Donnerwellenzyklus Teil 2

by

Shailen Nohrein©

Im Lebenselexier erzählt Firestorm von einem Abenteuer, welches er kurz vor Weihnachten zusammen mit der Einhornwächterin Sänära erlebt. Er verspricht dem Mädchen Marina, die schwerkrank ist, den Andalusierhengst Janu zu finden, den sie vor Jahren aus den Augen verloren hatte. Er begibt sich zusammen mit der Einhornwächterin auf die Suche und schon bald finden sich die Beiden in Spanien wieder, wohin die letzte Spur Janu´s führt. Doch dort angekommen, erfahren sie das viel geschehen ist. Janu wurde wahnsinnig und soll seinen letzten Gang zum Schlachter gehen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, in dem sie den Andalusier retten müssen und dann ist da noch ein geheimnisvolles Pferd, welches sie in Spanien antreffen.

<<<<<))==============((>>>>>

Kapitelausschnittschnellauswahl

Prolog / 1 & 23 & 45 & 67 & 89 & 1011 & Epilog

Donnerwelle

<<<<<))==============((>>>>>

Prolog / Kapitel 1 & Kapitel 2

Hm, wie sollte ich wohl am besten anfangen? Ah ja, jetzt weiß ich. Es ist ein Erlebnis, das ein wenig davon erzählt, wie stark die Bindung zwischen Pferd und Mensch sein kann. Es erzählt auch, wie ich einen mir nun wichtigen Freund und seine Gefährtin kennen gelernt habe. Aber gut, ich werde es einfach versuchen, da ihr bestimmt erfahren wollt, um was es geht und wie es endet. Ich weiß noch genau wie es anfing, es war ungefähr vor drei Jahren als es begann. Damals kam es dazu, das ein Mädchen mit dem Namen Marina, angeboten bekam den Andalusierhengst Janu zu reiten. Er war ein besonderes Pferd und mich hätte es nicht gewundert, wenn in seinen Adern Einhornblut fließen würde. Jedenfalls nahm Marina das Angebot an und beim ersten Treffen der zwei geschah es, das sich ihre Blicke trafen und sie für immer verloren waren. Keiner würde von dem Tage an ohne den anderen Leben können. Das was die beiden verband, war eine Seelenfreundschaft, die genauso selten ist wie die wahre Liebe und auch so kostbar.

Bis auf Alex war dies noch keinem anderen Menschen gelungen. Sie stand auf und ging zur Terrassentür. Ihre Bewegungen waren schleppend und sie zog etwas hinter sich her, das ich nicht sofort erkannte. Als sie jedoch die Tür öffnete und hinaus trat, erkannte ich was es war. Ein Infusionsständer und ich wusste nun warum sie mich gesehen hatte. Damals auf der Burg von Toras hatte ich bemerkt, das mich manche Menschen früher bemerkten als andere und ich erfuhr auch schnell warum. All diese Menschen hatten eines gemeinsam, jeder von ihnen stand kurz vor dem Lebensende. >> Bist du wirklich, oder wieder nur eines meiner Trugbilder? << Ich schaute mich um, ging auf sie zu und sah dem Mädchen in die Augen. >> Wenn ich nicht wirklich wäre, könnte ich dann dies hier? << Aus meiner kräftigen Lunge ließ ich einen warmen und liebevollen Windstoß ihr Haar zerzausen. >> Schon gut, ich glaube es ja, aber wie kann es sein? << >> Das es mich gibt. Nun ja, es gibt halt manchmal mehr als man meint das es gibt. << >> Ich hätte nie gedacht ein Einhorn zu sehen, besonders nicht vor meinem Fenster. <<

>> Besonders Andalusier, wenn ich mich nicht irre. In meiner Herde sind auch ein paar von ihnen. Stuten versteht sich natürlich. << Sie sah mich mit funkelnden Augen an, was ich noch weniger erwartet hatte. >> Kann ich deine Herde sehen? << >> Das dürfte etwas schwer werden, da sie alle auf der Insel der Zeit sind und ich dich nicht einfach mitnehmen kann. << >> Schade eigentlich. Was ist die Insel der Zeit überhaupt? << >> Sie ist eine Insel die in der Zeit schwimmt und sie ist ein wunderschöner Ort, aber auch das Zuhause meiner Herde und vielen anderen Tieren. << >> Jetzt hast du mich nur noch mehr neugierig gemacht. << >> Tut mir leid, aber du hast nun mal gefragt. Ich sagte dir ja, das ich dir über sie alle etwas erzählen werde und wer weiß, vielleicht kannst du ja doch irgendwann mit auf die Insel. Wenn wir schon bei Neugierde sind. Wer ist eigentlich der Andalusier auf den Fotos neben dir? << Sie nahm eines der Fotos vom Nachttisch und sah es sich an. >> Das, ach das ist Janu. Ich habe ihn vor ein paar Jahren kennen gelernt und gepflegt. << >> Mehr nicht? << Ich sah sie fragend an.

Ich wusste wie jedes andere Wesen des Lichtes das die Seelenfreundschaft sehr stark ist und es unter Umständen sogar tödlich sein kann solche Seelenfreunde zu trennen. Vorsichtig stand ich auf und sah mich um. Um uns herum war eine riesige Wiese und etwas weiter entfernt sah ich ein leichtes Schimmern, das wie eine Glaswand, die Wiese teilte. Dann jedoch erkannte ich etwas das ich nicht erwartet hatte. Auf der anderen Seite stand Marina und sie klopfte an diese schimmernde Wand. Ich sah Janu an und ging zu der Wand. Doch als ich vor der Wand stand, beachtete Marina mich nicht. Es war als ob ich Luft für sie wäre. Sie klopfte weiter an die Scheibe und ich hörte leise wie sie den Namen von dem Hengst rief. Ich verstand aber immer noch nicht, was sie so krank machte und ich schaute mich weiter um. Etwas am Rande dieser Wiese erregte meine Aufmerksamkeit. Ich sah wie ein Stück einfach verschwand und so war es an jeder Ecke, immer und immer wieder. Nun verstand ich wodurch sie so krank war.

Marina tat was ich ihr sagte und mit einer eleganten Kopfbewegung ließ ich die Kette über meine Ohren und meine Mähne gleiten, obwohl ich schon etwas Angst hatte das sie sich in meiner langen Mähne verfangen würde. Doch sie rutschte bis zum Ende über die glatten seidigen Haare und ich spürte ihren leichten Druck auf meinen Widerrist. Marina lächelte mich an. >> Du siehst wunderschön aus mit der Kette, so wie eines der Einhörner auf einem Bild. << Ich sah in ihren Spiegel am Schrank und erkannte das sie Recht hatte. Ich sah aus wie, ja, wie ein Einhornwächter. Aber ich wusste das dies nicht so war, nur Stuten wurden zu Einhornwächterinnen und nur besondere. So wie meine Nezier. Ich vermisste sie sehr, aber wer weiß wo sie jetzt zusammen mit Sänära einer anderen Einhornwächterin war. Mein Herz hoffte sehr das bald die Zeit kommen würde an der sie wieder an meiner Seite sein würde. Ich mochte nicht von ihr getrennt sein, so wie bei keiner anderen meiner Stuten, aber es ging nicht anders. Eine Einhornwächterin durfte keine Bindung mit einem Hengst eingehen, solange bis sie ihre Aufgabe erfüllt hatte.

