Gestalt? Hat sie etwas damit zu tun, dass es hier so ruhig ist, wie auf einem Friedhof? Selany und Rashya tasteten sich langsam zu Ihren Waffen. Unbeirrt davon, schloss die Gestalt die Tür hinter sich und ging in Richtung Wirtstheke. Die Gestalt bückte sich hinter der Theke und holte ein paar Kerzen hervor, ging langsam zu der Kerze in der Mitte des Raumes und zündete die Kerzen an. Der Raum war wieder hell ausgeleuchtet. Die Gestalt war, wie man daraufhin erkannte, kein einfacher Schatten. Sie ging einige Schritte zurück und nahm die nasse, von Laub bedeckte Kutte ab. Selany und Rashya standen erst einmal sprachlos da und sahen sich dieses Wesen genauer an. Es war eine weiblich Person, leicht violette Haut, spitze Ohren, bläuliche Haare mit ein bisschen Laub dekoriert, angehängte Silberne Mondsicheln als Ohrringe und eine Silberne Mondsichel am Stirnkettchen...und ein Schwert auf dem Rücken, das Rashya bereits kannte.. das Legendäre Kilgorin. Das Wesen unterbrach die Stille und nahm das Wort: "Ich grüße Euch, mein Name ist Varia. Ich stamme vom Volk der Waldelfen ab." Varia nahm etwas aus einem kleinen Säckchen, dass sie bei sich trug und hielt es den Beiden hin. Sofort erkannten sie, was es war: Der Kristall, den Garwain bei sich trug. Selany fragte Varia, wo sie den Stein her habe. Sie antwortete zögernd: "Diesen Kristall hat mir ein Mann namens Garwain gegeben. Ich fand ihn Blut überströmt und versuchte ihn mit meinen Heilkünsten zu retten, jedoch hatte er schon zuviel Blut verloren. Varia fuhr bedrückt fort: "Seine letzten Worte waren, dass ich den Kristall an mich nehmen und Euch hier so schnell wie möglich treffen soll." Rashya lag aber noch eine Frage auf der Zunge: "Warum ist es hier alles so verlassen?". Varia begann zu berichten: "Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Es war schon so ruhig und still, als ich hier vorbei kam. Jedoch sah ich auf dem Weg hierher ein paar Schwarzgekleidete Reiter. Vielleicht haben die etwas damit zu tun? Als ich hier eintraf, war alles dunkel, also zündete ich die eine Kerze an und begann auch kurz darauf mich hier in der Umgebung etwas umzusehen. Außer Nebel und sonstigem habe ich hier nichts gefunden bis auf Euch." Varia wurde nur so mit Fragen über Fragen überhäuft...bis sie schließlich mal Zeit hatte, um selber Fragen zu stellen. "Wer seid Ihr eigentlich? Woher kommt Ihr? Und was ist eigentlich euer Ziel?" Rashya sah Varia an und überlegte, ob sie von Ihrer Mission erzählen sollte. Auch wusste sie nicht, ob Varia es schon wusste und ob sie Ihr trauen konnte. Doch sie kam zu dem Schluss das sie, nun da Garwain nicht mehr war, keine andere Möglichkeit hatte, jede Hilfe war kostbar. „Das ist Selany und ich bin Rashya. Wir sind von Lord Nathan vor fast zwei Tagen ausgesandt worden unser Land vor einer Gefahr zu retten. Wir wissen nicht genau vor welcher, aber das was wir wissen, ist nicht sehr beruhigend. Garwain und einige andere zogen mit uns los, doch wir stießen schon beim Kloster auf Probleme. Garwain hatte eine Nachricht von seinem Freund Narek erhalten. Er fand ihn, aber auch eine Bestie die, die anderen Mönche getötet hatte. Durch diese Bestie wurden wir von ihm getrennt. Zuvor bekam er von Narek diesen Kristall, den Selany dadurch wiedererkannte, weil sie ihn in einer Vision im Kloster sah. Mit Hilfe dieses Kristalls sollen wir einen Freikrieger finden und ihn um Hilfe gegen diese Bestie bitten. Wir ritten mit dem Rest der Truppe hierher um zu ruhen und auf Garwain und die anderen zu warten. Wie Ihr seht hat versuch Selany ein Bild von dem Kristall zu malen, wie es fertig war betrachteten wir es und wurden durch Magie von einer Vision zur nächsten gejagt. Dabei sahen wir auch den Tod von Garwain, als das Bild uns wieder frei ließ und wir uns hier wiederfanden, kamt Ihr.“ Varias Gesicht zeigte ein wenig Überraschung. „Ihr seid so kurz unterwegs und habt so viel schon erlebt.“ Sieh hielt sich den Kristall vor das Gesicht. „Ich kann es eigentlich kaum glauben, das solch ein Kristall Euch helfen kann, aber dennoch etwas ist mit ihm, das fühle ich. Ihr sagtet das er Euch zu einem Freikrieger führen soll. Ich habe schon von einigen Freikriegern gehört, die meisten von ihnen sind käufliche Söldner, nur ein kleiner Teil von ihnen hat sich dem Schwur ergeben Unschuldige zu schützen. Ihr müsst wissen das Freikrieger im Kampf unschlagbar sind, die meisten jedenfalls. Einige kämpfen mit Schwertern und anderen Waffen, andere mehr mit Magie und wieder andere mit beidem. Jedoch haben sie alle gemeinsam das sie auch ohne Waffen kämpfen können. Es gibt Legenden von Freikriegern die durch die Magie unsterblich geworden sind und das Wissen des ganzen Universums in sich tragen. Andere Legenden sagen, das ein Teil der Freikrieger keine Menschen sind, sondern nur die Gestalt angenommen haben und manche von ihnen nicht von unserer Welt sind. Doch wie gesagt, das sind zum größten Teil Legenden und wer weiß wie viele davon stimmen. Interessant wäre es aber schon einen zu treffen. Wie gerne würde ich Kilgorin in einem Übungskampf an einem Freikrieger ausprobieren, angeblich sollen bei einigen von ihnen, die Schwerter durch Magie leben. Sie nennen sie Seelenklingen.“ „Seelenklingen. Das war es was wir gesehen haben Rashya, der Krieger mit den zwei Schwertern. Silbrige Klingen und tödlicher Gesang. Das Lied was die Reinheit deiner Seele kennt. Jetzt verstehe ich diesen Spruch erst. Diese Schwerter scheinen die Reinheit deiner Seele zu erkennen. Varia, gebt mir bitte den Kristall.“ Die Waldelfe gab ihn Selany ohne zögern, doch Ihr Blick war genauso wie der von Rashya Ratlos. Ungeduldig und ein wenig euphorisch schaute Selany die beiden an. „Rashya, verstehst du nicht. Die Visionen, das war der Kristall. Er hilft uns den Weg zu finden. Mein Gott, wenn dieser Kristall schon von sich aus solche Magie ausstrahlt, wer weiß was dieser Freikrieger kann. Nur dieser Hengst, der lässt einige Fragen auf. Was hat er mit dem Freikrieger zu tun und wieso sind seine Haare an diesem Kristall?“ Selany ließ den Kristall vor Ihrem Gesicht pendeln, sie wusste das er Ihre Fragen beantworten könnte, wenn er nur wollte. „Du hast das Heer, gegen das wir mit dem Krieger kämpften und die zwei Pferde, die plötzlich geflügelte Einhörner waren vergessen. Was haben sie mit dem ganzen hier zu tun?