Die Wahrheit kommt ans Licht

Donnerwellenzyklus Teil 3

by

Shailen Nohrein©

Viele Geschichten erzählen über den Untergang von Atlantis. Sie berichten von einer gewaltigen Naturkatastrophe, von Gotteszorn, oder von einem Fehler der Menschen. Was aber wenn diese Kultur uns Milliarden von Jahren technisch über war und ihre Heimat absichtlich im Meer versenkt haben. Was ist, wenn sie nicht von unserer Welt stammen, sondern von einer untergegangenen und nun nach einer neuen Heimat, aber auch neuen Verbündeten suchen? Um an unserer Seite gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen und uns die Tore zum Universum öffnen. Was wäre, wenn wir erkennen würden, welches Schicksal uns erwartet, wenn wir sehen wer dieses Volk führt? Auf das die Wellen sich teilen mögen und die Wahrheit über Atlantis und seiner Geheimnisse ans Licht kommen.

Was ist wenn sie keine Menschen und keine Ausserirdischen in unserem Sinne sind?

Was ist dann noch Wahrheit und was nicht?

Wir werden es sehen wenn sich die Sonne verdunkelt und der Kontinent Atlantis wieder auftaucht.

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Prolog / 1 & 23 & 45 & 67 & 89 & Epilog

Donnerwelle

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Prolog & Kapitel 1 / 2

Schmerzlich süsse Erinnerungen. / Verwirrende Ereignisse.

Tage vergehen, so wie es Welten, Völker und Kulturen tun. Es schmerzt mich heute immer noch sehr an das zu denken, was vor langer Zeit angefangen hat und heute hoffentlich bald endet. Ich bin Drokar, erster des Torneka Clans und Führer des vereinten Dorscharnischen Volkes. Mein Alter ist mehr als sechshundertneunundzwanzig Billiarden Jahre, lange genug um zu wissen was leben und sterben bedeutet. Auch wenn ich den Tod nicht fürchten muss, so bin auch ich viele Male gestorben, als ich etwas verlor. Mein Alter ist nicht das einzige was mich von anderen Wesen unterscheidet, auch mein Aussehen tut dieses. Geboren am Berg Sarrahgosar auf dem Planeten Dorschar, geschlüpft aus einem kleinen Ei. Das Ei einer Krosar´Tanreh Mutter, die nicht ahnte welches Schicksal auf eines ihrer Kinder wartete. Ein Schicksal dass das ganze Universum verändern würde, eine Seele die auszog die Dunkelheit zu vernichten. Noch heute denke ich an den Tag zurück an dem alles begann. Ein gewaltiger Komet schlug in den Berg ein und veränderte alles in meinem und in dem Leben aller Wesen, die es gab und auch geben würde.

Die Vision liess mich hochfahren und ich weckte dadurch ohne Absicht meine Frau Kasjupaija aus dem Schlaf. >> Drokar, was ist los mit dir? Hast du schon auf die Uhr geschaut und Alarm gibt es auch keinen? << Sie sah mir in die Augen und erkannte das blanke Entsetzen in ihnen, so das sie erschrak und im Grunde wusste das ich eine Vision gehabt hatte. >> Drokar. Was hast du gesehen? << >> Den Untergang unseres Volkes und das, wenn ich nichts dagegen unternehme. << >> Von was redest du? Wie sollte unser Volk untergehen und vor allem was sollst du unternehmen? << >> Es ist schwer zu erklären Kasju, aber es wird etwas geschehen. Etwas furchtbares, mit uns allen. Keiner wird verschont werden von dem Geist aus den tiefsten Abgründen von Eijakerakeh. << Sie schreckte noch mehr zurück, als ich dies sagte. Eijakerakeh bedeutet so etwas ähnliches wie die Hölle für uns, nur ist dieser Ort noch um einiges schlimmer. Ich weiß es, da ich ihn schon oft gesehen habe, in meinen Träumen.

shJell Are heisst übersetzt aus unserer Sprache Windtänzer, auch waren sie mit meiner Art sehr verbunden. Sie lebten mit uns Krosar´Tanreh in Symbiose, wir schützten sie und sie fanden unsere Nahrung. Wir trauerten mit ihnen, so wie sie es bei uns taten, wenn einer der Ihren oder einer der Unseren sein Leben durch ein Unglück aushauchte. Sie waren auf Dorschar die einzige Pferderasse, da keine andere überleben könnte in unserer Umwelt, besonders nicht die von der Erde. Doch haben sie noch etwas an sich das sie zu Partner fürs Leben macht, so wie meine Art waren auch sie unsterblich. Ich sollte aber erfahren das diese Unsterblichkeit mit etwas sehr wichtigem anderem zusammenhängt, nicht nur mit unserer Symbiose. Auch würde Phönix davon in Mitleidenschaft gezogen und mir zum Teil genommen. Jedoch ahnte ich noch nichts von dem was geschehen würde, auch wenn ich heute mit Sicherheit sagen könnte, das es ein Teil unseres Schicksals war.

Wir waren beide in einem unbeschreiblichem Rausch, der uns immer mehr vereinnahmte und den Schlag unserer Herzen im Gleichklang schlagen liess. In der heutigen Reiterei nennt man dies, ein Wesen sein mit dem Pferd. Für mein Volk und mich war dies etwas alltägliches, denn selbst die Kleinsten wussten wofür ein Sattel zu gebrauchen war. Wir waren und sind so wie die Mongolen, Araber, Native Americans und all die anderen ein wahres Reitervolk, das im Schoss eines Pferdes geboren worden ist und durch die Milch einer Stute stark wurden, so wie ein kraftvoller Leithengst. Es gab keinen der nicht zumindest ein Pferd in seiner Familie hatte, denn unsere Verbundenheit zur Natur war durch sie so stark geblieben und sie waren unser schönster Schatz. Ein umgestürzter Baum, der erst vor kurzem auf den Weg gefallen sein musste, riss mich aus meinen Gedanken hoch. Er war zu hoch um darüber zu springen und wir konnten auch nicht unter ihm hindurch. Zum vorbeireiten würde es zu lange dauern und wir hatten ja noch einiges vor an dem heutigen Tag. Doch ich spürte das Phönix sich nicht aufhalten lassen wollte, von diesem Hindernis. So gab ich ihr die Zügel und in wenigen gewandten Sätzen sprang sie von einem dickem Ast zum nächsten. Einen Augenblick später waren wir auf dem Stamm und konnten weit durch den Wald sehen. Man konnte an Phönix erkennen, das sie einen Weg nach unten suchte. Die shJell Are waren sehr klug, was man oft merkte, wenn man mit ihnen umging. Mit einigen weiteren Sätzen und einem kleinen Rutschen von einem Ast herunter, hatten wir wieder festen Boden unter den Hufen.

Ich setzte mich in den Schatten und beobachte den See, der wie immer einen Anblick bat, der kaum zu übertreffen war. Es war ein sehr großer See, der wenn man ihm umrunden wollte mehr als drei Tagesritte brauchte. In ihm gab es viele farbenprächtige Fische und sogar Süßwasserkorallenriffe. An einigen Stellen stiegen Gase aus dem Wasser, die zwar ungefährlich waren, aber ein beeindruckendes Schauspiel boten. Auch waren an manchen seichten Stellen Geysire, die ihre Fontänen hoch in den Himmel schossen. Sein Wasser war immer warm und man konnte herrlich in ihm schwimmen, ohne zu unterkühlen. Dies lag an einem kleinen Unterwasservulkan, der das Wasser in der Mitte Nachts rot leuchten liess. Dies war die einzige Stelle im See, die besser gemieden werden sollte, da es dort doch ein wenig gefährlich war. Doch kaum einer schaffte es bis dorthin zu schwimmen. Ich hatte es schon einmal getan und spürte seine gewaltige Hitze, einige Eruptionen und auch die Strudel, die dadurch entstanden. Ein paar Wassertropfen fielen mir in den Nacken und als ich mich umdrehte stand Phönix hinter mir. Sie stupste mich sanft mit ihrer Schnauze an und ich wusste, das sie mit mir spielen wollte.