>> Ich werde sie fragen. << Sagte ich in einem gleichgültigem Ton. >> Aha, du, ein geflügeltes Einhorn gehst ganz normal Tagsüber durch die Stadt, kommst auf den Hof, fragst wer das Sagen hat und wenn derjenige kommt, fragst du ihn nach Janu. Hast du dir das so vorgestellt? << Ich fing an zu kichern und Alex ihr Blick bekam mehr und mehr Verwunderung. >> Ich werde am Tag auf den Hof gehen und du wirst mir helfen. Die arme Frau deren LKW am Stadtrand wegen Motorschaden liegengeblieben ist und bei dem Schneetreiben vorläufig eine Box für ihren Araberhengst braucht. Leider wird der Hengst ein wenig krank und muss somit noch eine Weile bleiben. So bleibt ihm genug Zeit, nach einem gewissen Andalusierhengst zu suchen. Noch Fragen? << An Fragen konnte Alex im Moment nicht viel denken, da ich sie völlig überrascht hatte und sie das alles erst mal verdauen musste.

Kapitel 3 & Kapitel 4

>> Ich weiß wie es sehr lange schneien wird. << Sie sah mich erstaunt an, noch konnte sie ja nicht wissen was mir in den Sinn gekommen war. >> Sänära, sie kann uns helfen. Ihre Kräfte sind die des Winters und für sie dürfte es nicht schwer sein einen Schneesturm über dieser Stadt toben zu lassen. << >> Du hast etwas vergessen. Weißt du wo sie sich gerade aufhält? << Das war eine gute Frage und ich überlegte. Tief in meinen Erinnerungen kam ein Satz hoch den Sänära zu mir sagte, als sie Nezier mit sich nahm. >> Wenn du mich suchst, frage nach Samantha Nohrein. << Damals hatte ich es nicht so ganz verstanden, aber nun wusste ich was sie damit gemeint hatte. >> Wir müssen Samantha Nohrein suchen, sie kann uns helfen. << >> Wer ist diese Samantha? << >> Sie ist es, Sänära. Samantha ist ihr Menschlicher Name und das Nohrein ist ein Anagram für Einhorn und Norain hieß ihr Vater. Du darfst schließlich nicht vergessen das sie als Einhornwächterin Menschliche Gestalt annehmen kann, dadurch kann sie besser ihre Aufgabe erfüllen. << Alex sah mich Kopf schüttelnd an. >> Manchmal begreife und verstehe ich euch nicht. Hüter, Einhornwächterinnen und Drak als Wächter der Zeit. Ihr verblüfft mich immer mehr. Bevor du wiedererwacht bist und die Magie noch schlief, glaubte ich an die Einhörner aus den Geschichtsbüchern. Die Einhörner die durch eine Jungfrau gezähmt werden können, nur weiß oder schwarz sind und in ihren Wäldern leben, wo sie für sich sind. Die Magie scheint doch noch mehr Seiten zu haben als wir Menschen ahnen können. Was wird noch kommen? <<

>> Ja, das tut sie. Sie ist im Moment in der Halle. Moment bitte. << Wir hörten wie das Telefon über einen Hof getragen wurde und die Frau mit jemandem sprach. Mir kam es einige Male vor als würde ich schnauben und Hufgeklapper hören, aber ich dachte dann das es Störungen im Telefon sein müssten. Das Telefon wurde entgegen genommen und ein Stimme erklang die ich kannte. >> Samantha Nohrein, was kann ich für sie tun? << >> Sänära, bist du es wirklich? << Kam es aus mir heraus und ich hörte wie sich ihre Atmung veränderte. >> Ajeta? << >> Ja, aber du weißt das mich nur wenige so nennen. << >> Ich weiß es. Warum rufst du mich an und wie kommst du an diese Nummer? Überhaupt, wie kommt es das du ein Telefon hast? << >> Ich bin bei Alex und brauche deine Hilfe. <<

Doch als ich Sänära in ihrer menschlichen Gestalt sah, war ich zutiefst beeindruckt. Für die Augen eines Mannes musste sie wunderschön sein, die langen blonden Haare fielen wie Seide über ihre Schultern und ihr langes silbernes Kleid schwang bei jeder ihrer sanften Bewegungen mit. Sie hatte selbst in dieser Gestalt die Grazie eines Arabers und eines Einhorns. All das was ich vor mir sah wurde von ihrer dunkelblauen Augenfarbe unterstrichen und ich ahnte das selbst ohne Magie jeder Mann bei ihrem Blick verloren wäre. Eines erinnerte jedoch noch immer an das was sie war, das Amulett der Wächterinnen. Sie trug es auch in dieser Gestalt, nur das keine zwei Ketten um ihre Arme gingen, es hing einzig und allein an einer Kette um ihren Hals. Jedoch würde ich dieses Schmuckstück unter Tausenden wiedererkennen, vor allem da ich gesehen hatte wie es bei Nezier erschien und sie mir so verwährt wurde. Noch immer kann ich mich kaum damit abfinden nur durch dieses Amulett von ihr getrennt zu sein, wegen ihm sie nicht richtig lieben zu können.

>> Was ist es dann für ein Pferd? << >> Es ist etwas schwer zu erklären und auch mit dem was Drak mir erzählt hat. Ich weiß nicht wie und warum, aber es ist ein shJell Are. Eine Art Araber, halt nur vollkommener und größer. Und ihre Art kam nur in der Welt von Drak vor. << >> Bin ich dann etwa auch eines dieser, wie sagtest du noch? << >> shJell Are. Nein, du bist keines, auch wenn du sehr nahe daran bist. Sie können nicht die Gestalt eines Pegasus oder Einhorns annehmen, geschweige denn die eines geflügelten. Sie sind nicht so wie wir oder andere Pferde. Zwar sind auch sie unsterblich, aber das durch eine tiefe Verbindung mit der Welt in der sie leben. Jedoch glauben wir dass das bei diesem shJell Are anders ist. << >> Wisst ihr wie es aussieht, wo es sich aufhält und ob es Hengst oder Stute ist? << >> Leider nicht, wir sind nur durch verschiedene Zwischenfälle mit einem Pferd darauf aufmerksam geworden. Einige dieser Zwischenfälle wären für ein gewöhnliches Pferd tödlich gewesen. << >> Aber warum glaubt ihr dann das es ein, shJell Are ist? << >> Du sagst es, wir glauben es nur, aber es könnte ein Teil der Aufgabe sein die uns Einhornwächterinnen auferlegt wurde. Genauso wie das mit Marina und Janu.