“ Selany nickte Rashya zustimmend zu. Varias Gesicht veränderte ein wenig die Stimmung zu einem kleinen Lächeln. „Die zwei geflügelten Einhörner verheißen etwas gutes. Was taten sie, als Ihr sie saht?“ „Sie liebkosten sich und verschwanden dann.“ Rashya lies wieder Ihre Augen eine Frage zeigen. „Es ist gut so. Das heißt das es Frieden geben soll, wenn sich die beiden lieben. Nur das sie fortfliegen, das wundert mich. Eigentlich sollte in solch einer Vision noch ein Fohlen kommen, das Glück und Wohlstand für das Land verkündet. Auch das was Ihr von diesem Heer erwähnt beunruhigt mich ein wenig. Konntet Ihr die Banner des Heeres erkennen?“ Rashya schüttelte den Kopf. „Nein, es ging alles so schnell. Wir standen an der Seite des Kriegers als sie kamen. Dann fing der Krieger auf seine Schwerter gestützt an zu beten, wir taten es ihm aus irgendeinem Grund nach. Als das Heer uns erreichte, erhoben wir uns und kämpften.“ „Ein wenig verwirrend ist das alles schon. Wenn ich doch auch nur diese Visionen gesehen hätte, das würde es mir leichter machen zu verstehen. Aber eines weiß ich jetzt schon, das Heer hat mit der Bedrohung die Ihr bekämpfen sollt zu tun. Da bin ich mir mehr als sicher. Ich wüsste nur zu gerne welche Gestalt hinter dem ganzen steckt.“ Während Varia und Rashya sich unterhalten hatten, hatte Selany die ganze Zeit über den Kristall vor Ihrem Gesicht pendeln lassen. Sie hatte den beiden nur noch mit halbem Ohr zugehört und darüber nachgedacht was den Freikrieger und diesen Hengst verband. Als Varia jedoch das Wort Gestalt hörte, kam Ihr ein Gedanke. Jedoch behielt sie ihn noch für sich. Jetzt war erst mal wichtiger, was sie nun tun sollten, nun da Garwain nicht mehr lebte. Selany kam eine Frage in den Sinn. Warum war Garwain eigentlich so schwer verletzt gewesen. Die Bestie, konnte es nicht gewesen sein, da sie gespürt hatte das dieses Wesen ihnen nicht gefolgt und noch immer im Kloster war. Sie ließ wieder den Kristall pendeln und hoffte auf Antwort, besonders auf eine die Ihr sagen würde wer dieser Krieger war und was er mit dem Hengst zu tun hatte. Aber auch wie es nun ohne Garwain weiter gehen sollte und wer diese schwarzen Reiter waren. Fragen über Fragen, auf die sie keine Antwort wusste. Die Symbole des Kristalls leuchteten leicht auf in dem Licht der Kerze und Selany war so als würde der Kristall Ihr etwas sagen wollen. Doch was, das konnte sie nicht erkennen, die Symbole waren in einer Sprache die sie noch nie gesehen oder gehört hatte. Dunkelheit und Stille, oder war da mehr. Ja, da war schwaches Licht, was durch die Augenlieder schimmerte, leise Geräusche einer Person und knisterndem Feuer. Vorsichtig öffnete er seine Augen und war für einen Moment vom Lichtschein des Feuers geblendet. „Ah, Ihr seid wach. Wie fühlt Ihr Euch? Habt Ihr vielleicht Hunger?“ Durch das Flackern des Feuers, konnte er die Person erkennen, zwar nicht so deutlich wie er es sich gewünscht hätte. Doch zumindest wusste er nun, das es ein großer Mann sein musste, der eine Schale mit Suppe zu essen schien. Ja, es war Suppe, neben dem Feuer stand noch immer der kleine Topf und der Geruch der von ihm ausging war verlockend. Wie lange hatte er nichts gegessen. Stunden oder Tage, wer weiß. Aber etwas anderes verwirrte ihn noch immer mehr. „Es scheint so, als hättet Ihr eure Sprache verloren oder seid Ihr Böse das ich Euch geholfen habe?“ Garwain schüttelte mit dem Kopf und setzte sich auf. „Was ist geschehen? Ich habe etwas seltsames erlebt, fast wie ein Traum. Die Bestie war uns doch noch gefolgt und hatte jeden einzelnen erwischt, auch mich. Aber wie?“ Der Mann antwortete so ruhig, als würde nichts im Universum ihn überraschen. „In der Tat, Ihr wurdet von einer Bestie angefallen und Ihr wart tot. Doch die Bestie war schon lange fort, da ich kaum glaube, das sie Euch begraben hatte. Ich fand Euch unter einem Steinhaufen, den man über Euch als Grabmal aufgeschichtet hatte. Selbst aus der Ferne konnte ich eure Seele schreien hören, nach Rache, auch das Ihr eine Aufgabe noch zu Ende führen müsst und jemand euren Schutz braucht. Niemand der dies hört, kann eine Seele so leiden lassen, besonders ich nicht. Also nahm ich die Steine fort und erweckte Euch wieder.“ „Aber wie habt Ihr dies geschafft. Ich kenne keinen der dies kann.“ „Jetzt kennt Ihr eine Person. Seht an euren Hals, die Phiole die dort hängt. Sie enthält ein Elixier das Tote wieder ins Leben holen kann, zumindest solange seine Wirkung anhält und die Seele des Toten noch da ist. Einhorntränen, von einem Einhorn das seine Partnerin vor einiger Zeit verloren hat und noch immer auf der Suche nach Ihr ist. Der Nachteil ist natürlich an ihnen das die Wirkung nicht lange anhält, Ihr müsst alle zwei Tage zum Sonnenaufgang einen kleinen Schluck davon nehmen. Wenn nicht, werdet Ihr wieder sterben und ich weiß nicht, ob ich Euch dann wieder in diese Welt zurückholen kann.“ Garwain sah an seinem Hals hinab und wirklich, dort hing eine kleine Phiole mit einer silbrig Kristallklaren Flüssigkeit. Er schätzte das sie vielleicht einen Monat halten würde, wenn seine Schlücke nicht zu groß wären. Eventuell genug Zeit seine Aufgabe zu beenden. Wieder sah Garwain über das Feuer hinweg zu dem Fremden, den er nun besser erkannte. Auch wenn die Nacht Mondlos war. Der Mann der dort saß, war etwas größer als Garwain, der selbst schon über einsachtzig war. Seine Haut war leicht bräunlicher Farbe, die Kleidung war mehr ein Umhang mit einem Farbenspiel das einen zu verwirren und der Stoff kein Anfang und Ende zu haben schien. Garwain fielen die Türkisblauen Augen auf, aber seine Haare verwirrten ihn. Sie waren braun mit silbernen Strähnen. Etwas gefiel ihm nicht an dem Mann, aber wieso? „Sagt, habt Ihr außer mir noch jemanden gefunden, oder einige Gegenstände?“ Ohne von seiner Schale aufzusehen schüttelte der Fremde mit dem Kopf, so das die Haare über seine Schultern nach vorne fielen und auf beiden Seiten die Griffe zweier Schwerter freilegten. „Ihr meint eure Begleiter. Ihre Seelen waren, nicht so wie die eure noch in Ihren Körpern. Ohne sie wären die Einhorntränen nutzlos gewesen, wo nichts ist was die Magie der Tränen berühren kann, wird auch kein Leben mehr erwachen. Was eure Sachen angeht, die liegen dort in der Ledertasche. Ich weiß nicht ob etwas fehlt, da Eure Tasche völlig zerfetzt neben Euch unter den Steinen gelegen hat. Vielleicht ist bei eurem Todeskampf etwas aus Ihr herausgefallen, oder derjenige der Euch begraben hat, hat etwas davon mitgenommen.