Teil 3 & 4Donnerwelle

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Teil 5

„Es war ein sehr langer Ritt. Wir waren fast fünf Tage unterwegs und dann kam eine Burg in Sicht. >> Das ist die Burg von Jursa, in ihr ist die Statue. << >> Sie schaut gut befestigt aus, wird nicht leicht. Wißt ihr einen Geheimgang? << Hetrack hatte Recht, die Burg war sogar sehr gut befestigt für diese Zeit. Doch das dürfte eigentlich kein Problem sein. >> Es gibt mehrere Geheimgänge, aber Jursa läßt sie schwer bewachen. << >> Also heißt es, das wir uns einen anderen Weg suchen müssen. Gibt es in dieser Burg einen Markt? << >> Ja, den gibt es, aber was soll der uns helfen? << >> Das ist ganz einfach. Wenn es einen Markt gibt, kam man da auch etwas Kaufen und dazu braucht man Händler die etwas verkaufen. Hetrack wie viel Gold hast du dabei? << >> Genug um einen ganzen Markt zu kaufen. << >> Das ist gut, zusammengelegt können wir sogar zwei kaufen, aber mir reichen ein oder besser noch zwei Wagen. Erinnerst du dich noch an Troja? << >> Oh ja, sogar noch sehr gut. << Da hatten wir auch ein bißchen mitgespielt. Ich kann mich immer noch sehr gut an die dummen Gesichter erinnern, als sie von uns aus dem Schlaf gerissen wurden. Ihr könnt euch auch bestimmt denken warum man niemals das Pferd finden konnte. Geht auch schlecht, da es in einem von unseren Museen steht. >> Wovon redet ihr beiden denn? Ihr wollt euch doch nicht als Händler verkleiden? << Barroc schien es begriffen zu haben. >> Doch das wollen wir, oder besser Gesagt faßt. Denn ihr werdet euch zwischen den Waren verstecken, da sie eure Gesichter wahrscheinlich kennen und wir warten bis es Nacht ist. Dann ist die Zeit zum zuschlagen gekommen, so wie in Troja, aber wir öffnen keiner Armee das Tor. Es dürfte zwar etwas schwer werden in das Innere vorzudringen, sind wir aber erst mal drin, müssen wir uns überlegen wie wir die Statue bekommen und wieder hinaus kommen. Mit dem Einhorn. << Wir ritten zu dem Hauptweg und warteten dort darauf das ein Händler vorbei kämm. Endlich kam einer und bei unserem Glück hatte er sogar zwei Wagen dabei. Ich ritt auf ihn zu und er hielt seinen Wagen an. >> Was kann ich für euch tun, Herr? << >> Ich möchte deine Wagen und deine ganze Ware kaufen. << >> Meint ihr das ernst? << >> Ja, sag mir einen Preis. << Er war nicht dumm und verkaufte uns beide Wagen für einen sehr hohen Preis, aber wir brauchten sie nun einmal. Das einzige was er uns nicht verkaufen wollte waren seine Pferde, außer ich hätte ihm Kalif dafür gegeben. Uns blieb nichts anderes übrig, als die Pferde von Milrah und Barroc vor die Wagen zu spannen. Kalif und Hetrack´s Pferd banden wir an die Wagen. Meine größte Sorge war nur das Kalif zu sehr auffallen würde. Doch es war leichter als erwartet. Wir suchten uns einen Platz auf dem Markt und machten das was alle Händler taten, wir holten so wenigstens etwas von unserem Gold wieder zurück. Im Grunde liebte ich den Markt, aber die Angebote die ich immer für Kalif bekam nervten. Dann wurde es so langsam Abend und wir fingen an unsere Wagen zu packen. Doch wir blieben wie so manch anderer Händler mit unseren Wagen auf dem Marktplatz stehen. In diesen Zeiten war es besser bei Einbruch der Dunkelheit in einer Burg zu sein, da es viele Leute gab die einem den Gewinn streitig machen wollten. Kurz vor Mitternacht war es