>> Ich habe mich bei der FN umgehört, als angesehene Züchterin und Sponsorin hat man dort viele Kontakte. << Alex sah sie mit einem noch verklärterem Blick an als ich es tat, denn ihr war bewusst was sie mit diesem Satz gemeint hatte. >> Sänära das glaube ich nicht, sag jetzt nicht das du Pferde züchtest. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr das du schon so früh auf den Beinen warst. << Ihr Lächeln zeigte ein wenig Verlegenheit, da das was Alex gesagt hatte, fast so wie ein Vorwurf klang, aber eigentlich keiner war. >> Ja, das tue ich und ich reite auch. Doch mehr um nicht bei dem was ich tu aufzufallen. << Nun verstand ich auch dass das Schnauben, Hufklappern und das Leder, wahrscheinlich ein Sattel, auf dem sie mit ihren Nägeln trommelte wirklich war und was es bedeutete. Sie hatte eine Stallung und arbeitete mit Pferden. Ein wenig musste ich innerlich lachen, da es schon eine etwas verrückte Vorstellung war. Eine Frau im Sattel eines Pferdes die eigentlich in Wahrheit eine Einhornstute war. Jedoch glaubte ich auch dass das mit dem weniger auffallen nur ein Teil des Ganzen war. >> Ich glaube aber das ist nicht der einzige Grund. Zwar kenne ich dich noch nicht lange, doch Darkstar hat mir erzählt wie du dich um ihn gekümmert hast, so als wäre er dein eigenes Fohlen. Es sind die Fohlen die dir am Herzen liegen, Etwas was dir verwehrt ist, bis du deine Aufgabe erfüllt hast. Ich weiß wie schwer das Schicksal sein kann, da ich es selbst erfahren musste. << Ich sah ihr tief in die Augen, die eine Traurigkeit wiederspiegelten die ich auch erlebt hatte, als ich von Sill und dem Rest meiner Herde getrennt war.

>> Also ist Janu auch krank, so wie Marina. << >> Nicht ganz. Janu ist nach den Tierarztberichten krank, doch anders als Marina. Auch ist er mittlerweile kein Hengst mehr, da er nicht zur Zucht zugelassen wurde, ist er kastriert worden. Janu´s Krankheit ist Psychischer Natur, von den Tierärzten ist er als gefährlich eingestuft. << Alex nahm die Hand vor den Mund und wusste was das hieß. Ich sah erst sie und dann Sänära an und stellte stumm die Frage was das bedeutete. >> Janu ist nach der Meinung der Ärzte und des Besitzers verrückt geworden. Das war auch ein weiterer Grund für die Kastration. Er hat als Hengst mehrmals seinen neuen Besitzer und Stuten die er decken sollte angegriffen. Nach der Kastration würde er wohl wieder ruhiger werden, da sie meinten das es daran lag, das er noch Hengst war. Aber nach einiger Zeit merkten sie das dem nicht so war und es mit ihm immer schlimmer wurde. Jetzt hat der Besitzer aufgegeben und will sein Leiden beenden. Kurz gesagt Janu ist auf dem Weg zum Schlachter. << Meine Augen weiteten sich, denn ich wusste was das bedeutete und ich wusste das dadurch auch das Leben von Marina beendet werden würde.

Kapitel 5 & Kapitel 6

>> Nein, das ist es nicht. Er wird es schaffen. Der wie soll ich sagen? König? Ja, das ist er. Der König der Einhörner, Pegasus und Pferde wird es schaffen und daran werde ich nie zweifeln. << Ich hatte nie erwartet das ich dies aus dem Mund von Alex hören würde und so manches Mal zweifelte ich selbst daran, ob es wirklich so war. Ich sollte aber noch erfahren, das zumindest die Pferde in Wahrheit einen anderen König hatten. Sänära war dadurch sehr still geworden, etwas daran was Alex gesagt hatte machte sie sehr nachdenklich, doch das würden Alex und ich wohl nicht so schnell erfahren. Sie brach das Schweigen schließlich und das was sie sagte, verblüffte mich sehr.

Ich war sehr gespannt was sie nun tun würde, da ich Sänära bis zu diesem Moment nie dabei gesehen hatte, wie sie ihre Magie weckte. Selbst als sie auf der Insel war und Nezier mit sich nahm. Sie blickte in die Richtung in die wir fliegen mussten, unmerklich spürte ich wie es kälter wurde und langsam das Licht des Mondes hinter schweren, mit Schnee gefüllten Wolken verschwand. Dann fielen die ersten Schneeflocken, langsam wurden es mehr und immer mehr, bis sie eine gewaltige weiße Wand bildeten. Ich konnte Sänära nur noch kaum sehen, doch sie stand noch immer an der selben Stelle. Ein leichter Wind kam auf der den Schnee umherwirbelte, der genauso schnell anwuchs wie der Schneefall und eh ich mich versah war die Hölle um uns herum ausgebrochen. Jedes einzelne meiner Haare spürte wie der Blizzard um uns herum tobte und meine Mähne und meinen Schweif wie Fahnen in seiner Gewalt hatte. Eisige Kälte jagte um meinen Körper und peitschte den Schnee um mich, als wenn ich in einem weißem See schwimmen würde. Der Sturm war so stark das Sänära nur noch ein einziger Umriss war, doch erkannte ich genug um zu wissen das sie sich nicht bewegt hatte. Ich wurde unruhig, da uns durch dieses nur an einem Fleck stehen zu bleiben Zeit kostete die wir nicht hatten. Meine Magie wollte gerade erwachen, als um mich herum alles still wurde.

Ein wenig kam in mir die Befürchtung hoch das sie anfangen würden zu wiehern und damit die Menschlichen Bewohner dieser Stallung wecken würden, jedoch waren sie bis auf ein paar Brummelgeräusche der Hengste, die Sänära galten ruhig. Sie waren jedoch sehr schnell ruhig, als mein Blick ihre Augen traf und von einem einschüchterndem Schnauben begleitet wurde. Ich tat es zwar nicht gerne und Sänära gehörte nicht zu mir, aber es war besser das die Hengste dachten, das sie in meiner Herde war. Wir schritten weiter über den Hof auf das Haupthaus zu, das sehr alt und groß war. >> Und nun, was hast du vor? Wir können ja nicht den Besitzer der Anlage wecken und ihn einfach befragen. << Sie hatte Recht, doch sie vergaß wer neben ihr stand.

Die Person lag mit dem Rücken zu mir und hatte sich die Bettdecke bis oben hingezogen, so das ich nicht erkennen konnte wer da vor mir lag und auch nicht die Stirn sah. Also musste ich erst um das Bett herum damit ich die Stirn mit meinem Horn berühren und dadurch in den Traum und die Gedanken kommen konnte. Als ich jedoch vor der Person stand und in das Gesicht sehen konnte, sah ich das es eine junge Frau war. Ich senkte meinen Kopf und wollte gerade die Stirn berühren, als etwas geschah was ich nicht erwartet hatte.