“ Garwain nahm sich die Tasche und durchsuchte sie. Es war nicht mehr viel brauchbares in Ihr, aber das war ihm im Moment nicht wichtig. Wichtiger war der Kristall den er von Narek bekommen hatte, aber er war nicht mehr da. Garwain hatte gehofft das er in der Tasche liegen würde, da er ihn ja nicht mehr um den Hals hatte. Er versuchte sich zu erinnern was geschehen war, aber alles lag hinter einem Schleier. Alles was vorher geschehen war, fiel ihm wieder ein, aber was passierte als die Bestie sie erwischte war weg. „Macht Euch keine großen Sorgen. Ihr werdet eure Aufgabe sicherlich noch zu Ende bringen. Doch jetzt solltet Ihr essen, damit eure Kraft wieder zurückkommt.“ Der Fremde reichte ihm eine Schale mit der Suppe und Garwain nahm sie. Jedoch zögerte er zu essen. „Esst ruhig, sie ist bestimmt nicht vergiftet. Oder ist etwas anderes. Oh, ich verstehe, Ihr würdet wahrscheinlich wissen wollen wer ich bin.“ Garwain nickt und nahm sich einen Löffel der Suppe, sie schmeckte nach vielen Kräutern und rann fast erlösend den Hals hinunter. „Es ist schwer das zu erklären. Sagen wir einfach ich bin ein Mann der die gleichen ehrenvollen Ziele hat wie Ihr und das ich gewisse Talente habe.“ „Tote wieder zu erwecken und den Schwertkampf zum Beispiel?“ Garwain deute auf die Schwertgriffe. „Unter anderem. Bei dem Weg den ich gehe, braucht man viele Talente und auch ebensoviel Wissen. Bevor ich es vergesse, wir sollten morgen vielleicht ein Schwert für Euch im nächsten Dorf kaufen, eures ist ja weg. Keine Sorge, ich bezahle es, wenn es sein muss. Auch werdet Ihr ein Pferd brauchen. Kassandra kann uns nicht beide tragen und Kalypso hat die Vorräte, die ich ungern zurücklassen würde.“ Garwain sah in die Richtung in die der Fremde deutete und erkannte erst jetzt, das dort zwei Schimmelstuten standen, ohne auch nur den Hauch eines Lautes von sich zu geben. Ihm kam ein Gedanke bei diesem Fremdem, jetzt wo er die Pferde gesehen hatte. „Könnte er der sein von dem Narek sprach?“ „Oh, jetzt unterhalten wir uns und planen was wir als nächstes tun, aber ich weiß noch immer nicht euren Namen.“ Riss er Garwain aus den Gedanken, als wollte er ihn davon ablenken. „Garwain.“ „Ein passender Name für einen Helden. Mein Name ist Shailen, er würde in eurer Sprache Falke heißen. Ich denke es ist besser wenn wir jetzt ruhen und im Morgengrauen aufbrechen. Wer weiß was uns noch erwartet.“ Shailen legte noch etwas Holz ins Feuer damit es lange genug brennen würde und bettete sich, nachdem er seine Schwerter neben sich in Griffweite gelegt hatte in seine Decken und schlief schnell ein. Garwain jedoch lag noch lange wach und dachte über das nach, was geschehen war. Wie es den anderen ergangen ist und wo der Kristall war. Auch überlegte er ob er Shailen trauen konnte. Fortgehen konnte er nicht, denn er hatte als Kämpfer bestimmt einen leichten Schlaf und ohne ihn wäre Garwain wahrscheinlich hilflos. Es passte ihm nicht, so abhängig von jemanden zu sein, aber was blieb ihm anderes übrig. Es war bei jedem Gedanken den er hatte das Selbe, keiner führte zu einem Schluss, der ihm gefiel. Es war wohl besser doch noch einmal darüber zu schlafen, vielleicht würde sich noch für alles eine Lösung ergeben. Garwain überlies sich der Müdigkeit und sein Körper versank in einen tiefen und erholsamen Schlaf. „Wie geht es voran?“ Die düstere Stimme des Meisters und Ihre Macht, drang sogar noch durch den Traum den das ehemalige lebende Etwas hatte. „Es verlief alles so wie es sein sollte, zumindest bis die Seelenbestie noch einmal versagte.“ „Was meinst du damit?“ „Die Bestie hat Garwain und seine Leute angegriffen, keiner von ihnen hat überlebt. Zwar kam ich noch rechtzeitig sie daran zu hindern Garwains Seele in sich zu nehmen, aber er war dennoch tot.“ „Was ist mit dem Schlüssel, den beiden Frauen und dem Freikrieger?“ „Das werde ich regeln Meister, aber ich brauche Zeit dafür um diesen Auftrag auszuführen.“ Du bekommst zwanzig Tage, dann werde ich die Armeen losschicken, ob du deinen Auftrag erledigt hast oder nicht. Wenn du jedoch versagst, dann durch deinen Tod, anderes werde ich nicht hinnehmen.“ Der Traum verblasste und das Etwas war wieder allein in seinen Gedanken. Es wusste was geschehen würde, wenn Es versagte und dann noch lebte. Dieser Gedanke war nicht sehr verlockend und ließ es wissen das es besser wäre alle Mittel zu nutzen. Selany sah aus dem Fenster, die Sonne war gerade im Begriff aufzugehen. Rashya, Varia und sie hatten wenige Stunden zuvor beschlossen noch bis zum Tageslicht zu warten, bevor sie nachschauen würden, was dem Dorf in der Nacht widerfahren war. Und vor allem, warum sie drei noch da waren und nicht das gleiche Schicksal wie die Anderen ereilt hatte. Noch immer hielt sie den Kristall in Ihren Händen und spürte seine Wärme. Ihr kam es so vor, als hätte der Kristall nur sie erwählt ihn zu tragen. Sie hatte Rashya den Anhänger in die Hände gegeben und gefragt, ob auch sie seine Wärme spürte, aber er war so kalt wie ein gewöhnlicher Stein bei Ihr gewesen. Das rötliche Licht der aufgehenden Sonne brach sich in dem Kristall und warf die feinen Schriftzeichen auf seiner Oberfläche, an die nächste Wand. Noch immer versuchte sie zu verstehen, was sie bedeuteten, doch jedes Mal, wenn sie glaubte ein Muster gefunden zu haben, verschwamm jede einzelne Linie mit den Anderen. Sie berührte die Haare des Anhängers und glaubte im selben Moment, das auch sie jemand berührte, doch dem konnte nicht so sein. Rashya und Varia schliefen noch und es war kein anderer in diesem Raum. Dennoch spürte sie eine Berührung, die aber nicht von einem Mensch sein konnte. Selany schloss die Augen und ließ Ihren Kräften freien Lauf. Plötzlich geschah etwas, das sie nicht erwartet hatte, die Macht des Kristalls erwachte und riss Ihre Seele an einen anderen Ort. Sie öffnete Ihre Augen, doch Selany musste erkennen das der Ort wo Sie nun verweilte, nicht mehr das Wirtshaus war. Der Ort, an dem Sie sich befand, war ein wunderschöner Garten, der an ein riesiges Schloss grenzte, das wiederum an einen gewaltigen Berg gebaut war. Noch nie hatte Sie solch einen wunderschönen, aber auch gleichzeitig Machtvollen Ort gesehen. „Der Garten ist herrlich, nicht war?