soweit und vier Leute schlichen durch die Gassen. Es waren nicht sehr viele Wachen in dieser Burg und das beunruhigte mich. >> Wo sind all die Wachen, eine Burg wird sonst stärker bewacht. << Fragte ich Barroc. >> Ich weiß es nicht, vielleicht sind sie. << Doch weiter kam er nicht, da eine Wache um die Ecke kam. >> Halt, wer seid ihr? << Im Bruchteil einer Sekunde zog ich meinen Dolch und warf ihn auf die Wache, jedoch traf ich ihn nur mit dem Griff am Kopf und er fiel bewußtlos zu Boden. Es war besser so, hätte ich ihn getötet würde die nächste Wache das Blut auf dem Boden sehen. Ich schaute mich schnell um und sah das dort keine anderen Soldaten waren, ich nahm meinen Dolch und zog die Wache in die Dunkelheit. >> Und jetzt? Es wird doch auffallen wenn er sich nicht bei den anderen meldet. << >> Das wird es nicht. Hetrack gib mir die beiden Flaschen. << Er gab sie mir, ich öffnete eine davon und goß den ganzen Inhalt auf den Soldaten. >> Wein? << >> Ja, Wein. Jede Wache die ihn hier sieht wird denken das er zuviel getrunken hat. << >> Aber wenn er aufwacht, wird er sich dennoch an uns erinnern. << >> Nein, das wird er nicht. << Ich goß von der zweiten Flasche etwas aus und legte sie ihm in die Hand, die andere Flasche legte ich neben ihn hin und dann hielt ich meine Hand an seinen Kopf. >> Ihr löscht seine Erinnerung? << >> Nicht nur das, ich gebe ihm auch neue, an eine vergnügungsreiche Nacht. So, aber nun weiter. << Endlich waren wir an der Mauer vom Hauptteil der Burg angelangt. >> Jetzt heißt es Klettern. << Ich holte einen Wurfanker heraus und warf ihn auf die Mauer. Kletterte hinauf und schaute mich um. Zum Glück war keine Wache auf der Mauer und ich winkte den anderen mir zu folgen. >> Einen Teil haben wir hinter uns, wollen mal sehen wie es weiter geht. << Ich lief ein Stück weiter auf der Mauer und sah in den Burghof. Es war niemand zu sehen, aber wer weiß wie lange. Also ging ich wieder zurück und sah das die anderen schon oben waren. >> Bis jetzt habe ich noch niemanden gesehen. Barroc, wo lang jetzt? << >> Wir müssen durch einen der Turmeingänge ins Innere und danach in das Kellergewölbe. << >> Gut, aber ich geh voran ihr bleibt dicht hinter mir und zeigt mir den Weg. Hetrack du hältst uns den Rücken frei. << Wir gingen ohne Probleme in das Innere der Burg und dann kamen wir in die Kellergewölbe. Doch es war ruhig, zu ruhig für meinen Geschmack. >> Mir gefällt das nicht. Wo sind all die Wachen. << >> Du hast recht, es ist zu still. Still genug für eine Falle. Also Barroc, wo sind deine vier Dutzend? << >> Ich weiß es nicht. << >> Wie weit ist es noch? << Fragte ich ihn. >> Dort hinter der Ecke ist ein Raum in dem ein Geheimgang ist. Wenn wir dem folgen, kommen wir in den Raum wo die Statue steht. << Es war so wie er es gesagt hatte. Doch als wir das Ende von dem Geheimgang erreicht hatten, erwartete uns eine Überraschung.“

Teil 6