Sie erschrak fürchterlich, als sie mich so dicht vor ihrem Gesicht sah und wich zurück, bevor ich mit dem Schlaf des Vergessens reagieren konnte. >> Wer, was bist und was willst du? << Ich hörte tief in ihr eine große Angst, aber auch etwas das ich nicht erwartet hatte. >> Ich bin Firestorm, Hüter des Gleichgewichtes und ich bin wegen Janu hier. << Antwortete ich ihr auf Spanisch und erkannte das der Blick der jungen Frau starr wurde, ihre Seele erahnte etwas. >> Du bist hier um mich für das zu strafen was ich tat und ich gebe dir dafür Recht. Es war nicht richtig, Janu hatte etwas anderes verdient, einen Tod in Freiheit. Strafe mich, ich habe es verdient, doch bitte sorge für meine Pferde, denn sie haben ein ungewisses Schicksal nicht verdient. << Ein wenig war ich über das was sie sagte überrascht und verwirrt. >> Nein, ich bin nicht gekommen um dich zu strafen. Ich bin auf der Suche nach Janu um ihn zu der zu bringen, die ihre Seele mit ihm und er seine Seele mit ihr teilt. << Ihre türkisblauen Augen blickten mich fragend an und ließen mich erkennen das ihre Ahnen nur zum Teil aus Spanien waren. Sie hieß Giana Alvera und war die Besitzerin dieses Hofes. Ich erzählte ihr was ich wusste und veränderte so, ohne es zu wollen ihr Leben.

Als ich spürte das meine Seele wieder vollständig zurück war, schloss ich die Grenzen wieder und kaum hatte ich dies getan erwachten die Gefühle von Janu. Sie nahmen mich voll in ihre Gewalt und brachten mich an den Rand des Wahnsinns. Ich lebte alles so durch wie Janu und die Box litt sehr unter meiner Kraft. Wo vorher nur kleine Löcher in der Wand gewesen waren, zeigten sich nun regelrechte Krater. Ich spürte Qualen und auch Verletzungen. Verletzungen die ich gar nicht hatte und haben könnte. Meine Hoffnung war schon fast versiegt, als ich plötzlich etwas tief in mir drin spürte, es waren zwei Kräfte die stärker als alles andere waren. Meine Magie und Liebe, zusammen kämpften sie gegen diese Gefühle an und ich spürte wie sie immer weiter zurück gedrängt wurden, um dann für immer tief in mir drinnen zu verschwinden. Jedoch nur soweit, das sie mich noch immer zu Janu führen konnten. Ein wenig wackelig auf den Beinen stand ich schweißüberströmt in der Box und sah mich um. Die Wände waren arg mitgenommen und der einstige Glanz dieser Box war vollkommen verschwunden.

Leise landeten wir in einer dunklen Ecke des Geländes und ich roch es bevor ich es sah. In unserer Nähe standen mehrere Container aus denen ein Geruch kam, der mir die Sinne schwinden ließ. Vorsichtig gingen wir an den Containern vorbei und ein leichter Blick ließ mich einen abgetrennten Huf erkennen, der in mir die Wut schürte. >> Ja, wir sind richtig. << >> Was wirst du nun tun? << >> Erst mal werden wir Janu finden und dann werde ich das einzige Richtige tun. << Ohne das sie fragen konnte was das war, ging ich weiter. Doch dann blieb ich stehen. Die Arbeit war schon im vollen Gange, ich hörte einen leichten Knall aus einer Halle in die gerade Pferde getrieben wurden und danach den Todeskampf eines Pferdes. >> Nein, das kann ich nicht weiter zulassen. << Ich ging auf eine Tür zu, die zu dieser Halle gehörte. >> Firestorm was hast du vor? Tu es nicht, es ist zu gefährlich. << Doch es war zu spät, ich hatte die Tür schon mit meinen Hufen eingeschlagen und war in der Halle verschwunden.

Schnell hatte ich wieder den Bolzenschussapparat erreicht und begann mit meinen Vorbereitung. Mit einem Ruck zog ich mir einige meiner Schweifhaare aus, ließ Marina´s Kette über meinen Hals und meinem Kopf auf den Boden neben die Haare gleiten. Durch die Bibliothek, im Schloss hatte ich so einiges über Magie erfahren und wusste genau was ich tun musste. Meine Magie ließ das Amulett an der Kette mit meinen Haaren verschmelzen, während sich der Bolzenschussapparat mit einem Zischen in flüssiges Metall verwandelte. Ich sah mich um, denn es fehlte etwas und ich fand es. Mit einer schnellen Bewegung hatte ich das Seil auf den Boden neben die anderen Sachen geschleudert. Ich schaffte es das fertig zu stellen, was ich für Janu brauchte, es war zwar etwas hinterlistig aber ich sah keine andere Chance. Genau in dem Moment wo ich meine Falle aufgestellt hatte, brach Janu hinter den Trümmern hervor.

Kapitel 7 & Kapitel 8

Vorsichtig führte ich Janu aus der brennenden Halle und verließ mit ihm durch ein Loch im Zaun das Gelände. Ich sah Sänära schon von weitem und war froh als sie zu mir kam. >> Ich habe das ganze Gelände durchsucht und alle Pferde befreit. Sie befinden sich in einem kleinen Wäldchen in Sicherheit. << Kaum hatte sie das letzte Wort ausgesprochen, wurden die Gebäude hinter mir mit einer gewaltigen Explosion ausgelöscht. >> Ein Ort des Schreckens weniger. << War meine Antwort ohne in ihre Augen zu blicken und ich wusste was sie in diesem Moment von mir dachte. Schon einmal hatte sie erlebt das ich solche Kräfte habe und damals war es Sarom der sie zu spüren bekam. Auch wusste sie nun, das ich ohne zu zögern meine Kräfte wieder für so etwas einsetzen würde.