Das Wesen sah in unsere Richtung und war im nächsten Augenblick verschwunden. Es hatte unsere Schritte gespürt, aber auch die Nähe eines wilden Krosar´Tanreh hatte seine Aufmerksamkeit erweckt. Es sprang mit riesigen wilden Sätzen dem Jungen hinterher und hatte es mit einem Prankenhieb erlegt. Ich hörte schon bis hier, das Knacken der Knochen in seinem Maul. Es war ein grosses Männchen und mir war bewusst, das es von unserer Anwesenheit wusste. Doch ich konnte ahnen, das es spürte dass ich zu seiner Art gehörte. Aber auch das Phönix ein shJell Are war, gab uns einen grossen Schutz. Ich sah mich um, denn wo ein Krosar´Tanreh war, musste auch ein wildes shJell Are sein. Leicht erspähte ich es, was Phönix jedoch schon lange getan hatte. Ein wenig hoffte ich, das es ein schöner Hengst war, doch ich wurde enttäuscht. Die sehr junge Stute gesellte sich zu ihrem Jagdpartner und frass in seiner Nähe genüsslich Gras. Phönix brummelte hinter mir leise und spielte mit den Ohren, sie hatte etwas gehört. Neugierig folgte ich ihrem wachsamen erfahrenem Auge und sah den Wenrah, wie er auf die Stute zuschlich. Er würde sie reissen, wenn das Krosar´Tanreh nicht aufpasste. Durch ihre Jugend und Unerfahrenheit hatte die Stute diesen Räuber noch nicht ausgemacht. Ein Wenrah war ein Säbelzahntiger ähnliches Wesen, wenn auch sein Maul eine giftige klebrige Zunge ähnlich wie die von einem Chamäleon enthielt, deren Gift schnell tötete. Durch die Haut hindurch, denn er jagte überwiegend schnelle Beute. Immer näher pirschte er sich heran, bald würde er sie anspringen und seine tödliche Zunge benutzen.

Im Wald leuchteten nun vereinzelte Faustgrosse Lichter auf und ich wusste das die Rowas auf der Suche nach einer Partnerin waren. Als ich wieder mit Phönix unterwegs Nachhause war, leuchteten schon unzählbare Lichter zwischen den Bäumen. Es gab Nächte, da war der Wald durch die Rowas hell erleuchtet und man konnte ohne eigenes Licht durch ihn hindurchwandern, selbst wenn die Monde nicht zu sehen waren. Zwischen zwei Bäumen entdeckte ich das Netz einer Nirtar, was bis in die Wipfel reichte. Eine Nirtar war eine der fünfhundert Spinnenarten auf unserer Welt und die grösste von ihnen. Sie wurde so gross, das sie in einer ausgewachsenen Katze Beute sehen könnte, das Gift von ihr war stark genug dafür und wirkte schnell. Ich musste so manches Mal zugeben, wenn ich die Erde mit Dorschar verglich, das unsere Welt schon ein wenig Feindselig sein konnte. Für einen Menschen, gäbe es kaum eine Überlebenschance alleine in dieser Natur. Die Städte waren sicher, durch ihre Barrieren und die Patrouillen sorgten für einen ausreichenden Schutz. Wenn auch des öfteren ein wildes Krosar´Tanreh durch die Strassen streifen konnte, doch es konnte nichts schlimmes passieren. Im Gegenteil, hatte sich doch einmal ein Wenrah in eine Stadt verirrt, so liessen wir einen Lockstoff in die Luft strömen, der die Krosar´Tanreh anlockte. Es war einfacher wenn sie den Wenrah erledigten, als das wir ihn erwischen würden.

>> Was ist los Kasju? << Ihr Ausdruck veränderte sich nicht und ich ahnte so langsam das etwas nicht stimmte. >> Wir haben ein grosses Problem. << >> Welcher Art? << Sie wich ein wenig meinem Blick aus, was eigentlich nicht so ihre Art war. >> Einer unserer Erkundungstrupps wurde mit einer neuen Waffe zerstört. Wir wissen nicht so ganz genau was es war und wie es geschehen konnte, aber wir sind schon dabei einige der Schiffe zu bergen. << Ich sah sie an und man konnte das Feuer der Angst in meinen Augen sehen. >> Sind nur die Schiffe betroffen, oder auch die Piloten? << >> Die Schiffe und ebenso die Piloten. Wir wissen nicht was sie getötet hat, ob es eine Strahlung, Energiewaffe oder Biologischer Natur ist. Noch ist es uns ein Rätsel, aber wie gesagt sind wir schon dabei es heraus zu finden. Hetrack wollte das ich es dir noch nicht sage, da er wusste das du zu beschäftigt bist und alle nötige Ruhe brauchst. << Ich hätte ahnen können, das mein guter Freund versuchte alle Sorgen von mir in diesem Moment fern zu halten. Ihm war mehr als bewusst das dass was ich tat mehr als wichtig für unsere Zukunft war. Dennoch war ich froh darüber, das Kasju es mir erzählt hatte, denn nun wusste ich, das die Zeit sehr drängte. Mir war zwar noch nicht bewusst, was die Manluven für eine neue Waffe entwickelt hatten, aber wenn sie schon eine kleine Flotte zerstörte war sie nicht ungefährlich.

Doch die Mühen so sehr an unsere Hoffnungen zu halten sollte sich auszahlen, denn endlich war der Tag da an dem die Scherake geboren werden sollte. Die Membrane welche sie umschloss zerriss und zum Vorschein kam ein Schiff, das ein weiterer Teil zu unserer wahren Bestimmung sein sollte, aber auch ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Sieg und unserem lang ersehnten Frieden. Mit jeder Handbewegung fühlte ich an der Hülle des Schiffes entlang, es war für mich unbeschreiblich. Zum ersten Mal in unserer Geschichte, wurde in dieser Grösse ein Schiff in einem Hangar auf Sarrahgosar geboren. Nie hätte ich zu glauben gewagt, das es so unbeschreiblich sein würde. Vorsichtig setzte ich mich in den Pilotensessel, der nun ein Platz wäre, an dem ich mich in Zukunft öfters befinden würde, das war mir zumindest jetzt schon klar. Mit einigen fliessenden Bewegungen aktivierte ich die Hologramme und sah mir die Schiffskontrollen an. Ich aktivierte die Quantronreaktoren und sah wie die Energieanzeigen innerhalb von Sekunden in den Maximum Bereich schossen. Ruhig legte ich meine Hände auf die beiden Steuerkonsolen und aktivierte die Triebwerke. Es war ein Unbeschreibliches Gefühl, als ich diese enorme Kraft der Scherake zum ersten Mal spürte. Sie war nicht wie unsere anderen Schiffe, denn an ihr war die neueste Technologie und sie war auch so etwas besonderes. Ich deaktivierte die Landestützenfunktion der Segelmasten und nun schwebte dieses eintausendneunhundertfünfundzwanzig Meter lange Schiff in seinem eigenen Hangar, ohne auch nur etwas zu berühren oder gar Turbolenzen auszuüben.

>> Bringen wir es hinter uns. << Ich berührte einige der Hologramme und aktivierte die Abschusssequenz. War die Far´Treh erst einmal abgefeuert, gab es kein Zurück mehr. >> Countdown beginnt. Zehn. Neun. Acht. Sieben. Sechs. Fünf. Vier. Drei. Zwei. Eins. Feuer. << Eine gewaltige Energiekaskade schoss in die Segel und wurde von den Sonnenwinden noch um ein vielfaches verstärkt. Mit einem schillerndem Strahl schoss die Energie auf den Bug und von da aus wurde er direkt mit den ausgefahrenen Linsen zu unserer Sonne geleitet. Mit grösster Sorgfalt überwachte ich alle Daten, die von den Sensoren aufgefangen wurden. Alles war so wie es sein sollte. Auf der Sonne nahmen die Eruptionen langsam zu und mit konsistenter Geschwindigkeit verdichtete sie sich. Es zeigte sich nun auch die dunkelrote Färbung der Sonne, wodurch die Far´Treh ihren Namen hatte. Rote Sonne. Ich wartete darauf, das sie nun eine gewaltige Kaskade aus Sonnenstürmen über unseren Planeten jagen lassen würde, doch dem war nicht so. Sie verdichtete sich immer mehr. >> Etwas stimmt nicht, sie hört nicht auf sich zu verdichten. << Hetrack sah auf meine Hologramme und erkannte schnell, was ich meinte. >> Da läuft was schief. Irgend etwas stimmt da nicht. << Er ging zurück an seinen Platz und überflog die gesamte Feuerprozedur der Far´Treh. >> Die Waffe hat so gefeuert, wie sie es sollte und im Grunde, müsste die Sonne mit einigen Stürmen antworten. << >> Hetrack, das tut sie aber nicht. Sieh hin, sie tut sogar noch etwas anderes. << Ich deutete auf das Hologramm auf dem deutlich zu sehen war, das die Sonne schrumpfte. Die Sensoranzeigen fingen an verrückt zu spielen und sprengten nach kurzer Zeit die Werte, denn die Shee Haen kam mit den Berechnungen nicht mehr hinterher. Mir wurde bewusst, das wir ein grosses Problem hatten und auch das es besser war, noch mehr Abstand zu der Sonne einzunehmen.