“ Hinter Ihr war jemand erschienen und als Sie sich umdrehen wollte, hielt etwas Ihren Blick nach vorne gerichtet. „Nein, bitte dreht Euch nicht um. Es ist besser, wenn Ihr meine Gestalt noch nicht kennt. Noch ist die Zeit nicht reif dafür.“ „Wo sind wir hier?“ Ein leichter Atemhauch glitt über Ihre Schulter und Selany wurde erst jetzt bewusst, das Sie ein seidenes Kleid trug. „Wir sind dort, wo ich und meine Art zuhause sind.“ „Aber was hat das mit unserer Welt zu tun und was wollt Ihr hier wirklich? Warum darf ich noch nicht wissen, wer Ihr seid?“ „So jung und so viele Fragen. Ich bin der Sohn von Zirron. Nachfahre von Norain und Fähret, zwei sehr mächtigen Wesen, von denen ich zum Teil meine Macht habe. Ich wandere durch die Welten und sehe Dinge bevor sie geschehen. Auch dies hier fordert seinen Tribut und meine Loyalität und auch Andere zu beschützen, oder zu leiten.“ Ein großes Rundes Amulett glitt über Ihre Schulter, so das sie es, aber nicht den Besitzer sehen konnte. Vorsichtig nahm sie es etwas hoch, so das sie es besser sehen konnte, spürte jedoch das die Kette an der es angebracht war, festgehalten wurde. Es war rund und aus einem Metall das silbern schimmerte, aber Selany gänzlich unbekannt war. Auf dem Amulett waren vier Kristalle angebracht, so wie die Himmelsrichtungen. Ein roter, blauer, brauner und weißer in einem Facettenschliff. Sie waren alle am Rand auf die Mitte des Amulettes gerichtet, wo sich ein Stein aus Gold befand. Die Oberfläche des silbernen Metalls war leicht rau und zerfurcht, doch als sie genauer hinschaute, erkannte Selany die gleichen Schriftzeichen wie auf dem Kristall wieder, nur viel kleiner. Ein wenig wurden Ihre Beine schwach, denn sie spürte welche Macht in diesem Amulett schlief und Selany fast die Sinne raubte. Sie spürte einige Gefühle aufflackern, die von dem Träger des Amulettes stammen mussten. Liebe, Verzweiflung und Sehnsucht, waren nur ein Teil davon. Sie ließ es los, bevor sie noch mehr erfahren konnte. Selany wusste wie tief sie gehen durfte und wo die Grenzen waren. Rashya hatte Ihr Regeln gesetzt und die hielt sie streng ein. Eine der Regeln verbot Ihr, noch tiefer zu gehen, wenn sie wahre Liebe bei jemanden spürte. Diese Gedanken der wahren Liebe sollten immer nur ein Teil derer sein, die sie für sich empfanden. „Ihr habt jemanden verloren und seid auf der Suche nach Ihr.“ Das Amulett wurde vorsichtig zurückgezogen und Selany konnte spüren, das eine Welle der Gefühle durch die Person hinter Ihr jagte. „Ja, ich suche meine Gefährtin. Ein Teil von Ihr ist in dieser Welt das spüre ich. Doch ist dies nicht der einzige Grund warum ich hier bin. Ihr seid der andere Grund. Ich weiß nicht wie ich es Euch sagen soll, aber Ihr seid der Schlüssel meiner und Eurer Suche. Doch ist noch jemand anderer auf der Suche, so wie wir. Nur sucht Er das selbe wie Ihr, jedoch um Euch damit zu besiegen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich Euch nicht mein wahres Gesicht zeigen darf. Doch kennt Ihr es schon. Ihr habt meine Gestalt schon gesehen und wisst wer ich wirklich bin.“ „Ich verstehe nicht.“ „Das werdet Ihr. Wenn die Zeit reif ist und Ihr Eure Prüfung bestanden habt, wird Euch alles so klar sein, wie frisches Quellwasser.“ Selany spürte wie Ihr Körper losgelassen wurde und derjenige, der hinter Ihr gestanden hatte, sich entfernte. Sie wollte sich umdrehen, doch traute Selany sich nicht. Sie bemerkte einen grellen Lichtblitz, der von hinten kam und die Magie mit sehr großer Macht um Sie herumschoss, ganz so wie eine gewaltige Kaskade. Vorsichtig wendete Sie den Kopf und sah über die Schulter nach hinten, jedoch war da nichts mehr. Nun drehte Sie sich ganz um und erkannte, das da doch etwas war. Vor Ihren Füßen steckte ein Schwert im Boden, eines das Sie zuvor nie gesehen hatte. Zaghaft griff Sie nach Ihm, zog es aus dem Boden und spürte, wie etwas von diesem Schwert ausging. Es war ein ruhiger leichter Gesang und zu Ihrem Erstaunen kam er aus dem Schwert. Sie hörte ein Krächzen über sich und sah im Himmel einen Falken über Sie hinwegjagen. „Ein Geschenk für Euch. Geht vorsichtig damit um, ein Krosar Centra ist sehr Machtvoll und hat seinen eigenen Willen.“ Selany schaute sich um, doch Sie konnte nicht herausfinden woher die Stimme gekommen war. Zu sehen war noch immer nur der Falke, der nun zu dem Schloss flog und auf dem höchsten Turm, der sogar den Berg überragte, landete. Sie widmete Ihre Gedanken dem Schwert, denn Sie wusste aus Ihrer Lehrzeit bei Rashya, das es nicht viel brachte solchen Dingen nachzugehen. Sie würde die Antwort erst finden, wenn die Zeit dazu reif war. Das Schwert in Ihren Händen war Ihr in der Art gänzlich unbekannt. Trotz seiner Größe von vier Ellen, war es unglaublich leicht. Selany sprach dies dem Metall zu, dass das gleiche wie von dem Amulett sein musste. Über die ganze Klinge, waren die gleichen Schriftzeichen, wie auf dem Kristall eingraviert und auch sie schienen sich endlos zu winden. Sein Griff war mit einem Leder, überzogen das Ihre Hände fest an sich zog. Sie wusste das dieses Schwert, wann immer Sie damit kämpfen müsste, Ihr nicht aus der Hand gleiten konnte. Der Kopf des Schwertgriffes war eine gerade erblühende Rose, in deren Inneren ein funkelnder Rubin zu erkennen war. Es kam Ihr so vor, als hätte Sie nie ein anderes Schwert in den Händen gehalten, als dieses. Tief im Inneren spürte Sie seine Macht, eine Macht die sich nicht aufhalten lassen und Ihr treu bei jeder Aufgabe zur Seite stehen würde. Der Falke auf dem Turm schrie auf und im selben Moment, fand sich Selany wieder in dem Raum des Wirtshauses. In Ihren Händen hielt Sie noch immer das Schwert, nur war seine Klinge durch die mit Gold und Silber beschlagene Scheide umhüllt. Allmählich erwachte Sie aus diesem so realen Traum und Ihr wurde bewusst das Rashya und Varia Ihr gegenüber standen. „Alles in Ordnung Selany, du warst vor wenigen Momenten vollkommen weggetreten. Wir haben dich die ganze Zeit versucht anzusprechen, du gabst aber keine Antwort. Wir haben uns Sorgen gemacht, besonders als wir dieses Schwert in deinen Händen sahen. Woher hast du es und vor allem was war mit dir los?