„Vor uns war eine riesige Halle. Als ich mich umschaute, wußte ich wo die ganzen Leibwächter abgeblieben waren. Sie hielten ein Ritual ab, das sich gerade dem Ende näherte. Noch hatten sie uns nicht bemerkt, da sie uns ihre Rücken zugedreht hatten. Doch etwas erregte meine Aufmerksamkeit. In der Mitte stand Jursa mit einem Schwert und schlug gerade auf einen großen Schatten ein, der sofort zusammen sackte. Ich erkannte zu spät was dieser Schatten war, aber bevor ich etwas tun konnte, hörte ich die Stimme von Barroc. >> Vater, was hast du getan. << Rief er und ich war mehr als erstaunt. Jursa und seine Leibwächter drehten sich zu uns um. >> Barroc, Sohn. Du bist wieder da und wer sind die Leute bei dir? << >> Ja, das bin ich, aber wie ich sehe, bin ich zu spät. Diese Leute sind meine Freunde. << Dann sah Jursa Milrah und seine Miene verdunkelte sich. >> Was macht sie hier? Ich dachte sie wäre getötet worden. << >> Sie. Wir sind hier um dich aufzuhalten. << >> Ihr wollt mich aufhalten. Du, mein einziger Sohn willst mich verraten. << >> Das will ich. << Jursa kam auf uns zu,  ich sah an ihm vorbei und sah was der Schatten war, es war ein Einhorn. Doch dann sah ich den schwarzbraunen Kopf aus dem das Blut quoll und ich sah die weiße Schnippe auf der Oberlippe. >> Aschantor. << Sagte ich. >> Du Mistkerl hast Aschantor getötet. << >> Wer bist du und was geht dich an was ich mache? << >> Ich bin Drokar, der Wächter der Zeit, ich bin das letzte Wesen was gegen dich kämpfen und dich töten wird. Und mich geht es sehr wohl etwas an, denn das Einhorn was du getötet hast war mein Freund. Damit habt ihr euer aller Todesurteil unterzeichnet. << Ich zog meinen Dolch und als Jursa sah wie er sich zum Schwert verwandelte, erkannte er den Ernst der Lage. >> Wachen, tötet sie. << Die Leibwächter zogen ihre Schwerter und kamen auf uns zu. Hetrack und Barroc zogen nun auch ihre Schwerter. >> Nein, die gehören mir, alle. Ihr holt euch das Horn von der Statue. << Es waren viele Leibwächter, zu viele für ein Schwert, also zog ich meinen zweiten Dolch der auch zu einem Schwert wurde. Statt aus Schlangen, bestand sein Griff aus Drachen. Ich schrie so laut das es in den Ohren dröhnte und griff an. Ich streckte einen Leibwächter nach dem anderen nieder und das Blut floß in Strömen. Die Leibwächter versuchten verzweifelt meine Hiebe zu parieren, doch es nützte nichts und ein Schwert nach dem anderen zerbrach durch meine Klingen. Meine Bewegungen wurden immer schneller, ich mußte aufpassen das sie nicht zu schnell wurden, da ich nie meine wahre Stärke zeige. Es ist immer besser ein As im Ärmel zu haben. Jursa merkte schnell das ich mehr als gefährlich war. Denn er zog sich immer weiter zurück, aber ich spürte das er auch Energie sammelte und mich mit Magie bekämpfen würde, wenn ich seine Leibwächter besiegt hätte und das würde nicht mehr lange dauern. Jedoch konnte er soviel Energie sammeln wie er wollte, ich kenne die Magie schon länger als dieser Planet existiert. Im Augenwinkel sah ich das die anderen die Statue erreicht hatten und versuchten das Horn ab zu bekommen. >> Drokar, wir kriegen das Horn nicht ab und mit dem Schwert traue ich mich nicht, da ich dabei das Horn vielleicht beschädige. << >> Dann nimm den Laser. << >> Aber dann sehen sie ihn doch. << >> Pfeif drauf und tue was dein Führer dir befielt. Du kannst aber auch gerne die ganzen Böden auf der Shee Haen reinigen, mit einer Zahnbürste. << Hetrack zögerte nun keinen Augenblick, aktivierte den Laser in seinem Armband und fing vorsichtig an, das Horn vom Kopf zu trennen. >> Gleich bin ich bei dir Jursa und dein letztes Stündlein hat geschlagen. << Jursa schien nicht sehr beeindruckt und ich merkte auch warum, er hatte genug Kräfte gesammelt und war kampfbereit. Dann war es soweit, der letzte Soldat