An meiner Seite huschte ein großer Schatten vorbei, erst dachte ich es wäre eines der Pferde, aber der Schatten war zu groß gewesen. So groß wie Sänära und ich. Mit einem Blick erkannte ich das es nicht Sänära gewesen war, sie lag immer noch bei den Pferden im Gras und schlief. Auch erkannte ich das nur ich bemerkt hatte, das wir nicht mehr allein waren, denn die Anderen schliefen auch noch. Sänära hatte zur Vorsicht einen Schlaf über sie gelegt, damit keines verschwinden konnte. Vorsichtig erhob ich mich, ging mit einigen Schritten in den dunklen Schatten eines Baumes und war verschwunden. Das was mir mein Vater vererbt hatte, würde mir nun helfen herauszufinden wer dort war. Es dauerte einige Zeit bis dieser große Schatten wieder da war und den Platz untersuchte wo ich eben noch gelegen hatte. Dummerweise konnte ich nicht erkennen mit wem ich es zu tun hatte, nur eines erkannte ich. Es musste den Umrissen nach ein Pferd sein. Ohne das ich ein Geräusch, eine Bewegung oder etwas anderes gemacht hatte das mich verraten konnte. Sah ich, wie sein Kopf in meine Richtung schaute, es wusste wo ich war und das ich es beobachtete. So schnell wie es erschienen war, so schnell verschwand es nun auch wieder. Ich sah noch wie es mitten durch die Herde galoppierte die ich beschützen sollte, doch wachte keiner von ihnen auf, auch Sänära bemerkte es nicht.

Ihm würde ich folgen, denn so wie es aussah kannte es diese Gegend. Es würde uns garantiert in eine sichere Gegend und auch zu sich führen. Ob es das wollte oder nicht. Seinen Geruch, sein Aussehen und seine Geräusche konnte es vor mir verbergen, doch seine Hufabdrucke waren sehr gut zu erkennen. Ich begann wieder mit dem gleichen Spiel wie gestern und auch dieses Mal setzte sich die Herde ohne Schwierigkeiten in Bewegung. Es war nicht leicht gleichzeitig die Abdrücke und die Herde im Auge zu behalten, dennoch schaffte ich es die Herde tiefer in die Berge zu treiben. Wir waren lange unterwegs und die Anzeichen für Menschen waren gänzlich aus dieser Gegend verschwunden, worüber Sänära und ich nicht unglücklich waren. Das Einzigste was mich verwunderte war das Pferd dem ich folgte, es machte keine Anzeichen schneller zu werden oder uns loszubekommen. Vielmehr glaubte ich langsam, das es uns mit Absicht führte und zwar einen Weg den es schon oft gegangen sein musste. Doch als wir durch einen kleinen Wald auf eine Lichtung kamen, hörten die Spuren plötzlich auf, so als wäre dieses Pferd wie ein Geist verschwunden.

Sänära wollte gerade antworten, als wieder der Falke auf einem Ast in der Nähe landete. Sie sah ihn genauso wie ich ihn sah, doch etwas war anders bei ihr. Ihr Wächterinnenamulett und danach der Hals des Falken leuchteten kurz auf. >> Das kann nicht sein. << Ich sah sie verblüfft an, in der Erwartung das sie mich aufklären würde. Doch ihre Aufmerksamkeit ruhte voll und ganz auf dem Falken. >> Wer bist du? << Fragte sie den Falken und ich verstand nun ganz und gar nicht. Er sah sie an und war mit einigen Flügelschlägen wieder verschwunden. >> Warte, du musst dich mir zu erkennen geben. Du gehörst zu uns, zu den Einhornwächterinnen. Es ist dein Schicksal. << Rief sie ihm noch hinterher, jedoch war der Falke schon verschwunden. Sie bemerkte meinen Blick. >> Das was gerade geschehen war, ist schon einmal geschehen. Erinnere dich, erinnere dich an Nezier, an den Tag auf der Insel wo du sie durch das Amulett der Wächterinnen verloren hast. << Ich erinnerte mich. Damals leuchtete Sänära´s Amulett auch auf und kurz darauf erschien das Amulett von Nezier. >> Du meinst das dieser Falke auch eine Einhornwächterin ist, ein Vogel? <<

>> Gut, es gibt nur eine Möglichkeit das herauszufinden. Fragen wir sie. << >> Du bist gut, sie ist kein Einhorn und du hast sie schließlich nicht verwandelt. << >> Ich werde sie in ihren Gedanken fragen. << Ich ging näher an sie heran, sie hob den Kopf und ging einige Schritte verwirrt zurück. Doch die Magie meiner Augen beruhigte sie schnell und sie ließ mich näher kommen. Als ich allerdings mein Horn an ihre Stirn legen wollte, wurde ich von einem großen Schatten zu Boden geworfen und hörte jemanden rufen. >> Nein, die Lady gehört zu mir. <<

Ohne unnötige Bewegungen stand ich auf und wartete was dieser Hengst vor mir tun würde. Wir musterten uns gegenseitig, obwohl mir auffiel das er mich weniger musterte als ich ihn. Er war ein paar Zentimeter größer als ich, wahrscheinlich sieben bis neun. Sein Fell hatte verschiedene Farbtöne, braun, schwarz und rot. Wobei braun die Grundfarbe zu sein schien und die anderen Farben nur leicht rausschimmerten, aber auch von dem silbernen Glanz in seinem Fell noch mehr gemindert wurden. Die Beine jedoch waren unterschiedlich silberweiß, während seine Hufe genauso silbern waren wie die von Silverstar und sein Maul hatte graue Farbe. Seine Schweif und Mähnenhaare waren dunkelbraun und hatten hier und da einige silbergraue Strähnen, die mich an meine Haare erinnerten. Was mir auch auffiel war sein arabisches Aussehen, das mich etwas verblüffte. Auf seiner linken Flanke konnte ich ein Brandzeichen erkennen, welches ich in meiner Zeit noch nie gesehen hatte. So filigran, das es unmöglich von Menschlicher Hand sein konnte. Es war ein Schwert, das mit der Klinge im Boden steckte und von einer Rose und einem Seidentuch umwunden war. Dort wo die Spitze den Boden berührte, schauten zu beiden Richtungen zwei Flügel zu den Seiten. Ich sah wie jeder einzelne Muskel in seinem Körper vor Anspannung zuckte, aber dennoch hielt ihn etwas zurück mich anzugreifen.

>> Ein paar Dinge gibt es da die wahrscheinlich nichts damit zu tun haben. Damals wie der Lkw, in dem meine Mutter war und zum Schlachter sollte, explodierte. Wie ich aus dem Stall mit meiner Lady geflohen bin. Das sie unsterblich geworden ist und einiges andere mehr. Jedoch glaube ich das meine Träume die ich von Zeit zu Zeit habe, des Rätsels Lösung sind. << >> Welche Träume sind das? << >> Ich weiß es nicht, nur das sie nachts da sind und ich immer mit einiges an magischen Wissen mehr aufwache. Dadurch bekomme ich mehr und mehr meine Fähigkeiten unter Kontrolle, es ist als würde mir jemand in meinen Träumen die Magie beibringen. Vielleicht ist das was du mit Lady Adelaine vorhattest ein Weg um herauszufinden was mich wirklich schützt. << >> Du willst also das einer von uns seine Seele mit deiner verschmelzt? << Ich wusste im Grunde schon seine Antwort, da er im Herzen mir sehr ähnlich war. >> Ja, wenn das der einzige Weg ist um ein wenig über meine Träume herauszufinden, so sollten wir es tun. Doch wollte ich eigentlich mit euch beiden meine Seele verschmelzen, zur gleichen Zeit. << Wir sahen Shailen nun ein wenig verwirrt an und wussten ehrlich nicht so genau was wir davon halten sollten.