Die Jäger drehten wieder ab, doch sie konnten nicht ahnen, was sich an dem heutigen Tage alles ändern sollte. >> Eagle zwei. Sag Mal, wie schnell können Wale schwimmen? << >> Keine Ahnung. Warum fragst du? << >> Na ja, wenn Wale so schnell schwimmen können wie eine F fünfzehn, dann ist der Schatten unter uns im Wasser einer. Wenn aber nicht, dann haben wir unbekannten Kontakt. Ich kenne jedenfalls kein so schnelles U-Boot. << >> Ich sehe es Eagle zwei. Eagle eins an USS Lincoln, wir brauchen einen bestätigten Sonarkontakt bei unseren Koordinaten. << >> Bestätigt Eagle eins. Wir überprüfen den Sonarkontakt. << Man konnte einen dunklen grossen Schatten unterhalb der Wasseroberfläche sehen, der so schnell war wie die Jagdflugzeuge. >> Eagle eins, wir haben keinen Sonarkontakt. Sie müssen sich getäuscht haben. << >> Negativ Lincoln. Im Wasser folgt uns ein großer Schatten, der unsere Geschwindigkeit mithält. Wir können nicht erkennen was es ist, aber für ein U-Boot ist es definitiv zu schnell. << >> Halten sie es für ein unbekanntes Flugobjekt? << >> Das kann ich nicht bestätigen, da wir noch nicht einmal sehen, was es ist. << Sie wollten wissen, was es ist. Nun denn, ihr Glück war auf ihrer Seite. >> Hier Eagle eins, der Schatten hat gerade die Geschwindigkeit erhöht. << Mit einer gewaltigen Fontaine liess ich Phönix aus dem Wasser jagen und in einem gekonnten Looping war ich zwischen den beiden Jagdflugzeugen.

Ein lautes Donnern glitt durch die Luft und liess sie regelrecht vibrieren. Dann geschah das worauf ich gewartet hatte. Die Besatzung der USS Lincoln stand auf dem Deck und ich konnte sehen, das sie ungläubig auf das schauten was dort vor ihnen passierte. Der Ozean teilte sich sanft auf und aus der Tiefe heraus erhoben sich Berge, Täler und dann die Küste. Dort vor ihnen zeigte sich Atlantis nun schon seit vielen Jahrhunderten wieder zum ersten Mal den menschlichen Augen. Seit langer Zeit in der Tiefe war der Kontinent wieder im Strahl der Sonne erschienen und empfing ihre Wärme mit einem lautem Donnern. Der Anblick war wie beim ersten Mal, mehr als berauschend. Das Wasser beruhigte sich und man sah wie Atlantis wieder zum Leben erwachte. Es war wie ein Fest, als die Möwen und andere Vögel unserer Küste wieder auf das offene weite Wasser fliegen konnten. In einiger Entfernung fuhren die ersten Patrouillenboote aus dem Hafen, um unsere Küsten zu sichern. Ich spürte den leichten Wellengang durch Phönix hindurchgleiten, mit der ich noch immer im Wasser war. Die Harpune löste sich und wir verschwanden mit einem lauten Kreischen in den Himmel, auf Sarrahgosar zu.

>> Siril, Post für dich. Ich hoffe du sitzt, wenn du den Absender erkennst. << >> Warum? Ist er von einer besseren Zeitung? << Sie lächelte ihren Chef an, denn sie waren mehr als gut miteinander befreundet. Schon oft wurde sie von seiner Familie zum Essen eingeladen und feierte in ihrem Kreis die besten Artikel. Für sie war seine Familie auch ihre geworden, da sie noch immer alleine in dieser Grossstadt lebte. >> Das wird wahrscheinlich nicht so schnell zutreffen, da ich weiß das es dir hier gefällt. Aber zumindest weiß ich, das du bald eine kleine Reise machen wirst. Ich habe nämlich auch einen Brief von dem selben Absender bekommen und glaub mir, ich war froh das ich sass. << Sie sah ihn ein wenig erstaunt an und nahm ohne zu ahnen was auf sie zukam, den Brief an sich. Sie sah auf den Absender und wirklich, sie war nun froh das sie sass. Dort stand die Adresse von der Regierung Atlantis und ihrem Wappen, daneben war auch das Wappen von Sarrahgosar. Schnell öffnete sie den Brief und zog ein Schreiben, mit einer CD-ROM heraus. Sie las aufmerksam was dort stand und ihre Augen weiteten sich immer mehr, was auch nicht besser wurde, als sie meine Unterschrift sah. >> Ich wurde zu einem Interview nach Atlantis eingeladen, an den Ort Sarrahgosar. Das ist nicht wahr. <<

Siril schaute zu den vier Triebwerken, die direkt in die Tragflächen eingelassen worden waren und so wie es schien liefen sie schon. Man wollte wohl keine Zeit verlieren, was ihr in diesem Moment bewusst wurde. Sie betraten das Flugzeug und Siril kam es nicht anders vor, als bei anderen. Die Innenausstattung war geräumig, aber dennoch dezent. Man merkte kaum, das dieses Flugzeug eine Privatmaschine von mir war. Wobei ich dennoch im Grunde lieber selbst zum Steuer griff und meine eigenen Flugzeuge flog, mit Vorliebe halt meine kleine Phönix. >> Das dort ist ihr Platz. Wir werden in wenigen Minuten starten, sobald auch ihr Gepäck an Bord ist. Am besten schnallen sie sich schon an, denn es dürfte nicht mehr lange dauern. << Siril nickte nur und im gleichen Augenblick war der Pilot schon auf dem Weg zum Cockpit. Sie sah aus dem Fenster über den Flughafen und versuchte einzuschätzen wann sie ihn wohl wiedersehen würde. Im Augenwinkel sah sie wie nun die Gangway gelöst wurde und sich kurze Zeit später die Maschine ruhig in Bewegung setzte. Nun war sie auf dem Weg nach Atlantis und sie konnte noch immer nicht glauben, das dies wahr war. Aber sie versuchte zu überlegen was wohl noch alles auf sie zukommen würde.

Kapitel 3 / 4

Das Interview. / Der erste Angriff.

Wir überfliegen gerade Radenarah. Wenn sie die Atlantanische Hauptstadt einmal aus der Luft sehen möchten, wäre dies eine große Gelegenheit. Wir werden dann so in zirka zehn Minuten in das Sarrahgosar Gebiet einfliegen. Ich denke das es dann noch fünf bis fünfzehn Minuten dauern wird, bis wir landen können. << Siril sah kurz aus dem Fenster. Wenn das Radenarah war, dann übertraf es die grössten Vorstellungen, die sie gehabt hatte. Die meisten Häuser waren an den Hang eines riesigen Berges gebaut, der ihres Wissens nach Raden hiess und der Stadt ihren Namen gab. Fast die Hälfte der Häuser dort, waren unter dem Grün der starken Vegetation nicht zu erkennen. Sie hatte vor dem Flug viel von dem gelesen was ihr von mir als Informationsmaterial geschickt worden war. Daraus erfuhr sie, das es dem Dorscharnischen Volk überaus wichtig war, im Einklang mit der Natur zu leben, was ihnen auch so wie es schien gelang. Einzig die grossen Firmengelände, der Hafen und der Flugplatz waren leicht zu entdecken, auch wenn es sich alles im grossen und ganzen unterschied. Auf dem Flugplatz waren keine Lande- und Startpisten, sondern nur kleinere Flächen für die Flieger der Dorscharnischen Flotte, die alle Senkrechtstarter waren. Selbst die Passagiermaschinen.