fiel zu Boden und ich stand Jursa gegenüber. Jedoch hörte ich weitere Wachen im Geheimgang und sah danach das Band neben Jursa. Er hielt es in der Hand und grinste. >> Egal wie viele Wachen du rufst. Sie alle werden sterben, doch nicht mehr durch meine Schwerter. << Ich rammte beide Schwerter in den Boden und erschuf einen Energieball, den ich in den Gang warf und kurze Zeit später hörte man ein zischen und das schreien von Menschen. Ich wendete mich wieder Jursa zu und sah das er meine Abwesenheit genutzt hatte, indem er einen Feuerball erschaffen hatte und ihn mir nun entgegen warf. Doch zu seiner Erstauntheit fing ich den Ball. >> Keine Taschenspielertricks bitte. << Ich schloß meine Hand und der Ball erlosch. >> Verabschiede dich von dieser Welt. << Ich kreuzte meine Arme vor der Brust und lies sie in einer Bewegung nach unten gleiten, so das die Arme vor meinem Bauch waren und die Handflächen sich berührten, nach kurzer Zeit entstand ein leuchten zwischen den Händen das immer stärker wurde. Jursa wich immer weiter zurück, dennoch nutzte ihm das nichts. Dann lies ich meine Hände nach vorne auseinander schnellen und ließ die Energie auf Jursa los. Sie erfaßte ihn mit einem grellen Licht und als sich alles wieder verdunkelte war dort nur noch ein Häuflein Asche. Ich lief in die Mitte des Raumes und kniete mich neben den Leichnam von dem Einhorn. Meine Augen hatten sich nicht getäuscht, obwohl ich es gehofft hatte. Es war Aschantor und neben ihm lag sein Horn. >> Es tut mir leid um deinen Freund. << Milrah kniete sich neben mich und sah mir in die Augen, in denen sich eine Träne bildete. Die Träne fiel und bevor sie den Boden berühren konnte, verschwand sie wie ein sterbender Stern. >> Ich kannte ihn schon als er ein Kind war und habe oft mit ihm und Schewara in meinem Schlossgarten gespielt. Es ist auch zum Teil meine Schuld das dies passiert ist. Durch eine meiner Ideen wurde er vor mehr als zwei Jahrhunderten in dieses Wesen verwandelt. << >> Was wäre wenn es nicht geschehen wäre, dann wäre er schon lange tot und er hatte bestimmt eine schöne Zeit als Einhorn. << >> Das hoffe ich. Ich kann nur noch eines für ihn tun. << Ich stand auf und ging einige Schritte zurück. Dann hielt ich mir meine rechte geöffnete Handfläche an die Stirn, lies die Hand zu meinem Mund hinab gleiten und hauchte hinein. Ich schloß sie, hielt sie an mein Herz und sie fing schwach an zu glühen. Nun drehte ich meine Hand in Aschantor´s Richtung und öffnete sie. Ein kleiner Lichtball schwebte von meiner Hand auf ihn zu, es war der Stern der Erlösung, er berührte seine Haut und drang ein. Aschantor fing nun an zu leuchten, er leuchtete in vielen verschieden Farben und mit einer Helligkeit die immer stärker wurde. Und langsam begann sein Körper sich nach und nach aufzulösen, um an einen Ort zu verschwinden, den nur ein Wesen mit einem reinen Herzen sich vorstellen und ihn auch betreten konnte. >> Auf bald Aschantor. Grüß Schewara von mir. << Ich wischte mir eine weitere Träne aus dem Gesicht und ging mit Milrah zu den anderen. >> Er war es? << Fragte mich Hetrack. >> Ja. Hast du das Horn? << Er nickte und hielte es mir entgegen. Ich nahm es und schaute es an. >> Und ihr braucht das Horn vom Urvater um euch wieder zurückzuverwandeln? << >> Ich brauche es, weil es mein Horn ist, in Wahrheit bin ich der Urvater oder