Shailen´s Fähigkeiten wurden immer geheimnisvoller für mich, jedoch hoffte ich auch das sie stark genug werden könnten, um uns beim Kampf zu unterstützen. Denn Hilfe brauchten wir auf jeden Fall, jetzt nachdem Highlight verloren war. Es tat wieder tief in mir weh, als ich daran dachte. Sänära erkannte was in mir wieder vorging und wusste das dies im Moment zu gefährlich war. Noch immer war da dieser Wahn von Janu in mir, den ich aus der Box mit mir genommen hatte und jetzt könnte er von uns allen Besitz ergreifen, solange wir in Shailen´s Seele wären. >> Es wird Zeit zu gehen Ajeta. Vater, ich bin froh dich noch einmal gesehen haben zu können und auch das du Fähret, deinen wahren Weg gefunden hast. << Sänära rieb noch einmal ihren Hals an Norain und danach an Fähret. >> Norain kann froh sein dich zur Tochter zu haben, so wie ich stolz auf meinen Urenkel bin. Lebt wohl. << >> Ihr könnt immer zu uns kommen, wenn etwas ist, meine Tochter. Doch nur, wenn Shailen es euch erlaubt, jedoch glaube ich bestimmt das er sich nicht dagegen stellen wird. Firestorm, eine Bitte habe ich an dich. Nimm Shailen und die Lady Adelaine mit zu dir auf die Insel, dort sind sie sicherer als hier und Shailen kann seiner Aufgabe als Wächter über dich leichter nachgehen. Ach und ich glaube Fähret möchte das Lingara erfährt, das es ihm Leid tut und er schon alles bereut. << >> Ich glaube mittlerweile dürfte Lingara etwas froh darüber sein, sie hat auch schon zweijährige Zwillingsstuten von mir und deine Bitte werde ich gerne erfüllen, da Shailen. <<

Kapitel 9 & Kapitel 10

>> Er ist so wie du. << Ein wenig erstaunt sah ich Sänära an. >> Bitte, streite es nicht ab. Ich weiß genug über dich durch Nezier und Drak um das wissen zu müssen. << >> Ich werde es nicht abstreiten, denn das kann ich nicht da es schon stimmt. Er könnte fast mein jüngerer Bruder sein. << >> Vorsicht mit dem was du sagst, er ist Araber und deine Mutter wird vor Shadow garantiert auch andere Hengste gehabt haben und viele Arabische Blutlinien reichen weit in der Zeit zurück. Vergiss auch nicht das einige deiner Töchter die Insel verlassen haben, bevor die Sache mit Sarom war. Es wäre nicht undenkbar das er einer deiner Urenkel ist. Also könnte er wirklich mit dir verwandt sein. << Das machte mich ein wenig nachdenklich, da das was sie gesagt hatte wahr sein könnte. Doch würde ich dies wohl nie erfahren, auch nicht durch Shailen.

Ich zog den Kreis enger und hoffte so das ihnen keine Wahl blieb, aber das brachte mich mehr oder weniger in Gefahr. Ich wurde angerempelt, fiel und spürte Hufe über mir. Hufe voller Angst vor dem was um sie geschah, aber auch eine Angst wenn ein Huf meinen Körper berührte. Unter größter Mühe konnte ich aufstehen und war froh das ich unsterblich bin, ein Pferd ohne diese Gabe hätte die Hufe nicht überlebt. Ich wusste nicht was ich noch tun sollte, da es zu viel für mich war. Hatte ich ein Pferd fast am Portal, kam mir ein anderes in die Quere und die Mühe war umsonst gewesen. Doch zu meinem Glück kam Shailen zurück durch das Portal. >> Es hat so lange gedauert und ich dachte das du vielleicht Hilfe brauchen kannst. << >> Die brauche ich wirklich, danke. << Shailen nickte mir zu und begann die eine Seite der Herde in den Griff zu bekommen während ich es mit der Anderen versuchte. Ich spürte so manches Mal einen Huf an meinem Kopf vorbeijagen, oder ein erbostes Quieken war zu hören, wenn ich nach einem Pferd schnappte um es anzutreiben. Shailen ging es nicht besser, aber er schien sich in dieser Rolle genauso wohl zu fühlen wie ich. Doch ich musste bemerken, das er um einiges schneller war als ich. Seine Bewegungen waren fließender, so als wäre er wie Wasser. Noch heute weiß ich nicht viel über seine Vergangenheit, denn er verschweigt sie noch immer. Aber zumindest weiß ich, das er einmal ein mehr als berühmter Hengst im Pferdesport war. Solange, bis er auf seine Lady traf.

>> Ich werde dir helfen egal was du auch hast. << Ich wollte ihm mein Horn an den Körper legen, aber wurde durch die Lady Adelaine abgehalten. Ich verstand nicht was das sollte und versuchte an ihr vorbei zu kommen, jedoch folgte sie mir und sie sah mir direkt in die Augen, in ihren war eine Erkenntnis die ich noch weniger verstand als das was sie tat. Sie wollte um keinen Preis der Welt das ich zu ihm komme. Sänära versuchte nun zu Shailen zu kommen, da ich ja nicht konnte. Aber die Lady war schnell und ließ ihre Hufe vor Sänära durch die Luft jagen, jedoch ohne sie zu treffen. Das was die Lady tat hätte ich nie von ihr erwartet, da sie so anschmiegsam und zärtlich war, wenn Shailen in der Nähe ist. Ich war verzweifelt, da das Wiehern von Shailen in mir Erinnerungen weckte die ich gerne vergessen würde. Erinnerungen an Highlight´s Tod auf der Insel durch das Amulett von Dreamok und ich wusste das Sänära die selben Erinnerungen hatte. Shailen verstummte plötzlich und lag da als wäre er tot. Keine Regung war an seinem Körper zu sehen, doch dann kam ein Ruck durch ihn und ich sah das er wieder atmete. Er öffnete die Augen, hob langsam den Kopf und stand mit großer Vorsicht auf. Die Lady kam sofort auf ihn zu und schmiegte sich an seinen Hals, mit gleicher Zärtlichkeit gab er ihr das zurück was auch sie ihm gab. Ich schnaubte leicht und sah die beiden an. >> Es tut mir leid euch beide zu stören, aber eigentlich möchte ich erfahren was da eben geschehen ist. << Shailen schob sanft seine Lady zur Seite und ich erkannte das seine Augen flackerten. >> Das was mir eben passiert ist, ist zugleich Segen und Fluch. Norain und Fähret haben dir doch erzählt, das ich von Zeit zu Zeit in die Zukunft sehe, nur haben sie dir verschwiegen wie schmerzvoll es für mich sein kann. << >> Du meinst dass das was dir eben widerfahren ist, diese Fähigkeit ist in die Zukunft zu sehen? <<