“ Selany merkte die Aufregung in Rashyas Stimme, das war nicht zu überhören. „Ich weiß nicht wie ich es Euch erklären soll. Es ist so unglaublich. Eines kann ich Euch jedoch schon jetzt sagen. Wer immer diesen Kristallanhänger erschaffen hat, ist sehr mächtig.“ Es fiel Ihr nicht leicht, das was Sie eben noch erlebt hatte, mit Worten zu fassen, denn es war alles zu schwer zu beschreiben. Kein Wort war so schön wie der Ort, den sie gerade noch gesehen hatte und keines besaß soviel Macht in sich, wie die Magie von dem Wesen, das Ihr dort begegnete. Varia und Rashya hörten Ihr aufmerksam zu und während der ganzen Zeit, wo sie den Beiden Ihr Erlebnis erzählte, hielt sie das Schwert fest in der Hand. So als wäre es die einzige Möglichkeit diesen Traum an sich zu fesseln. Es war sehr früh, doch Garwain und Shailen, waren schon vor Sonnenaufgang unterwegs gewesen. Ein wenig, auch wenn Garwain es nicht zugeben wollte, musste er sich eingestehen, das Shailen richtig handelte und Ihm besser folgen sollte. Sie waren in einer größeren Stadt angekommen und hatten ein Pferd gekauft, oder eher Shailen. Es war, als wüsste er genau welches Pferd für Garwain richtig war. Es ging locker am Zügel, blieb stehen, wenn es das sollte und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Als nächstes war ein Schwert an der Reihe und wie sie noch bemerkt hatten, brauchte Garwain unter anderem neue Kleidung. Als sie diese hatten, zogen Sie von einem Schmied zum nächsten, bis sie einen fanden der Shailen recht war und schauten sich jedes einzelne seiner Schwerter an. „Was ist Euer bestes Schwert?“ Der Schmied schaute Ihn mit fragenden Augen an und Shailen wusste was er meinte. „Der Preis spielt keine Rolle.“ Beantwortete er die stumme Frage und ließ ein größeres Säckchen auf den Amboss fallen, so das der Inhalt deutlich zu hören war. Der Schmied ging in sein Haus und kam wenige Augenblicke später mit drei Stoffbündeln zurück, legte sie auf seinen Werktisch und rollte jedes einzelne aus. In jedem war ein Schwert und bei jedem sah man dass sie das Feinste waren, was er zu bieten hatte. „Gut, wie ich sehe versteht Ihr Euer Handwerk.“ „Das will ich meinen, da ich der zehnte in meiner Blutlinie bin, der Waffen schmiedet. Aber ich denke, das meine Schwerter nicht annähernd an Ihre heranreichen.“ Er deutete auf die Schwerter hinter Shailen´s Rücken und der nickte nur. „Ich habe sie selber, am Fuße des Berges Sarrahgosar geschmiedet. In der Flame eines gefallenen Sternes und Ihnen zum Schluss Leben eingehaucht. So wie ich es vom Wächter der Zeit Drokar gelernt habe. Garwain, Ihr seid dran. Sucht Euch eines aus. Aber trefft Eure Wahl gut, denn Ihr werdet dieses Schwert noch für einen schweren Kampf brauchen.“ Er nickte und ging auf den Tisch zu. Jedes dieser Schwerter war einzigartig und Garwain war ein wenig hin und hergerissen. Nach und nach, nahm er jedes in die Hand und schwang es, prüfte sein Gleichgewicht und die Klinge. Es war eine schwere Wahl, vor allem, da von dem Schwert was er wählen würde, in Zukunft sein Leben abhängen könnte. Seine Wahl fiel auf eines das einen Phönix als Gravur hatte. Garwain hoffte, das diese Gravur ein gutes Zeichen war. „Dieses hier soll es sein.“ „Eine ausgezeichnete Wahl, es ist das beste von den dreien und ich denke das es Euch gute Dienste leisten wird. Wartet, es hat sogar eine passende Scheide.“ Der Schmied packte die beiden anderen Schwerter wieder weg und kam mit einer schwarzen ledernen Schwertscheide zurück. „Das Schwert lässt sich sehr leicht rein und raus schieben. Es verkanntet sich nirgends und ist darin sehr gut geschützt.“ „Der Schmied hat recht, es ist eine sehr gute Wahl. Gebt mir das Schwert einmal.“ Garwain reichte Shailen das Schwert und der schaute es sich genau prüfend an. „Meister Schmied, habt Ihr etwas dagegen, wenn ich mir Eure Schmiede für kurze Zeit ausleihe?“ „Nein, Ihr könnt sie ruhig benutzen. Vor allem, da Ihr nun zu meinem erlesensten Kundenkreis gehört.“ „Danke, Ihr werdet es nicht bereuen.“ Der Krieger ging zurück, zu seinen Pferden und kam mit einem größerem Lederbeutel zurück. Er holte nach und nach verschiedene Dinge aus dem Beutel. Eine goldene Schmuckdose, kleinere Ledersäckchen, Kristalle, etwas Metall, Leder, einen leichten Schmiedehammer und einiges mehr. Breitete alles, was in dem Beutel war, auf dem Tisch aus und legte das Schwert dazu. „Ihr wollt Euch bestimmt auf dieses Schwert, mehr als gut verlassen können Garwain?“ „Ja.“ „Gut, dann müsst Ihr mir nun ein wenig helfen.“ Shailen nahm eine der Dosen, öffnete sie und warf etwas von dem Pulver, was darin war ins Schmiedefeuer. Es flackerte stark auf und nahm eine weißlich schimmernde Farbe an. Garwain fiel auf, das die Hitze in der Schmiede sank. So als würde das Feuer ausgehen, doch dem war nicht so. Es loderte sogar noch stärker, aber seine Hitze war wie verschwunden. „Nehmt Euer Schwert und haltet die Klinge in das Feuer.“ Garwain tat wie Ihm befohlen und musste feststellen, das sich die Hitze nur ins innere des Feuer konzentriert hatte. Er merkte es daran, das die Klinge sofort anfing zu glühen. „Zieht sie wieder hinaus und legt sie auf den Amboss.“ Er machte es, Shailen nahm das Metall von dem Tisch und berührte damit die Klinge. Sofort fing es an zu schmelzen und umschlang sie. Er ging damit über die gesamte Klinge, solange bis sie vollkommen von dem Metall verschlungen war. Vorsichtig legte er das übriggebliebene Metall zurück und griff nach einem der Ledersäckchen. Öffnete Ihn und schüttete ein rötlichgolden schimmerndes Pulver, was darin war, über das Schwert. „Haltet es wieder in die Flamme, doch nur kurz. Danach gebt Ihr es mir und ich forme die Klinge wieder zurück. Wieder tat Garwain wie ihm befohlen, doch diesmal wurde das Metall nicht rot, sondern schimmerte blausilbern auf. Sofort zog er es wieder hinaus und gab es Shailen, der sich schon den Hammer genommen hatte und das Schwert nun auf dem Ambos bearbeitete. Während der ganzen Zeit schaute der Schmied zu und kratzte sich von Zeit zu Zeit ungläubig hinter dem Kopf. Immer wieder nahm Shailen die Klinge vor sein Gesicht und prüfte jedes Stück mit scharfen Augen. Er erhitzte es noch einmal und tauchte es in das Wasser, das nun anfing zu zischen und zu verdampfen. „So, das war die Klinge, nun der Griff und auch dann der letzte Akt.