besser gesagt die Urmutter. << Nun war ich wirklich erstaunt. Ich wußte das sie ein Einhorn war, aber nicht das sie das aller erste ist und das der Urvater eine Stute war. >> Es gibt da nur ein Problem, um den Fluch zu brechen brauche ich ein anderes Einhorn. << Das war wirklich ein Problem. Heute wüßte ich vier Einhornhengste die ihr bestimmt helfen könnten, doch damals. >> Ich könnte mich ja in eines verwandeln. << >> Das wäre aber leider nicht dasselbe. Ich brauche ein Einhorn, oder ein Pferd das Einhornblut in sich trägt. << Pferd mit Einhornblut, schoß es mir durch den Kopf und mir fiel da jemand ein. Ich drehte mich zum Eingang und pfiff. >> Wieso pfeifst du nach Kalif? << Fragte mich Hetrack erstaunt. >> Ich glaube, ich weiß warum. << Milrah hatte verstanden was ich vorhatte. Es dauerte zwar eine Weile aber dann hörte ich Hufe auf dem Steinboden. Einen Moment später kam Kalif aus dem Geheimgang und lief auf mich zu. Er blieb vor mir stehen und ich streichelte seinen Hals. >> Ich habe eine kleine Aufgabe für dich, Milrah braucht deine Hilfe um sich wieder zurückzuverwandeln. Hilfst du ihr? << Er war einverstanden und schnaubte als Antwort. Ich gab ihr das Horn und sie ging mit Kalif in die Mitte des Raumes. Milrah legte das Horn auf den Boden, stellte sich davor und ihr gegenüber stand Kalif. Sie schloß die Augen, hob die Arme und ihre Stirn fing an zu glühen. Auch Kalif schloß seine Augen und seine Stirn fing an zu leuchten. Ich begriff schnell das sie miteinander verbunden waren und um keinen Preis gestört werden durfte, weil es wahrscheinlich den Tod für beide bedeuten würde. Keiner von uns bemerkte aber das einer der Leibwächter noch lebte und seinen Herrn rächen wollte. Doch ich hatte fast alle Schwerter durchschlagen, aber dann sah er meine Schwerter, die noch im Boden steckten und kroch hin. Er griff nach einem und kaum hatte er den Griff in der Hand, lies er es mit einem vor Schmerzen verzogenem Gesicht wieder los. Etwas hatte ihn gebissen, er schaute zu dem Schwert was er nehmen wollte und sah das sich die Schlangen daran bewegten. Sie hatten ihn gebissen, begriff er und sackte Sekunden später tot zusammen. Wir alle hatten nichts davon gemerkt, da das Schauspiel was sich uns bot, unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Erst wenn ich meine Schwerter nehmen würde, würden sie mir es erzählen. Sie waren beide in eine tiefe Trance gefallen und Milrah fing an vor Kalif zu schweben. Sie beide umgab ein warmes und gefühlvolles Leuchten. Dann hob sich das Horn empor in die Luft, zwischen ihrer beiden Köpfe, doch das Leuchten fing an zu flimmern. Etwas stimmte nicht. Ich ging näher heran und spürte das Kalif nicht genug Kraft aufbringen konnte, jedenfalls nicht in seiner jetzigen Gestalt und zum Verwandeln war es nun zu spät. Doch auch zu gefährlich, da unser Feind dann die Wahrheit wüßte. Ich mußte ihnen helfen, koste es was es wolle. Es war die einzige Möglichkeit dies alles zu beenden. Ich setzte mich mit gekreuzten Armen und Beinen auf den Boden und lies mich auch in eine Trance fallen. Ich konzentrierte alle meine Kräfte und lies ihnen freien Lauf. Meine Kräfte trafen das Horn und das Flimmern verschwand, doch wir merkten nicht wie ein Teil der Kräfte auf das Horn von Aschantor überging und auch anfing mit einem leuchten zu schweben. Milrah´s Horn glitt zu ihrer