Die schwarzen Rosen mit den feinen roten und weißen Linien, die um die Statue wuchsen, waren wie immer in voller Blüte und erinnerten mich wie die Statue an Highlight´s schicksalhaftes Ende. Auch in Sänära kamen die Erinnerungen hoch an ihn. Ihre Liebe zu ihm war mehr als stark und doch wusste er nichts davon. Auch wussten wir nicht was wirklich mit ihm geschehen war. Ob Highlight wirklich tot war oder fortgerissen wurde an einen anderen Ort durch eine unbekannte Macht. Ich konnte mir vorstellen das Sänära von Drak wusste wo Highlight wirklich war, aber das würde ich von ihr nicht so schnell erfahren. Jedoch war ich mir auch nicht so sicher, ob ich es überhaupt wollte. >> Ich verstehe, es ist zu schwer darüber zu reden. Bringen wir lieber Janu in den Stall. << Shailen hatte unsere Stimmung bemerkt, vielleicht hatte er aber auch unsere Gefühle mit seiner Magie gespürt die immer da war, ohne das er etwas dagegen tun konnte.

Des Öfteren war ich auf den Terrassen der oberen zwei Stockwerke gewesen, doch auch von da konnte man nicht ins Innere. Jedoch war der Anblick von der obersten Terrasse atemberaubend, von ihr konnte man über das ganze Tal sehen. Dadurch das der Turm mit dem Berggipfel am unteren Teil verbunden war und der Teil mit der Turmspitze noch vierzig Meter über dem Gipfel lag, war in alle Richtungen uneingeschränkte Sicht. Drak hatte bei dem Bau des Schlosses alles miteinbezogen was die Insel zu bieten hatte. Nichts hatte er dem Zufall überlassen. Er hatte die Schönheit des Schlosses mit der Technologie und der Magie seines Volkes vereint und dadurch einen wundervollen Ort erschaffen. Auch der Vorraum war so wie alles im Schloss mit allerlei Verzierungen, Bildern, Figuren und Symbolen übersät. Die Tore selbst waren nicht mehr aus dem starken Holz woraus die anderen Türen gemacht waren, sie waren aus dem Metall wie meine Armreifen und die Wächteramulette. Doch war nicht nur das anders, es war ihr Schutz, der sogar mir den Weg versperrte.

Ich hatte nicht vergessen wie er mich weggestoßen hatte, als ich versuchte mit seiner Lady meine Seele zu verschmelzen, um zu erfahren wer sie war und woher sie kam. Seine Kraft hatte mich mehr als überrascht und ich konnte mir vorstellen das dort noch mehr davon in ihm schlummert, mehr als in mir. Es geschah etwas das ich nie von ihm erwartet hätte, zumindest nicht nachdem was uns Norain und Fähret gesagt hatten. Ich spürte wie sich in ihm etwas aufbaute, eine Kraft die sehr stark war und zu meiner Verblüffung bestand sie aus Magie. Diese Magie erfasste die Tore und ließ sie unter ihrer Kraft erzittern, jedoch öffneten sie sich nicht und ich glaubte auch das Shailen nicht so ganz freiwillig seine Kraft befreit hatte. Es war fast wie ein Hauch, als aus seiner Seele und seinem Maul die Lösung des Rätsels kam.

Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Shailen, der etwas auf dem Tisch vor sich begutachtete. Es waren zwei Schwerter, ein Bogen, ein langer Stab, zwei Waffen die ich nicht kannte, ein kleiner Stapel Karten, Armreifen so wie wir alle sie hatten und eine Schriftrolle. Über einen Stuhl gelegt, hangen einige Kleidungsstücke für einen Menschen und daneben zwei längere Schaftstiefel. Schnell hatte ich erkannt, das Shailen diese Schriftrolle las. Seine Augen ließen hier und dort einen Ausdruck der Erstauntheit erkennen, aber auch der Erkenntnis. Ich ahnte das dies eine Nachricht von Drak für ihn war. So wie es schien, wusste Drak immer mehr, als er zugeben wollte oder konnte. Mit einem Mal wurde Shailen von einem kleinen Sandsturm erfasst, der sofort wieder verschwand und vor uns stand ein kräftig gebauter reifer Mann, nackt. Seine Haut war braungebrannt und er war noch immer so groß wie als Pferd, wenn man von seinem Wiederrist aus gemessen hätte. Geschmeidig schob er sich seine langen Haare hinter seine Schultern, die in der gleichen Farbe waren, wie seine Mähne. Auf seiner linken Schulter war ein Tätowierung zu erkennen, es war das farbliche Gegenstück zu seinem Brandzeichen. Ein Schwert, das mit der Klinge im Boden steckt und von einer Rose und einem Seidentuch umwunden war. Wo die Spitze den Boden berührte, schauten zu beiden Seiten, zwei silberweiße Flügel zu den Seiten. Die Muskeln in seiner Haut waren nicht zu übersehen und so wie die in seiner Pferdegestalt.

Schnell hatte ich erkannt, das es Tarotkarten waren, mit Einhörnern, Pegasus und Pferden darauf. Nur auf wenigen waren Menschen zu sehen, die jedoch meistens Magier waren. Er nahm sich eine Karte heraus und sah sie sich lange an. Als ich die Karte genauer über seinen Schultern hinweg betrachtete, erkannte ich das Shailen und Adelaine auf dieser Karte waren. An ihrem unteren Ende stand die Liebenden. Er schob sie wieder zurück und nahm einige Karten mit denen er nun auf uns zukam. >> Es ist alles von dem, den du Drak nennst. Er wusste das ich kommen würde, hatte sogar darauf mehr als gehofft. Zumindest fast alles ist von ihm. Die Karten und der Stab sind es nicht. Er weiß selbst nicht mehr woher er sie hatte, doch er wusste ihre Bedeutung. Nicht nur wegen ihrer Eigenarten. Bei den Karten wurde ihm schnell klar, was sie bedeuteten. Sie halfen ihm auch euch zu erkennen. << Sänära und ich sahen ihn verwirrt an, doch als er uns die Karten des Herrschers, der Herrscherin und der Hohepriesterin hinhielt, wurde es uns bewusst. Auf der Karte des Herrschers war ich abgebildet, die Herrscherin war meine Silverstar und Sänära erkannte ich als Hohepriesterin wieder.