Doch plötzlich veränderte sich die Landschaft, so als hätte jemand ein anderes Stück eingefügt. Die Bäume hier waren riesig und der Boden kaum zu sehen. >> Wir sind soeben in das Sarrahgosar Gebiet eingeflogen. Man erkennt es daran, das nur hier diese alten riesigen Bäume wachsen, was an dem Berg und seinen Mineralien liegt. Nirgends sonst sind die Bäume so hoch. << Siril drehte sich um zu der Stimme und musste erkennen, das dieser Sir Hetrack hinter ihr stand und an ihr vorbei durch das Fenster schaute. >> Ich war nun schon öfters als jeder andere in Sarrahgosar und dennoch ist es jedes Mal ein unbeschreiblicher Augenblick, wenn man diese Landschaft sieht. Es ist so gross wie euer Island und besteht zum grossen Teilen aus Wald und Graslandschaften. Wobei seine Grenzen durch die Bäume angezeigt werden, den Unterschied sieht man sogar aus dem All. Wenn ihr Zeit habt, müsst ihr unbedingt den grossen See besuchen und dann zum Wasserfall, es sind die Lieblingsplätze von Drokar. Oh, verzeiht. Ich habe mich nicht vorgestellt. Mein Name ist Hetrack, Oberkommandant der Dorscharnischen Flotte und rechte Hand von Drokar selbst. Sie müssen die berühmte Reporterin sein, die uns einen Besuch abstattet. Drokar hat schon reichlich von ihnen erzählt und schätzt ihre Objektivität. << Er reichte Siril die Hand hin, die zwar ein wenig zögerlich, aber dennoch dieses Angebot wahr nahm. Seine Händedruck war mehr als sanft, was sie überraschte bei seinem muskulösem Körperbau.

Sie wusste, dass das Dorscharnische Volk technisch weit voraus war, aber das sie in eine Aufenthaltshalle von einem kleinen Flugplatz kommen würde, die in einem barocken Stil gehalten war, das verblüffte sie sehr. Doch ihr Erstaunen wurde nicht gemindert, als sie vor dem Ausgang kein Auto, sondern eine Kutsche vorfand. >> Willkommen auf Atlantis. Ich soll sie zum Haus von Drokar bringen, er erwartet sie dort. << >> Als ich das was mir ihre Regierung über ihr Land geschickt hat, gelesen hatte, dachte ich eigentlich das auch die Fahrzeuge sehr weit fortgeschritten sind. Ein Kutsche hatte ich nicht erwartet. << >> Das war der Einfall von Drokar selbst, damit sie mehr von der Landschaft mitbekommen und auch ein wenig von unserer Lebensart. Sie werden mehr Kutschen und Reiter sehen, als Autos. Besonders hier im Sarrahgosar Gebiet, wo Autos eine besondere Genehmigung benötigen. Einzig Cihetywalker und Zealormechs dürfen sich uneingeschränkt auf dem Gelände fortbewegen. Ebenso Fahrzeuge der Stallung. Aber ich denke das Drokar ihnen noch einiges in dieser Richtung erzählen wird. Er kennt das Gebiet besser als jeder andere von uns, es ist schliesslich schon seit langer Zeit seine Heimat. << Mit etwas gemischten Gefühlen, nahm sie die Hand an, die ihr zum einsteigen gereicht wurde. Die Kutsche war eine dieser hochrädrigen originalen Friesensjees und wurde getreu von zwei, der Tradition angeschirrten prächtigen schwarzen Friesen gezogen. Siril waren sofort die vielen Einhörner auf dem Sjees aufgefallen und auch weniger den Traditionen in Friesland die zwei Einhornmasken auf den Köpfen der Friesen. Die zwei silberschwarzen Hörner blitzten im Zwielicht der Bäume von Zeit zu Zeit auf. Sie ahnte das unser Volk ein wenig Mythologisch interessiert war. Wie sehr, das konnte sie noch nicht wissen. Der Kutscher stieg neben sie, fuhr an und langsam begann sich die Landschaft an ihnen vorbeizubewegen. Die Luft war warm und dennoch spürte man eine leichte Frische, die von dem zarten Südwind unterstrichen wurde. In seinem Hauch roch sie den Duft des Waldes, aber auch der grossen Weiden, die sie in einiger Entfernung erspähen konnte. Es war unbeschreiblich für sie, wie die Eindrücke dieser Landschaft nur so auf sie einwirkten.

Als sie näher kamen, erkannte sie das es wirklich so war. Es war zwei mehr als große Säulen auf denen sich zwei geflügelte Einhörner gegenüberstanden und steigend, mit beiden Flügeln den Weg hoch oben überspannten. Doch eines verwirrte Siril, es waren nur diese beiden Säulen da, kein Tor und noch nicht einmal eine Mauer war zu sehen, die das Grundstück abgrenzten. Aber dennoch erkannte man, den Unterschied. Sie sah wie sich eine unsichtbare Linie durch die Vegetation zog und den Wald von dem wunderschönen Gartengrundstück des Hauses trennte. Sie sah viele bunte Blumen unter denen sich Rosen, Tulpen, Flieder und viele andere befanden, sogar einige Orchideen konnte sie entdecken. Vereinzelt standen Statuen von Pferden, Einhörnern, Pegasus und geflügelten Einhörnern in verschiedenen Formen, und Grössen zwischen Blumeninseln oder frei auf einer Grasfläche. Sie konnte kaum den Blick abwenden von dieser Pracht, doch sie wollte das Haus ebenso von aussen sehen. Es war ein sehr grosses Haus, im Baustil einer spanischen Hazienda und es lag wie sie merkte sehr hoch. Ihr war aufgefallen, das sie den Berg hinauffuhren, doch erst jetzt merkte sie, das sie über den Wald und auch auf die Stallungen schauen konnte. Die Bäume waren hier nicht so gross, wie die weiter weg und liessen einen freien Blick zu. Aber auch, das hier und da einige Weiden oder kleine und große Gebäude standen, taten ihren Dienst dazu. Sie mochte es sich nicht ausmalen, welchen Blick man von einem der Balkone des Hauses hatte.

>> Und sie wurden nie erkannt? << >> Wohl kaum, denn mir ist es gegeben, das ich eine andere Gestalt annehmen kann. Ich kann ihnen jedes Lebewesen oder jede Pflanze nachempfinden, bis auf das kleinste Molekül. Unsere Art hat eine Möglichkeit des Tarnens während ihrer langen Evolution entwickelt, die es uns ermöglicht, wie ein Chamäleon mit der Umgebung zu verschmelzen und so bei der Jagd noch erfolgreicher zu sein. Bei unserer Generation ist diese Entwicklung soweit, das wir eine Schildkrötenähnliche Gestalt annehmen können. Wobei es bei mir viel weiter ist und ich jedweden Körper gestalten kann. << >> Aber ihre wahre Gestalt zeigen sie selten? << >> Ja, denn wenn man zum ersten Mal einem Krosar´Tanreh gegenübersteht und nicht weiß, das sie im Grunde eine friedliche Art sind, würden die meisten Menschen, die Beine in die Hand nehmen. Unsere Körper sind für die Jagd perfektioniert und man sieht das sehr gut. Vielleicht kann ich es ihnen Mal in der nächsten Zeit zeigen, das wir ausgezeichnete Jäger sind. Sie müssen sich ein Wesen auf der Jagd vorstellen, das doppelt so schnell sein kann wie ein Wanderfalke, das ähnliche Aussehen einer Schildkröte hat, Krallen und Gift bewehrte Pranken besitzt, ebenso vier Giftzähne wie eine Schlange, ein Maul mit Schwertscharfen Hornscheiden, zwanzig Mal stärker als ein Blauwahl ist, einem Affen noch etwas vorturnt, sich unsichtbarer als ein Chamäleon an die Umgebung anpassen kann und zwei bis drei Meter hoch ist. << >> Ein Jäger, dem man im Grunde nicht entkommen kann, ausser man ist ein Vogel. << >> Irrtum, wir können Vergleichsweise so gut springen, wie eine Salticidae oder einfach ausgedrückt Springspinne. Wenn sie in der Proportion so springen könnten, wäre ein Footballplatz ein leichtes Hindernis für sie. <<