“ Wieder nahm er einen Beutel, in dem nun schwarzes Pulver war und schüttete es in das Wasser, worin er gerade noch das Schwert gekühlt hatte. Nun nahm er das Leder, tauchte es ins Wasser, so das es sich voll saugte und wickelte es mit geschickten Handbewegungen um den Griff. Garwain und der Schmied sahen im genau zu, doch die Bewegungen von Shailen waren so schnell, als hätte er nie etwas anderes getan. Als das Leder fest genug um den Griff gewickelt war, nahm er sich einen der Kristalle. „Schaut gut hin Schmied, das was ich jetzt mache, ist etwas aus der Schwertschmiedekunst das Ihr nie wieder zu sehen bekommt.“ Shailen nahm das Schwert an der Klinge und mit einer schnellen Bewegung, ließ er den Griff durch das Feuer jagen. Das Leder wurde hart und das Metallene Ende des Griffes, glühte rot auf. Unter großer Kraft trieb er den Kristall mit bloßen Händen nun in dieses Ende, so das nur noch eine Seite davon zu sehen war. Ein weiteres Mal, lies er den Griff durch die Flamme jagen und tauchte es schließlich in das Wasser zum kühlen. „So, das war der leichte Teil, nun kommen wir zum letzten und schwersten. Garwain, eure Hilfe ist nun sehr wichtig. Geht Ihr nicht auf das ein, was ich von Euch verlange, so war die ganze Arbeit umsonst und das Schwert ist wertlos. Auch würde ich Euch dann nicht empfehlen es zu behalten, da es Euch nur noch Unglück bringen würde. Also, habe ich euer vollstes Vertrauen?“ Garwain brauchte nicht lange zu überlegen, denn es hing alles von Ihm ab. Selany und Rashya brauchten seine Hilfe und auch war da noch immer die Gefahr für das Land. Ihm fiel in diesem Moment etwas ein, wonach er schon seit seiner Abreise nicht mehr gesehen hatte, doch verschob er es auf später, da das Jetzt zählte. „Ihr habt es.“ Shailen übergab ihm das Schwert und nahm aus der Schmuckdose eine kleine leuchtende Scherbe, die ihn merkwürdiger Weise sehr an den Kristall von Narek erinnerte. „Was ist euer sehnlichster Wunsch? Sagt es nicht, denkt ihn Euch nur, wenn ich das Schwert mit der Scherbe berühre.“ Garwain dachte an einen Wunsch, der in diesem Moment lautete seine Aufgaben zu erfüllen. Er sah wie Shailen das Schwert mit der Scherbe berührte und mit schnellen Handbewegungen feine Linien in die Klinge ritzte. So gut es ging versuchte er die schnellen Bewegungen zu verfolgen, doch es war nur schwer möglich. „Haltet es nun ein letztes Mal in das Feuer, solange bis ich Euch sage, das es reicht. Zieht es nicht vorher raus, gleichwohl was passiert.“ Garwain nickte und hielt es in die Flammen. Es fing wieder sofort an zu glühen und je länger er es im Feuer ließ, um so näher kam das Glühen auf den Griff zu. Immer mehr spürte er die Hitze und hoffte das Shailen etwas sagen würde, doch dem war nicht so. Er stand da und lehnte sich an den Amboss. Die Hitze durchzog nun immer stärker seine Hände und es kam ihm so vor, als wäre sie von dort in seine Brust gesprungen, denn sein Herz wurde ebenso heiß. Fast wie in Trance stand er nur noch da, spürte die Hitze, aber konnte das Schwert nicht loslassen. Plötzlich war jedoch alles um ihn herum kalt und erst jetzt, wo sein Bewusstsein wieder zu ihm zurückkehrte, erkannte er das Shailen mit dem Kühlwasser das Feuer gelöscht hatte. „Willkommen in der Gemeinschaft der Freikrieger.“ War das einzige was er sagte, gab dem Schmied nun sein Geld. Der es zwar nahm, aber noch immer ungläubig auf Garwain schaute, während Shailen nun zu den Pferden ging. Mit einer leicht zitternden Hand, griff Garwain nach der Scheide des Schwertes, schob es hinein, band es sich um und folgte ihm mit schwachen Knien. „Ich denke wir laufen besser eine Weile, so wie Ihr ausschaut, könnt Ihr Euch nicht auf ein Pferd setzten. Außer ich binde Euch darauf fest, aber was die Leute dann denken würden. Wie wäre es, wenn wir in ein gutes Wirtshaus gehen und ein wenig ausruhen?“ Garwain sah Shailen mit einem fast leeren Blick an. „Gut, die Antwort reicht mir. Ich würde mal sagen wir nehmen das dort vorne, macht einen guten Eindruck. Oder, Moment.“ Er sah sich um und fand das was er suchte. Einige Kinder die auf der Straße spielten. Ging auf sie zu und hielt dem größten Jungen von ihnen, ein Goldsäckchen vors Gesicht. „Der gehört Euch, wenn Ihr mir das beste Wirtshaus hier in der Stadt zeigt und mir sagt, wo wir unsere Pferd mehr als gut unterstellen können.“ Der Junge zögerte nicht lange, bedeutete ihm zu folgen und lief zusammen mit den anderen Kindern in eine kleinere Gasse. „Woher wollt Ihr wissen, das sie uns nicht in eine Falle locken?“ „Oh, Ihr seid wieder da, das ist schön. Ich glaube kaum das sie dies tun würden, dazu sehen sie nicht aus und meine Menschenkenntnis reicht sehr weit. Außerdem wissen Kinder meistens wo die besseren Plätze sind als die Erwachsenen, da sie sich in dieser Welt besser zurechtfinden müssen als sie. Ihre Größe und Kraft ist noch nicht ausgebildet und das macht sie verletzlicher, da ist es besser, das Dorf bis in die kleinste Ecke zu kennen. Auch glaube ich, das uns der Junge nicht zu einem Gasthaus führen wird. Wartet es einfach einmal ab und Ihr werdet schon verstehen.“ Sie folgten den Kindern durch viele verwinkelte Gassen und schon bald glaubte Garwain das er den Rückweg nicht wieder finden könnte, doch in dem ernsten Blick von Shailen, musste er erkennen das dies nicht die geringste Sorge sein sollte. Von Mal zu Mal wurde die Stadt weniger dichter und man erkannte, das man den Randbezirken immer näher kam und somit auch der Stadtgrenze. Noch immer liefen die Kinder und es schaute so aus, als würden sie aus der Stadt wollen. So war es auch, sie hatten die beiden Krieger aus der Stadt geführt und das viel schneller als sie hinein gekommen waren. Die Kinder führten sie bis zu einem größerem Bauernhaus, aus der gerade ein Mann mit einem Getreidesack schwer bepackt kam. „Junge, habe ich dir nicht gesagt, das du deiner Mutter im Haus helfen sollst und Ihr anderen, solltet auch lieber euren Eltern helfen. Die Arbeit tut sich ja nicht von selbst und irgendwie müssen wir ja alle an Geld kommen, um nicht zu hungern.