Stirn und fing an mit ihr zu verwachsen. Dann begann sich Milrah´s Körper umzuformen und wurde nach und nach von einem gleißenden Licht umgeben. Auch bei dem Horn von Aschantor tat sich etwas, unter ihm bildete sich ein Schatten von einem Pferd mit Flügeln, das Horn fing an auch zu einem Schatten zu werden und sich mit dem Pferd zu verbinden. Das Licht um Milrah wurde wieder schwächer und ein weißes Einhorn kam nach und nach zum Vorschein. Nun fing der Schatten an sich aufzulösen und bevor er verschwunden war, hörte man noch ein Wort durch den Raum fliegen. >> Shee Haen. << Und dann war er weg. Shee Haen ist ein besonderer Name in unserer Sprache und nur wenige bekamen ihn, so wie mein Flaggschiff. Shee Haen heißt übersetzt hohes Licht. Ich und Kalif erwachten aus unserer Trance und ich glaube als Kalif Milrah in ihrer wahren Gestalt sah, war er verloren. Jedoch erinnerte er sich an meine Worte, stand langsam auf und ging zu mir. Sie sah uns beide an. >> Ich bin wieder ich selbst. << Ihre Stimme klang nach einer Erleichterung und Fröhlichkeit, die mir das Herz mehr als leicht machte. Wir hatten es geschafft. Barroc ging auf sie zu und Strecke vorsichtig, mit einem Zögern die Hand nach ihr aus. Erst als sie ihre Schnauze unter seine Hand schob, war sein Zögern verschwunden und er streichelte ihr mit all seiner Liebe die Stirn. Ich erkannte etwas in den Beiden das mir sagte, das sie nie getrennt werden dürften. Sie erinnerten mich an Kasjupaija und mich, wir waren genauso unzertrennlich. Heute würde es mich an noch jemanden anderen erinnern, aber ihn kannte ich damals noch nicht, sein Name in Dorschar ist Ajeta Aleahe, mehr werde ich nicht verraten. Ich sah nur ein Problem bei der ganzen Sache, sie war ein Einhorn und er ein Mensch. Eine Lösung wußte ich vielleicht, aber dazu mußten bei einverstanden sein. Doch wir mußten erst einmal die Burg verlassen und dann würde sich alles entscheiden. Den Haupteingang vom Innenbereich erreichten wir ohne weitere Schwierigkeiten, da die meisten Soldaten in das Kellergewölbe gerannt waren und die Soldaten die am Tor wache gehalten hatten, waren mit den Hufen von Kalif ausgeschaltet worden. Genauso wie das Tor, es war völlig zerstört. Ein gewöhnliches Pferd hätte sich dabei die Knochen gebrochen, doch Kalif hatte die Armreifen und er hatte das was in ihm schlummerte, etwas das so wild war wie er selbst sein konnte. Wir waren mit Leichtigkeit aus dem Inneren gekommen, nun hatten wir aber die Stadt vor uns und mit einem Einhorn durch die Stadt zu gehen war nicht leicht. Wir mußten ständig auf der Hut sein das uns nicht irgend jemand über den Weg lief. bevor wir jedoch gehen konnten mußten wir die anderen Pferde holen, aber es gelang uns ohne das jemand wach wurde. Dann waren wir kurz vor dem Haupttor und hatten ein neues Problem. >> Das Tor ist zu und es sind überall Wachen. Wie sollen wir da hinaus kommen? << Barroc hatte recht es war zu gefährlich einen direkten Angriff zu wagen. Durch den Lärm hätten wir die Burgbewohner geweckt. Genauso wenn einer von uns Magie benutzen würde. Allein durch die Veränderung um uns herum, wären manche der Burgbewohner wach geworden,  da es faßt in jeder Burg Menschen gab die Magie spüren konnten. >> Wie viele Wachen siehst du Hetrack? << >> Ich sehe fast ein Dutzend. << >> Genauso viele wie ich sehe. Wie gut kannst du mit