Wir hörten ein Wiehern, bevor Siril weiterfragen konnte. Kalif kam wieder zurück und das nicht alleine. Er trieb eine wunderschöne Apfelschimmelstute vor sich her und ich sah, wie sich die Augen von Siril weiteten. Ruge war eine erhabene Stute und bei jedem Schritt glänzte alles an ihr. Ihre langen Mähnenhaare flogen bei dem wildem Galopp in die Höhe und man konnte durch ihren hocherhobenen Schweif, das arabische Blut nicht übersehen. >> Das ist Ruge, eine der besten Zuchtstuten auf dem Gestüt und auch ein exzellentes Reitpferd. Sie beherrscht Western und Dressur mit einem hohem Niveau. Selbst ein Spitzenpferd aus dem Profisport würde nicht gegen sie ankommen. Das Mädchen ist über neunhundert Jahre Alt und dadurch, das alle bei uns nicht altern, ist sie so topfit, wie eine zehnjährige. Ich habe sie selbst ausgebildet und ich denke sie wird sich in den nächsten Wochen unter ihrer Pflege sehr wohl fühlen. << Siril sah mich etwas entgeistert an. >> Ich soll mich um dieses Pferd kümmern? << >> Ja. Hatte ich das etwa zu undeutlich gesagt? << >> Nein, aber. << >> Keine Widerrede. Ich habe ihnen schon einmal gesagt, das sie uns nur richtig kennen, wenn sie auch ein wenig so leben wie wir. Ihr Artikel soll doch mehr als gut werden, oder? << Dem konnte sie nicht widersprechen, denn sie wusste das ich Recht hatte. Sie musste sich ihrem Schicksal fügen, wenn sie jetzt nämlich aufgeben würde, verlor sie ihre Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Lesern und ihre Zeitung wäre nicht sehr erbaut darüber. Kalif trieb sie zu uns und ich pfiff damit er nun von ihr abliess, da sie verstanden hatte was wir wollten. Ihr sanfter Schritt führte sie nun zu uns und man sah ihren Blick neugierig auf Siril gerichtet, da sie für Ruge eine Fremde war. Aber ich kannte Ruge und ihre Vorlieben sehr gut. Sie schmiegte ihre Nüstern an meinen Arm, doch ich schob sie sanft zu Siril. >> Das dort ist deine neue Anlaufstelle zum schmusen. Siril wird für dich in der nächsten Zeit sorgen und ich denke das macht sie gerne. Oder irre ich mich da? << Ich sah den leichten vorwurfsvollen Blick in den Augen der Reporterin, aber ihr war klar, das sie schon verloren hatte.

Eine weitere Bewegung über das Hologramm und in der Halle ertönte Musik, so wie sie in der Hofreitschule Wien erklang. Mit ruhiger Zügelführung ritt ich los und wusste das Kalif viel Spass daran hatte, denn die Hohe Schule lag ihm am meisten. Ich musste so manches Mal zugeben, das da doch ein wenig Eitelkeit in ihm stecken musste. Piaffe, Passage, Traversalen, Pirouetten und vieles mehr liess ich Kalif zeigen. Doch ich wollte mir die schwersten Figuren bis zum Schluss aufheben, denn sie waren immer der krönende Abschluss. Im Augenwinkel erkannte ich das Siril mir aufmerksam folgte und ich konnte mir denken das sie die meisten Figuren schon aus der Dressur kannte. Kalif liess seiner Freude freien Lauf und seine Bewegungen wurden fliessender als manches Dressurpferd es je könnte. Ich ritt auf die Pilare zu, hielt einige Meter vor ihnen an und liess ihn eine Levade machen. Wir ritten weiter auf die Pilare zu und durchquerten sie in der Courbette. Einige Meter hinter den Pilare parierte ich Kalif zur Piaffe, liess ihn in die Pesade gehen, abspringen und in der Luft mit den Hinterbeinen ausschlagen. Ich spürte seine unglaubliche Kraft wie so viele Male auch, wenn wir die Kapriole vollführten. Er setzte ruhig mit allen vier Beinen zur gleichen Zeit auf und sanft liess ich ihn in den Schritt gleiten, damit er abkühlen konnte. Sein Fell glänzte vor Schweiss, aber in seinen Augen erkannte ich das er viel Spass dabei gehabt hatte.

Langsam öffnete ich die Augen und sah auf, mich blickten zwei unschuldige Hengstaugen an. Er kam ganz nah mit seiner sanften Nase und schubberte sie an meinem Gesicht. >> Ist ja gut, ich weiß was du willst. Diese Eigenart hast du von Phönix, das weiß ich, auch wenn es keiner von euch zugibt. Was bin ich froh, das du nur ihre Eigenarten nachmachst und nicht die aller deiner Stuten. Wenn das so wäre, hätte ich große Probleme. In deine Box könnte ich dich dann ja nicht sperren, die bekommst du ja sogar auf, wenn ich einen Panzer vor die Tür stellen würde. Selbst ein Ozeanriese würde nicht reichen. Du würdest wohl eher hindurch marschieren und nebenbei in der Schiffsküche, die Früchteteller leeren. << Siril lachte auf, bei diesem Gedanken. Wir sahen beide hin, doch dann waren wir diejenigen die hätten lachen können. Denn urplötzlich fiel vom Himmel ein Strandtuch und ein passender Badeanzug für Frauen auf ihren hübschen Kopf. Ich sah vergnügt nach oben, wo gerade der leise sirrende Steranktoskopter wieder auf dem Weg zum Hangar war. >> Sie können sich da hinter dem Busch umziehen, dort kann sie keiner sehen. << Sie schaute mich ein wenig vorwurfsvoll an, aber wusste welche Ansprache kommen würde, wenn sie sich weigerte. >> Sie können nicht über uns schreiben, wenn sie nicht unser Leben miterlebt haben. << Wie Recht sie damit hatte, war ihr mehr als klar, denn mir lagen die Worte schon auf der Zunge. Nur jetzt schluckte ich sie runter, da sie nicht benötigt wurden. Ich legte mich in den Sattel zurück und sah in den Himmel. Kalif sah mich prustend an. >> Wenn sie fertig ist, können wir spielen. << Er schnaubte nur und war dann mit einemmal über mir verschwunden. Ich hörte plötzlich einen wütenden Aufschrei und er kam mit dem Strandtuch über dem Kopf zurück. >> Wie oft habe ich dir schon gesagt, das es Momente gibt, wo man weibliche Wesen nicht stören soll. << Sagte ich ihm vorwurfsvoll, aber mit einem spassigem Unterton. >> Hat es sich wenigstens gelohnt? << Sein belustigtes Schnauben, war schon Antwort genug für mich. Ich lachte laut auf und sah wie Siril ein wenig mit errötetem Kopf auf ihn zuging und das Strandtuch von seinem Kopf nahm. Aber sanfter als ich erwartet hatte. >> Wenn du nicht so ein hübscher Hengst wärst und deine Stuten dich nicht so lieben würden, dann hätte ich dir jetzt einen Termin bei einem Tierarzt gemacht. Du hast riesiges Glück. << Wieder lachte ich laut los, als ich sah das Kalif diesen Wink verstanden hatte und den Schweif zwischen die Beine klemmte. >> Tja, fensterln sollte man als Hengst lieber nicht. << >> Von irgend jemanden muss er es wohl aber haben. << Das hatte gesessen. >> Da muss ich sie aber leider enttäuschen, ich bin glücklich verheiratet. Er hat so manches Mal Eigenarten an sich, von denen selbst ich nicht weiß woher er sie hat. Aber meinem Wissen nach, war sein Vater ein wahrer Charmeur gewesen. Angeblich hatte er sogar ein oder gar drei Frauen zur Herde geholt und geschafft zu seinesgleichen zu machen. Ob das wahr ist, habe selbst ich nicht erfahren können. Aber vielleicht ist etwas dran und hat auf meinen lieben kleinen hier abgefärbt. Aber sehen sie sich geschmeichelt, er schaut nicht hinter allem her. Auch bei den Stuten ist er äusserst wählerisch. <<