Kapitel 11 & Epilog

Wir brauchten nicht lange von dem Portal bis zur Stadt. Doch wir hatten ein gewisses Problem, denn es war noch Tag. Jedoch konnten wir keinen Moment länger warten, es stand zuviel auf dem Spiel. Es war Marinas Leben und Janus Verstand der von unserem Gelingen abhing. >> Wir beide gehen alleine. Die Lady wird mit dir hier warten Firestorm. Sänära und ich fallen weit weniger auf, als ihr. << >> Warum reiten wir nicht zu Marina? Ihr auf eurer Lady und ich auf Firestorm. << Shailen sah Sänära an, die seinen Blick nicht so Recht zu deuten vermochte. >> Ihr solltet nachdenken. Wir sind sehr nahe an Frankfurt. Ich erkenne die Gegend hier wieder und es ist noch nicht lange genug her, das ich Adelaine mit mir nahm. Jemand könnte sie erkennen und was wollt ihr dann machen? << Darauf hatte die Wächterin keine Antwort. >> Gut, wir werden hier warten. Zumindest ich. Was eure Lady betrifft, so müsst ihr das mit ihr klären. << >> Das habe ich bereits. << Ich nickte und sah wieder zu Sänära, die schon ihre menschliche Gestalt angenommen hatte.

Sie brauchten nicht lange bis sie in der Straße waren, wo Marina lebte, doch als sie in diese einbogen holte sie ein Schrecken ein. Vor dem Haus, was ich den beiden beschrieben hatte, stand ein Krankenwagen mit offenen Türen. >> Oh nein, wir kommen so ziemlich zu spät. Jetzt haben wir ein Problem. << Sänära wusste nun nicht mehr was sie machen sollten, im Gegensatz zu Shailen. Er ging einfach weiter auf das Haus zu und in die Einfahrt, so als wäre nichts. Er läutete und ihm wurde aufgemacht. Nach einem kurzem Gespräch verschwand er im Haus. Die Wächterin stand da und war mehr als verwundert darüber. Sie konnte nicht ahnen das Shailen etwas tat, was für ihn nichts besonderes war. Denn die Hoffnung und das Vertrauen waren seine größten Güter, neben seiner Liebe.

>> Ich bitte dich Marina. Janu braucht dich und du wolltest doch noch einen Ort sehen, von dem dir erzählt wurde. Du kannst jederzeit dorthin, wir bringen dich zu diesem Ort. << Doch er sah, wie nun eine Karte nach der anderen aus ihren Händen fiel, solange bis das Rad des Schicksals noch in ihrer Hand war. Doch als ihr Kopf zur Seite rutschte und die Augen geschlossen waren, fiel auch sie aus der Hand. >> Nein, das kann nicht sein. Marina, du darfst nicht aufgeben. Deine Zeit ist noch nicht gekommen, denn da ist noch jemand der dich braucht. << Doch da war keine Regung mehr in dem Mädchen und der Arzt sah schon auf die Uhr, um die Todeszeit festzustellen. >> Wir waren zu spät, es tut mir Leid Marina und auch um Janu tut es mir leid. Viel Glück in der anderen Welt. << Es glitten noch einige Lateinische Wörter über seine Lippen, die ein Gebet waren und er legte die Karten auf ihren Nachttisch. Shailen gab dem Mädchen noch einen Kuss auf die Stirn, auf die nun eine seiner Tränen tropfte, die silbern glänzte. Die Träne rollte bis zu ihrem Mund hinab und verschwand darin mit einer kleinen Sternenexplosion.

>> Was ist mit ihr, kann sie Janu sehen? << >> Nein. Die Zukunft ist immer im Wandel und das Schicksal ist ein Kartenspiel.. << War seine Antwort und als Sänära die Karte dreizehn auf den Boden flattern sah, wurde es ihr bewusst. Die dreizehnte große Arkana, die Karte des Todes. Auf ihr war ein schwarzer bösartig aussehender Einhornhengst, mit einer Blesse, die der meines Sohnes Darkstar ähnelte. Kaum war sie auf dem Boden aufgekommen, verbrannte sie zu Asche, die vom Wind fortgetragen wurde. Sie folgte ihm und wusste selbst nicht mehr weiter. Vor allem wie sie es mir erklären sollten, denn all das war umsonst gewesen. Doch weit kamen beide nicht, denn hinter ihnen wurde die Tür aufgerissen und der Vater von Marina kam hinterher. In der Hand hielt er die Karten.

Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder Janu wurde vernünftig in Marinas Nähe, oder er würde einen Kampf mit zwei Hengsten führen, der unter Umständen tödlich sein konnte. Jedoch nur für ihn. Mir missfiel nur, das Shailen die Lady auf seinem Paddock haben wollte. Ich dachte daran, das sie in Gefahr kommen könnte. Doch er versicherte mir, das sie besser kämpfen konnte als ein gewöhnlicher Pferdehengst. Sogar mir könnte sie gefährlich werden. Ich hatte ein wenig belustigt gewiehert, war aber sofort verstummt, als er mir erzählte, was sie schon einmal mit einem aufdringlichem Hengst gemacht hatte. Er war nach dieser Begegnung ein Wallach gewesen. Als ich wissen wollte ob es ein Scherz war, verneinte er es. >> Sie ist wie eine Rose. Lieblich in ihrer Blütenpracht, doch mit Dornen die einen böse verletzen können. << War eine weitere Antwort von ihm darauf. Doch auch ihm verging ein wenig das Lachen, als ich ihm mitteilte das zwei Stuten aus meiner Herde ein Auge auf ihn geworfen hatten. Es waren die Zwillinge Kassandra und Kalypso, die aus einer Verbindung von Lingara und mir stammten. Wunderschöne zweijährige Schimmelstuten, die einen leichten arabischen Touch hatten. Er konnte sich diesem Schicksal nicht entziehen, denn die beiden waren sehr vereinnahmend in den meisten Dingen. Vor allem aber auch in allem einig und das machte es doppelt schlimm. Auch Norain würde sich freuen, denn Lingara war seine Tochter und es wäre etwas schönes für ihn, wenn er zwei seiner Enkelinnen an Shailen´s Seite sehen würde. Aber als er sie dann sah, war es schon zu spät.

Wir hörten wie die Schritte in unsere Richtung lenkten und dann kamen sie um die Ecke. Ich sah wie sich die Augen von Marina weiteten und sie sich mit Tränen füllten. Mir kam in Erinnerung, als ich sie das erste Mal sah, wie schwach sie auf ihren Beinen war. Doch jetzt, war das Leben wieder in ihr erblüht. Die Träne von Shailen hatte mehr bewirkt, als ich geglaubt hatte. Sie kam jedoch mit ruhigem Schritt auf uns zu, denn sie wollte jeden Schritt auf Janu zu auskosten. Vor allem schien es noch immer so, als glaubte sie zu träumen. Doch dem war nicht so, denn da stand ihr geliebtes Pferd, auf einem Paddock und wartete auf sie. Sänära bedeutete zu warten und ging zuerst alleine auf das Paddock. Sie sah das Janu Marina schon erspäht hatte und sein Blick auf ihr fixiert war. Mit größter Vorsicht und bereit für einen Sprung vom Paddock, um uns beiden Platz zu machen, zog sie das Halfter von seinem Kopf.

<<<<<))==============((>>>>>

Donnerwelle