“ Der größere Junge blieb eingeschüchtert stehen, spürte jedoch wie Shailen im aufmunternd die Hand auf die Schulter legte. „Ich glaube Ihr tut Eurem Jungen und den Kindern Unrecht. Ich bat Ihn und seine Freunde, mir das beste Gasthaus der Stadt zu zeigen und wo wir unsere Pferde sehr gut unterstellen können. Er führte uns hierher, zu diesem Haus und wenn mein Wissen mich nicht im Stich gelassen hat, so tut Kindermund, Wahrheit kund. Außerdem, glaube ich, das ein Sack Gold immer eine gute Entschuldigung ist.“ „Der Mann ließ den Getreidesack auf den Boden gleiten und kam auf sie zu. „Aber hoher Herr, wir können Ihnen nicht viel bieten. Unser Essen ist das von Bauern und Eurer nicht würdig. Wir haben keinen Gasthausbetrieb, nur einen Bauernhof mit Vieh, Getreide und wenigem mehr. Ich glaube nicht das ich Euch bieten kann, was Euch gerecht wird.“ „Oh doch, glaubt mir, das könnt Ihr. Dort ist eine kleine Wiese, wenn Ihr nichts dagegen habt, lassen wir unsere Pferde dort stehen und einen Brunnen habt Ihr ja. Essen haben wir notfalls auch selbst, wir bräuchten nur einen Ruheplatz. Zumindest mein Begleiter, denn er hatte einen sehr schweren Tagesbeginn.“ Der Bauer schien zu überlegen, denn das Gold war sehr verlockend und er wusste das sie es alle gut gebrauchen könnten. Ihre Gemeinschaft brauchte es und bei der letzten Ratsversammlung hatten sie überlegt wie sie zu Gold kommen könnten. Nun war eine Gelegenheit da und die konnte er nicht ausschlagen. „Nun gut, ich werde sehen was sich machen lässt. Meine Frau wird nicht gerade begeistert sein, noch zwei Münder mehr zu füllen, da die Hausarbeit schon schwer genug und hier draußen auch viel zu tun ist, aber ich denke das sie sich damit abfinden wird.“ „Oh, wenn es nur das ist, werde ich gerne zur Hand gehen und mein Begleiter vielleicht auch, wenn er wieder bei Kräften ist.“ Der Mann blickte Garwain mit einem halb lächelndem Ausdruck an. „Ich glaube Euer Begleiter braucht einiges an Ruhe, so wie er ausschaut. Nun gut. Versorgen wir zuerst die Pferde und dann folgt mir, damit ich Euch meiner Frau vorstellen kann. In der Hoffnung, das ich den morgigen Tag noch erlebe.“ „Das werdet Ihr. Notfalls könnt Ihr Euch hinter mich stellen, ich halte einiges aus.“ Shailen ließ ein gemütliches Grinsen über sein Gesicht huschen. „Herr, Ihr gefallt mir.“ Kam es von dem Bauern, der nun voran ging. „Das was dir wiederfahren ist, hört sich reichlich verrückt an. Wäre da nicht das Schwert, könnte man glauben das dir dies nicht wirklich geschehen ist. Ich habe so das Gefühl, das wir in etwas reingeraten sind, was nicht mehr wirklich mit unserem Auftrag zu tun hat. Oder Lord Nathan hatte das Kleinod nur als Vorwand benutzt, damit niemand von der Wahrheit erfährt, besonders nicht der, der uns bedroht. Ich möchte zu gerne wissen was es wirklich war, aber es war bei Garwain und das in seiner Tasche.“ „Und die habe ich mit ihm begraben. Wäre es mir damals bewusst gewesen, hätte ich es mit Sicherheit an mich genommen.“ „Nein Varia, Ihr konntet nicht ahnen was in der Tasche war und Ihr seid kein Seher. Es bringt uns jetzt nicht weiter. Ich finde wir sollten jetzt herausfinden was hier geschehen ist. Die Sonne steht schon hoch genug und es wäre besser, wenn wir genug wissen um uns zu schützen und dann diesen Ort so schnell wie möglich verlassen. Selany, ich glaube wir werden bald sehen, wie sich dein neues Schwert behauptet. Falls dass, was das Dorf heimgesucht hat, noch da ist.“ Rashya wusste das alles im Grunde aus den Fugen geraten war. Nichts hatte mehr mit ihrem Auftrag gemein und auch die Gefahr war gewachsen. Lord Nathan hatte nicht ahnen können, wie gefährlich die Welt hier draußen schon geworden war. Doch würde nichts mehr helfen, sie mussten dies jetzt durchstehen oder ohne Widerstand Ihr Leben aufgeben. Sie packten das was sie hatten und für wichtig hielten ein und verließen Ihr Zimmer. Das Gasthaus war völlig verlassen, so als hätte es hier nie Leben gegeben.. Was war bloß geschehen? „Ob es diese Bestie war Rashya?“ „Es wäre nicht auszuschließen Selany. Aber warum sollte sie gerade uns folgen?“ „Vielleicht wegen dem Kristall.“ „Leise, da draußen bewegt sich etwas.“ Varia, die vorsichtig zur Gasthaustür hinausgeschaut hatte, winkte die beiden zu sich. Und wirklich, draußen bewegte sich etwas, doch sie konnten nicht erkennen was es war. „Die Pferde stehen neben dem Schmiedehaus und so wie es ausschaut, ist dort alles beim alten. Gestern war dem jedenfalls so, als ich mein Pferd dort unterstellte bevor ich zu Euch kam. Mit etwas Glück erreichen wir den Stall unbemerkt. Das was da auf der Straße war, ist auf die andere Seite des Dorfes gelaufen. Wenn wir uns lange genug in der Deckung bewegen und dann zum Schmied rennen, können wir es schaffen.“ „Es ist gewagt Varia, das wisst Ihr.“ „Ja. Aber was bleiben uns für Möglichkeiten. Wenn es diese Bestie ist, haben wir mit Sicherheit keine Chance, wenn wir hier bleiben.“ „Na gut, wir werden es wagen. Aber falls es die Bestie ist und am Ende einen von uns erwischt, laufen die anderen weiter. Es wird keinem etwas nutzen, wenn wir unser Leben in diesem Moment aufs Spiel setzten. Im Grunde können wir dann nur hoffen, dass das Opfer nicht umsonst war.“ Varia und Selany nickten, wenn auch das Nicken von Selany etwas zögerlich war. Mit größter Vorsicht verließen sie das Gasthaus und bewegten sich die Straße entlang. Varia ging mit gezogenem Schwert voran, während Selany das Schlusslicht bildete. Als sie gegenüber der Schmiede waren, sah sich Varia nach den beiden anderen um und erschrak. „Wo ist Selany?“ Rashya drehte sich nun ebenfalls um und wirklich Selany war fort. Ihr war ungut zumute, weil sie nicht wirklich wusste was auf sie wartete und sie Rashya und Varia allein gelassen hatte. Doch etwas war Ihr zu ungewöhnlich an dem was sich hier bewegt hatte gewesen. Das war keine Bestie, die sie gesehen hatten, so glaubte sie jedenfalls. Sie musste herausfinden was es wirklich war. Ihr neues Schwert lag in Ihrer Hand und sie spürte das es auf einen Kampf vorbereitet war. Sie kam an die Stelle wo es verschwunden war und sah vorsichtig um die Ecke. Zu Ihrem erstaunen stand dort eine Frau, die ein Schwert in Ihre Richtung streckte. Selany sah jedoch, wie sie dieses Schwert in den Händen hielt und wusste das diese Frau damit nicht umgehen konnte. „Habt keine Angst. Ich will Euch nichts tun.