>> Was ist los Kasju? << Ich sah deutlich das es ihr schwer fiel dies auszusprechen, was ihr auf dem Herzen lag. Aber sie wusste, das es gesagt werden musste, denn ich würde es unter Garantie auch von jemandem anderen erfahren. >> Es ist etwas schlimmes passiert. << Kam sie endlich mit der Sprache heraus. >> Was? << >> Der Hengst Arjem wird den Rückweg nach Sarrahgosar nicht in seiner Transportbox unternehmen. << Unmerklich schluckte ich. >> Wie ist es passiert? << >> Es war ein Sturz auf der Koppel. Sein Genick brach und er war sofort tot. Es wird schon alles vorbereitet für seinen letzten Weg hierhin, er dürfte in einer Stunde hier sein. Der Wagen steht schon im Kutschenlager bereit. << Mir war der Hunger vergangen und nun wurde mir auch bewusst, warum alles so still auf dem Gestüt gewesen war. Ich sah wie die Hand von Kasju über den Tisch glitt und das in der Hand hielt was ich erwartete. Eine schwarze Rose und die Papiere des Hengstes, sie würden die nächste Zeit lang an der Einfahrt zum Gestüt an den Verlust erinnern. Ich nahm sie ihr aus der Hand, stand auf und ging. Siril wollte mir folgen, doch Kasju hielt sie ab.

Die Kanzel schloss sich und Siril spürte wie der Jäger langsam in die Höhe stieg. >> Was soll das? << >> Du brauchst Zeit zum denken und ein wenig Freude, so wirst du beides bekommen. Ich schlage vor, das du dich anschnallst. << Sie verstand nun was Phönix vorhatte. >> Aber was wird Drokar sagen? << >> Er wird nichts sagen, da er es verstehen wird. Er weiß das ich einen freien Willen habe und mir aussuchen kann was ich tun will. In diesem Moment möchte ich dir meine jetzige Welt öffnen und ein wenig Freude in dein Herz hauchen. Festhalten. << Siril sah noch wie die Hangartore aufgingen und sie im nächsten Moment in die Sternenklare Nacht donnerten. Ein leises Kreischen der Triebwerke drang an ihre Ohren und dann jagte eine weitere Welle der Beschleunigung an ihr vorbei. Um sie herum verschwamm alles und im nächsten Moment hatten sie die Atmosphäre verlassen, die Triebwerke waren verklungen. Der Anblick der sich ihr nun bot, war atemberaubend. Sie konnte sich nun vorstellen, was ein Astronaut für einen Ausblick von hier oben hatte. >> Willst du gerne einmal unseren Stolz sehen, oder gar die Sonne aus nächster Nähe? << Siril konnte sich nicht entscheiden, denn ihre Gefühle fuhren gerade mit ihr Achterbahn. So lag es an Phönix die Wahl zu treffen. Sie traf eine gute Wahl, denn als sie ihre Triebwerke wieder zündete und auf die Sonne zu donnerte, war das Herz der Reporterin schon am fliegen. Ein leises Rauschen ging durch die Kanzel und Siril musste bemerken, wie sich das Glas verdunkelte. Es war gegen das helle Licht der Sonne, was ihre Augen mit Leichtigkeit erblinden lassen konnte. Sie sah die Sonneneruptionen so nah vor sich, wie kein anderer Mensch vor ihr. Die Feuerzungen der Sonne glitten um sie herum und es sah aus, als würden sie mit Phönix fangen spielen und dies war auch so. Sie flog unwahrscheinlich viele verschiedene Manöver, als wäre Siril in einer Achterbahn. Aber dennoch bekam sie in dem Cockpit wenig dieser halsbrecherischen Flugkunst mit. Dann kam etwas in Sicht, als sie auf der Erdabgewandten Seite der Sonne waren, was Siril nie erwartet hatte. Dort vor ihr sah sie ein gewaltiges Schiff, das eine wunderschöne und majestätische Ausstrahlung hatte. >> Das dort ist die Shee Haen, der Stolz unserer Flotte und auch lange Zeit unsere Heimat, neben den drei anderen Schiffen. Sie ist älter als vieles andere und hat schon viel erlebt in ihrem Leben. Es ist ihre Aufgabe die Erde bis zum letzten Staubkorn zu verteidigen. << Siril bekam kaum mit, was ihr Phönix erzählte, denn der Anblick der Shee Haen fesselte sie voll und ganz. Ihre Augen weiteten sich, je näher Phönix an dieses Schiff heranflog und ihr mehr und mehr bewusst wurde, wie gross es war. Sie waren so gross wie ein Einzeller im Vergleich zu einem Menschen in diesem Moment, als sie an der Shee Haen vorbeiglitten. Phönix änderte ihren Kurs ein wenig und die riesige Glaskuppel des Biodecks kam in Sicht. Siril spähte hinein und war fasziniert von diesem unbeschreiblichem Ausblick. Es war, als würde sie auf die Erde blicken und überall ihre Landschaften erspähen können. >> Wer etwas so wunderschönes erschaffen konnte, der kann wahrlich nichts böses wollen. << Kam es ihr in Gedanken und erst einen Moment später erkannte sie auch, das sie es ausgesprochen hatte.

Sie ging auf den Balkon und erkannte, das unten im Stall Lichter brannten. Es waren viele kleine Kerzen, die über den ganzen Hof verteilt waren und an jedem Paddock standen. Sie wusste das sie die Trauer bei den Pferden symbolisieren sollten, soviel verstand sie nun. Über den Hof liefen zwei Schatten und ihr war an ihrer Form bewusst, das es Kalif und ich waren. Kein anderer war auf dem Hof zu sehen, und doch wusste sie, das wir von vielen Augen beobachtet wurden. Kalif zog etwas, was eine große Kutsche war und umrundeten den gesamten Hof. Auch sah er anders aus, denn sie sah ein Horn an seiner Stirn und Flügel. Doch sie dachte an die Masken der Kutschpferde und ihr kam es in dem Sinn, das die Flügel an dem Geschirr angebracht waren. Sie ahnte nur nicht, wie Unrecht sie in diesem Moment hatte und wahr dies alles gewesen ist. An jedem Paddock erschien ein Pferd, was ruhig am Zaun stehen blieb, als die Kutsche vorbeifuhr. Ihr wurde bewusst, wer sich dort auf der Kutsche befand und im selben Augenblick wünschte sie sich dort unten zu sein. Als Kalif und ich mit der Kutsche den Hof verliessen, ertönte von den Pferden ein lautes Wiehern, das sogar bis zum Haus seinen kleinsten Klang trug. Sie wusste, das es der Abschied für den verstorbenen Hengst war und hatte sich nie zu träumen gewagt, so etwas zu erleben. Es tat ihr im Herzen weh, das dies geschehen war, doch konnte sie nichts dafür. Auch nicht das es meine Aufgabe war, den letzten Weg des Hengstes zu gehen.

>> Man sieht ihm nicht an, das er vor kurzer Zeit eines seiner Pferde verloren hatte. << Ihre Gedanken mochten Recht haben, doch in meinem Inneren war noch immer ein mehr als tiefer Schmerz, aber dieses hier war nun wichtiger. Ruhig sah ich wieder zu der Stute und beobachtete mit geübten Augen, wie alles vor sich ging. Viele Fohlen hatten nun schon das Licht der Welt erblickt, wo auch ich dabei war und trotzdem war es immer ein Rausch, der über mich kam, wenn da ein kleines Herz anfing in dieser Welt seine Kraft zu verkünden. >> Die Wehen werden stärker. << Sagte ich mit ruhigem Gewissen und betrat nun vorsichtig die Box. Geübt fühlte ich Puls und Atmung, aber auch durch Tasten die Lage des Fohlens. Es war alles so wie es sein sollte, so das es schnell geschah. Die schwierigste Phase waren noch immer die Vorderbeine und der Kopf, danach ging alles immer recht schnell. So war es dann auch und endlich lag vor uns ein neues Leben in dieser Welt. >> Feines Mädchen, deine Tochter ist eine wirklich schöne. Kannst stolz auf sie sein, so wie ihr Vater. << Sanft strich ich über den Hals der Stute, die noch ein wenig erschöpft in der Einstreu lag. Aber ich spürte schon, das der Drang zum aufstehen grösser wurde. Ruhig liess ich sie gewähren und half ihr ein wenig auf die etwas wackeligen Beine zu kommen. Sie fing an das leuchtend schwarzrote Fell des kleinen Stutfohlen zu belecken. Sanft fühlte ich den Puls und die Atmung der Kleinen und nickte zufrieden. >> Alles bestens. << Waren meine einzigen Worte, als ich die Box verliess. Fröhlich sah ich, wie das Fohlen versuchte aufzustehen, was nach einigen Versuchen endlich gelang. Mit zielsicherem Suchen fand sie die Euter ihrer Mutter und fing an zu trinken. >> So, hier wäre alles klar. Ist jetzt wohl besser, wenn wir alle unsere Betten aufsuchen, es war ein anstrengender Tag. Du gehst jetzt auch einmal in deine Box Kalif und lässt die frische Mutter alleine. Morgen kannst du ja wieder zu ihr. << Ich schloss die Tür der Box und mit einem Knopfdruck auch die zum Paddock. Mir war bewusst, das Kalif dies nicht passte, aber er wusste das ich Recht hatte. Es war genug Zeit am nächsten Tag und auch er brauchte Ruhe nach dem langem Ausritt, nebst unserer letzten traurigen Aufgabe. Kasju übergab mir die Rose, die ich nun, als wir das Gestüt verliessen, am Eingang neben der schwarzen Rose anbrachte.

>> Siril, wie gut können sie mit Maschinen umgehen? << Sie sah mich verwirrt an, denn im Grunde konnte sie nicht ahnen, worauf ich hinaus wollte. >> Kommt darauf an welche. << >> Ein Firestorm Geschütz. << Ein Schrecken ging durch ihr Gesicht, was mir mehr als verständlich war. >> Sie wollen, das ich auf jemanden feuere? << >> Ja, und glauben sie mir. Es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, denn unser Gegner nimmt keine Gnade. Er drückt ohne Reue auf den Abzug, selbst wenn sie ein Baby auf dem Arm halten würden. So wie es nämlich scheint, haben die Manluven die Erde entdeckt. << Wir stürmten so wie jeder andere ins Freie und weit oben am Himmel konnte man das Geschützfeuer der Marasche Drohnenträger sehen. Eine gewaltiger Wellenstrahl schoss weit entfernt von uns in den Himmel. Ich wusste das die Taurus im Ozean war und das Wasser zum kühlen ihrer gewaltigen Shockwave nutzte. Ein weiterer Schuss jagte in den Himmel und die Luft vibrierte. Die weitreichenden automatischen Geschütze des Berges fingen an ebenfalls in den Himmel zu feuern. >> Evakuierung des Stalls abgeschlossen und Pferde von den Weiden in den Bunkern. << Ertönte die Stimme von Phönix in meinem Kopf, die alles überwachte. >> OK, Sarrahgosar auf Sicherheitsstufe eins. Wir sind unterwegs zum Hangar. << Hinter uns verschwanden nun die Stallungen unter die Erde und wurden von riesigen Panzertoren schützend umschlossen. Etwas donnerte über uns hinweg und ich erkannte das es ein Manluvenjäger war, der auf den Berg zuschoss. Eine laut kreischende Scheibe schoss urplötzlich hinter ihm her und durchschlug den Jäger der nun in einem Feuerball unterging, nur um wieder zu seinem Besitzer zurückzukehren. Der Zealormech lief wieder weiter und liess unentwegt seine Geschütze und Raketen in den Himmel feuern. Die laut kreischende Scheibe war seine stärkste und gefährlichste Waffe, dem Namen den sie trug wurde sie mehr als gerecht, Banshee.

>> Vorwärmen. << Die Generatoren liefen an und man konnte ihre Vibrationen bis auf die Brücke spüren, obwohl sie sehr weit vorne im Schiff war. >> Vorgewärmt und feuerbereit. << Dies lies ich mir nicht zweimal sagen und fing an mein Ziel ins Visier zu nehmen. >> Feuer. << Kam es als einziges über meine Lippen und mit einem gewaltigem Ausbruch der Energie schoss der Hitzestrahl auf den Kreuzer zu. Seine vordere Front fing an zu glühen und immer mehr frass sich die Hitze der Treh Ajeta in seine Aussenhaut. Treh Ajeta bedeutete Sonnenfeuer und diese Waffe war mit der Far´Treh verwand. Vor uns verglühte nun der Kreuzer in diesem wahren Feuersturm, bis von ihm nichts mehr übrig war. >> Ziel zerstört. Generatoren werden deaktiviert und die Segel eingefahren. <<

Kapitel 5 / 6

 Der Rückschlag. / Der Verräter.

Wir donnerten mit unglaublicher Macht in die Schlacht und feuerten aus allen Rohren. Ich spürte wie Phönix so viele der Feinde erwischen wollte wie nur möglich, da sie ja auch im Grunde Schuld daran hatten, das Dorschar zerstört und ihr Schicksal besiegelt wurde. Die Raketen schossen nur so fort von ihr und unter dem Cockpit dröhnte die Firestorm mit unglaublicher Kraft. Bislang war in der Schlacht kein einziger Darkstarfighter zu sehen, doch nun wo ich gestartet war, schwärmten sie aus den grossen Schiffen aus und stürzten sich wie Raubtiere auf ihre Beute.

Die kleinen Jäger kamen zu meiner Verwunderung auf uns zu und ich begriff erst, das sie mich entdeckt hatten, als sie ihr Feuer eröffneten. Ich verstand nicht so recht, da unsere Tarnungen für sie unmöglich zu entschlüsseln waren. Aber ich wusste, das es ihnen in der letzten Zeit einige Male gelungen war. Aber sehr oft waren sie an unseren getarnten Schiffen vorbeigeflogen, ohne sie zu bemerken und dann im Rücken angegriffen werden konnten. Das waren Schlachten die ohne Schwierigkeiten von uns gewonnen wurden. Nur dies hier war mir nun nicht klar, da der Tarnschirm von Phönix für solche Dinge gemacht war und durch nichts gestört oder aufgespürt werden konnte. Aber dennoch wurde gerade auf uns gefeuert. Schnell flog ich an eine andere Stelle, weil ich erst dachte das sie aus Vorsicht dorthin feuerten, aber als sie uns dann mit ihrem Feuer folgten, wusste ich das wir ein Problem hatten. >> Sprungtriebwerke. << >> Geht nicht, denn so wie es scheint haben die Kreuzer beim Sprung Gravitationsminen gezündet. Ich habe so das starke Gefühl, das dies eine Falle ist. << Phönix hatte Recht, das war mir nun bewusst. >> Dann eben Dimensionssprung. << >> Das schwarze Loch. Es geht nicht, weil die Störungen zu gefährlich wären. << >> Verdammt, die haben wirklich an alles gedacht. Fehlt nur noch eines. << >> Du hättest es nicht erwähnen sollen. Virusrakete unterwegs. << >> Ausweichen und schleunigst Gegenmassnahmen einleiten. << Die Rakete zischte an uns vorbei, den Täuschkörpern hinterher in das schwarze Loch, aber mir war bewusst das sie noch mehr dabei hatten.