“ Die Augen der Frau weiteten sich und Selany verstand das nicht sie gemeint war. Hinter Ihr hörte sie einen mächtigen Schritt und als sie sich umsah, erschrak auch sie. Einen beunruhigendes Gefühl überkam Ihn, doch wusste er nicht warum. Er stand auf, nahm sein Schwert und ging aus dem Haus. „Oh, geht es Euch schon besser?“ „Ein wenig. Wie lange habe ich geschlafen?“ „Wenn ich richtig liege zwei Stunden.“ Garwain setzte sich auf die Holzbank und sah zu was sein neuer Freund tat. Shailen kämpfte gegen einen Sack den er aufgehangen hatte mit einem langen reich verziertem Stab, der mit einem großen Edelstein geschmückt war. Seine Schwerter steckten neben der Bank, auf der Garwain saß im Boden. „Was ist, warum schaut ihr so verwundert?“ „Ich dachte Eure Waffen wären die Schwerter. Ich glaube nicht, das ein Gegner mit einem Schwert Euren Stab fürchten wird.“ Ein Lächeln glitt über Shailen´s Gesicht. „So sind nun Mal die gewöhnlichen Menschen, die nicht das sehen was hinter der Wirklichkeit steckt. Würdet ihr mich angreifen?“ „Ich wäre mir im ersten Moment nicht sicher, vor allem weil ich Euch noch nie habe kämpfen sehen.“ „So hatte ich das eigentlich nicht gemeint. Ich wollte mit Euch ein wenig üben und zeigen, wie gefährlich dieser Stab sein kann. Auch wenn Ihr mit dem Schwert kämpft.“ Garwain sah Ihn verwundert an. „Was ist? Seid Ihr noch zu schwach oder ist es Angst? Ich beiße nicht und es ist Übung. Übung die Ihr nötig habt, nachdem was Euch widerfahren ist.“ Er hatte recht, das wusste Garwain. Ohne Übung wäre er leichte Beute für jemanden der kämpfen konnte. Außerdem hatte er vorhin wieder Shailen´s Suppe kosten dürfen, die auch der Bauersfrau sehr mundete und gleich das Rezept wollte. Sie gab einem wahrlich mehr Kraft und ließ den Geist ruhiger werden. Shailen sagte das dies an den Kräutern lag, die Er dafür nahm und das sie mit einem Kristalllöffel umgerührt wurden, wovon es zwei in seiner Satteltasche gegeben hatte. Garwain erhob sich, zog sein Schwert aus der Scheide und ging auf Shailen zu. „Gute Entscheidung.“ „Ich mache das nur, weil ich wieder etwas von Eurer Suppe möchte.“ „Wie Ihr wollt.“ Er grinste und kurz darauf folgte sein erster Angriff, der Garwain wahrlich überraschte. Nicht nur weil es so schnell ging, sondern auch welche Wucht dahinter steckte. Sie steigerten sich in einen schnellen und geschmeidigen Kampf, dem jedoch auch viel Kraft inne wohnte. Parade, Finte, zustechen, Schlag. Immer und immer wieder, ein wahres hin und her entstand. Garwain bemerkte im Augenwinkel das sie Zuschauer bekommen hatten, denn solch einen Kampf gab es bestimmt nicht sehr oft. Es verwunderte Ihn sehr, das der Stab von Shailen seine starken Schwerthiebe aushielt ohne zu zerbrechen. Plötzlich jedoch war Schluss. Sein Schwert flog durch die Luft und der Stab war neben seinem Hals zum stehen gekommen. „Ihr habt Glück gehabt.“ „Warum habe ich Glück gehabt. Ihr habt mich besiegt. Warum nennt Ihr das Glück?“ „Zum einen, weil ich kein richtiger Gegner bin, also Euch nicht töten will. Und zum anderen wegen diesem hier.“ Die Bewegungen waren sehr schnell und Garwain konnte nur erahnen was geschehen war. Der Sack den Shailen aufgehangen hatte, lag innerhalb eines Wimpernschlages auf dem Boden, nachdem der Stab sein Seil berührt hatte. Aber nicht durch die Wucht des Aufpralls, sondern durch das was Garwain erst jetzt sah. An dem Stab war eine ausklappbare Klinge, die Ihn regelrecht zu einer Sense machte und jeden Gegner überraschen würde. „Jetzt verstehe ich. Ihr steckt voller Geheimnisse, wisst Ihr das.“ „Ja. Es ist wichtig in meinem Metier immer einen kleinen Vorteil auf der Hinterhand zu haben. Sonst hätte ich schon einige Schlachten verloren.“ „Und wäret nicht mehr am leben.“ „Oh, das bezweifle ich stark. Es gibt Dinge die manche Menschen nicht begreifen oder wissen. Zum Beispiel mein Sensenstab. Es gibt nur drei von ihnen, einer gehört wie Ihr seht mir und ein Anderer gehört einem Wesen, vor dem sich alle sterblichen fürchten.“ Garwain sah ihn etwas fragend an, er glaubte aber zu ahnen, wer der Andere war. “Und wem gehört der Dritte?” Doch Shailen ließ es auf sich beruhen, nahm seine Sachen und ging zu den Pferden, um sie zu versorgen. Selany stand wie gebannt vor dieser Kreatur, die sie bedroht hatte. Doch es war alles so schnell gegangen. Noch immer steckte das Schwert in seiner Brust und Selany spürte wie es dieses Wesen von innen her verzehrte. Der Blick dieses Wesens war schon vorher kalt gewesen, doch jetzt war es noch schlimmer und wurde von einer gewaltigen Leere unterstrichen. Noch immer konnte sie nicht fassen was geschehen war, aber Ihr wurde bewusst das es nicht anders hätte kommen können. Noch immer schwirrten Ihr die Worte durch den Kopf. „Geht vorsichtig damit um, ein Krosar Centra ist sehr Machtvoll und hat seinen eigenen Willen“ Das wurde Selany bewusst, als sie sich vor wenigen Momenten umgedreht, das Wesen erkannt hatte und das Schwert seinen Willen kund tat. Es stach durch es hindurch, ohne das sie überhaupt daran gedacht hatte und durchbohrte seine Brust, als wäre dort nichts. Ihr Körper zitterte leicht, doch wusste sie nicht wodurch am schlimmsten. Durch die Angst vor dem Wesen? Sein Gewicht, das nun zum Teil auf Ihr lastete? Oder war es das Schwert, was Ihr nun Unbehagen machte? Sie konnte es nicht definieren. Vorsichtig setzte sie ein Fuß gegen das Wesen, stemmte sich dagegen und zog Ihr Schwert. Mit einem dumpfen Aufschlag landete der leblose Körper rücklings auf dem Boden. Sie spürte wie Ihre Knie nachgaben und stemmte sich mit Verzweiflung auf das Schwert, um nicht auch noch zu Boden zu stürzen. Noch nie hatte sie etwas getötet, aber schon lange hatte Rashya sie darauf vorbereitet. Doch konnte Ihre Lehrmeisterin sie nie auf diese Wirklichkeit vorbereiten. Sie hörte Schritte und erkannte das es Varia und Rashya sein mussten. Wenige Momente später kamen sie um die Ecke und sahen des tote Wesen auf dem Boden liegen. Varia ging darauf zu und sah sich die Wunde von dem Schwert an. „Das Fleisch ist regelrecht zurückgewichen, so als wollte es das Metall nicht berühren.“ Rashya sah Ihre Schülerin an. Selany´s Kräfte gaben nun entgültig nach und sie sackte in sich zusammen. Es wurde dunkel um sie herum und es war so, als würde die Welt um sie herum verschwinden. Fortsetzung folgt????
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