Mit einem Kommando meiner Gedanken aktivierte ich meine Kampfrüstung, die sich nun von meinen Armreifen über den Körper ausbreitete. Kaum hatte sie mich umschlossen, aktivierte ich den Blaster. Er entfaltete sich an meinem Arm und ich spürte sein enormes Gewicht, ebenso die beiden Verstärker an meinem Rücken, ohne die ich nicht die nötige Energie kompensieren konnte. Eine starke Vibration ging durch meinen ganzen Körper, als die Waffe lud und ich wusste das ich nicht den kleinsten Fehler machen durfte. Ein falscher Schuss und es hätte sich alles erledigt. Ich hakte mich mit meiner Rüstung an Phönix fest und überlegte in welche Richtung ein unbewohnter Himmelskörper war, der den Schuss auffangen konnte. Mir war bewusst das ich ein Hindernis brauchte, denn der Strahl hatte eine unlimitierte Reichweite und es war auch für einen Rückstoß nötig. Zum Glück brauchte ich nicht lange, bis ich alle Sternenkarten durchgegangen war und nun auf einen kleinen Mond zielte der weit entfernt seine Kreise zog. Ich atmete kurz ein und dann schoss ich. Kaum hatte der Strahl sein Hindernis getroffen, erwischte uns schon der Rückstoß und mir wurde fast die Luft aus der Lunge gepresst. Schon einmal hatte ich diesen Rückstoß zu spüren bekommen, aber nun war er viel stärker, da die Waffe hier im All keinen Widerstand hatte und ihre Kraft leichter aufbauen konnte. Dennoch war es das wert gewesen, denn wir entfernten uns immer weiter von dem schwarzen Loch. Doch ich hoffte sehr, das ich den Blaster nicht noch einmal einsetzen musste, da es nicht wirklich angenehm war. Mir war bewusst, was mit dem Mond geschehen war. Er war unter Garantie durch die Waffe schwer beschädigt worden.

Ein weiteres Mal kontrollierte ich die Probe und es war kein einziges Virus in meinem Blut zu entdecken. Ich entsinnte mich zurück, das die Rakete mich voll erwischt und sich das Virus auf mir ausgebreitet hatte. Es war in mir eingedrungen und wollte sein tödliches Werk beginnen. Aber warum war es nun nicht mehr da, woran lag das? Mir schoss etwas durch den Kopf, woran ich schon lange hätte denken müssen. Das Blut meiner Ahnen war daran Schuld, denn die Krosar´Tanreh waren gegen jede Art von Gift immun und so war es auch bei diesem Virus. Es war künstlich hergestellt worden und so wie es schien, hatte meine Körperabwehr eine Art Immunisierung bewirkt. Vielleicht war dies die Lösung. Es war ein Risiko, aber es gab keine andere Wahl. Ich musste einen Teil meiner DNA extrahieren und entschlüsseln, um so an den Schutz gegen das Virus zu kommen. Die DNA eines Krosar´Tanreh war mehr als kompliziert, bei weitem mehr, als die eines Menschen. Sie bestand aus mehr als zehn Milliarden Gensequenzen. Für einen gewöhnlichen Wissenschaftler würde es Millionen von Jahren, mit der heutigen Technik dauern, um nur fünfzehn Prozent zu entschlüsseln. Selbst unsere Technik war damit etwas überfordert und ich hatte auch nie wirklich versucht unsere DNA zu entschlüsseln, denn es war nie nötig gewesen. Nun würde ich dies nachholen müssen und das innerhalb kürzester Zeit. Jedoch war die Zeit zu kurz dafür, denn das Virus würde sich weiter in Phönix voranfressen, bis sie endgültig starb.

Ich setzte die Pistole an einer speziellen Öffnung an und drückte ab. Ich sah wie die Flüssigkeit mit der Sequenz in ihren Körper geschossen wurde und hoffte sehr das es gelang. >> Jetzt heisst es hoffen und beten. << Noch immer war Phönix durch die Wirkung der Kammer betäubt und würde so nichts von alle dem spüren. Noch mehr Schmerzen wollte ich ihr nicht zumuten, denn es war ein Leid was auch ich fühlte, so unbändig und schlimm. Ich sah auf die Uhr, es waren schon mehrere Minuten vergangen und keine Wirkung war zu sehen. Doch dann geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Aus allen Poren ihrer Schiffshaut drang ein weisser Schaum hervor, der sie schnell umschloss und sich weiter ausbreite. Schnell liess ich meine Hand gegen den Notschalter jagen und sofort wurde der Bereich abgeschottet. >> Los, sofort zur Desinfektion. << Ich drängte Siril schnell in einen weissen Raum und bedeutete ihr, sich in einer der kleinen Kammern auszuziehen und die Kleidung im Verbrenner zu entsorgen. Sie tat wie ich ihr gesagt hatte und auch ich begab mich in eine der Kammern. Ich durfte kein Risiko eingehen, da ich nicht wusste was der Schaum bedeutet hatte. Es war eine Reaktion gewesen, aber worauf und was sie bezweckte, konnte ich später noch ergründen. Jetzt war unsere eigene Gesundheit erst einmal wichtiger.

>> Ich weiß wie sehr du leidest, ich tue es auch, dem sei dir gewiss. Mir ist es gelungen aus meinen Genen eine Sequenz zu entnehmen, die das Virus besiegen kann. Ich habe es Phönix gespritzt und jetzt müssen wir warten, ob es anschlägt. << Ich atmete seinen Geruch in meine Nase tief ein und dachte an das was noch vor uns beiden lag. >> Kalif, bitte versprich mir, wenn du ihr folgen willst, dann warte bis wir unseren endgültigen Sieg erreicht haben. Wir können nicht noch einen der vier verlieren, denn dann ist wirklich alles vorbei und das Leben wertlos. << Ich wusste das er verstanden hatte, denn so sehr er sich auch wie ein Pferd verhielt, so sehr war sein anderes Blut doch wirklich. Die Zeit würde kommen, wo er die Wahrheit offenbaren würde, doch noch war es nicht soweit. Er schmiegte seinen Kopf an meine Brust und versuchte so die Angst zu vergessen, doch ich fühlte seinen Schmerz der so stark war, das man ihn nicht überhören konnte. Ich nahm seinen Kopf zwischen meine Arme und legte ihm meinen Kopf zwischen seine Ohren. Mir war nicht wirklich bewusst wie lange wir so da standen, denn mit einemmal sah ich im Augenwinkel, wie Hetrack neben Siril erschien.

Ich sah wieder Hetrack an. >> Was ist mit den Schiffen, die von den Menschen zu uns kamen? Sind sie wieder sicher zurück? << >> Ja, die meisten sind aber an Bord eines unserer Schiffe geflogen, um sich dort besser zu bewaffnen. Ich habe schon an einige der Atomaren Weltmächte andere Triebwerke für ihre Atomraketen liefern lassen. Denke das es besser ist, alles zu nutzen was da ist. Auch wenn die Atomraketen nur eine geringe Bedrohung darstellen. << >> Gut, wenigstens etwas positives. << Es war eigentlich eine Ironie, das wir die Atomwaffen als geringe Bedrohung einstuften, aber sie richteten nur wenig Schaden bei den Schiffen der Manluven an. >> Aber das ist nicht dass Einzige. << Ich sah ihn fragend an. >> Die Regierungen haben sogar schon ausgerufen, das wir Piloten unter Garantie gebrauchen könnten und sich jeder melden soll, der mit einem Flugzeug klar kommt. Ich habe schon versucht es ihnen auszureden, aber der Andrang ist viel zu gross und die Bevölkerungen haben alles mitbekommen. Unsere Schlacht war nicht zu übersehen, selbst in den entlegensten Gebieten und man konnte sie so nicht verheimlichen. << >> Na gut, dann bleibt uns nichts andere übrig, als diese Hilfe anzunehmen. Aber schau, das die meisten von ihnen, die keine Kampferfahrung haben an Bordgeschütze der grossen Schiffe kommen. Diejenigen die schon Luftkampferfahrung haben, sollen den Firebird Staffeln zugestellt werden. Welche mit Bombererfahrung können auch einen Dragonlord oder vielleicht einen Shockwavebomber fliegen. Je mehr wir da draussen haben, wenn es darauf ankommt, um so besser. Falls die Flieger nicht reichen, sollten besser einige neue gezüchtet werden. << >> Daran habe ich schon gedacht und wir haben knapp dreihunderttausend Schiffe in der Produktion. Aber ich denke das wir mehr brauchen werden. <<

Kapitel 7 & 8

Hera. / Hart auf Hart.

In Arbeit

Kapitel 9 & Epilog

Es ist noch nicht vorbei.

In Arbeit

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Donnerwelle