dem Bogen in der Dunkelheit schießen? << >> Einigermaßen. Du hast doch nicht etwa vor die Wachen mit Pfeil und Bogen auszuschalten? << >> Doch das will ich. Sie stehen zu gut um sich anzuschleichen, aber genau richtig für einen Bogenschützen. << >> Nein, laßt es gut sein, es ist in dieser Nacht schon genug Blut vergossen worden. Wenn es sein muss, werde ich bis Morgenfrüh warten und eine Flucht versuchen. << >> Wer hat gesagt das ich die Wachen töten will. Wir werden sie mit Pfeilen beschießen die auf der Spitze ein schwaches Gift haben, die Spitzen brauchen sie nur zu berühren und etwas verletzen, dass das Gift eindringen kann. Gut, sie werden ein paar Tage Fieber von dem Gift bekommen, aber mehr nicht. << Ich griff hinter meinen Rücken und holte eine Metallstange hervor. Hielt sie vor mich und im selbem Moment schossen oben und unten zwei Holzstäbe heraus. Aus dem Augenwinkel sah ich das Barroc ein wenig zurückwich. >> Ihr müßtet euch doch eigentlich an so etwas gewöhnt haben, seitdem ihr mich kennt. << Hetrack holte seinen Bogen raus und ich zog einen Pfeil hinter meiner Schulter hervor. Jede Person die mich nicht kannte und mich sehen würde wie ich einen Pfeil an den Bogen legte. Würde mich fragen wie ich ohne Sehne schießen wolle. Denn an meinem Bogen war keine zu sehen, da er eine ganz besondere Sehne hatte. Wie gesagt hielt ich den Pfeil an den Bogen und wartete bis Hetrack das gleiche getan hatte. Ich zog an dem Pfeil und ein rubinroter Strahl bildete sich zwischen den beiden Bogenspitzen. Ich spannte so weit es ging, zielte kurz und lies los. Hetrack hatte sofort erkannt, auf wenn ich schoß und lies seinen Pfeil auf die Wache daneben los. Mein Pfeil streifte den Oberarm und die Wache sackte sofort zusammen. Bevor der andere Soldat überhaupt begriff was los war traf der Pfeil von Hetrack. >> Guter Schuß. Du kannst doch besser schießen als du dachtest. << Gab ich ihm ein Kompliment. Es dauerte nicht lange und wir hatten die anderen Wachen auf die gleiche Art schlafen gelegt. >> Das waren die Letzten und jetzt das Tor. << Ich rannte hoch und zog das Fallgatter hinauf. Dann wartete ich bis die anderen draußen waren und lies es wieder runter. Ich schaute mich in dem Raum um und fand ein Seil. Zusammen mit dem Seil ging ich an die Mauer und lies es herunter. Kurze Zeit später war ich unten, schoß mit einem Pfeil das Seil in zwei Teile und lief zu den anderen. Wir begaben uns in den Wald und ich wußte das nun die Zeit für die Wahrheit gekommen war. >> Ihr liebt sie? << Barroc schaute mich verdutzt an und nickte dann. >> Ihr wißt aber auch das sie eure Liebe nicht erwidern kann. Jedenfalls keinem Menschen, denn ein Einhorn kann nur ein Einhorn, einen Pegasus oder ein Pferd lieben. << >> Ich weiß es, aber mein Herz will es nicht glauben. << >> Es gäbe eine Möglichkeit dies zu ändern. << Sagte ich zu ihm und ging dann zu Milrah bevor er antworten konnte. >> Ihr wißt das er euch liebt und er weiß das ihr seine Liebe nicht erwidern könnt. << >> Ich weiß es und es tut mir auch leid, aber ich mußte meiner Bestimmung folgen. Und was versteht ihr überhaupt davon. Ihr seid doch ein Krieger und kennt dieses Gefühl nicht. << Dies war zuviel für mich. >> Was ich davon verstehe, ich werde es euch zeigen. << Ich baute mich vor ihr auf und hielt ihren Kopf mit meinen Händen fest. Zwar vorsichtig und zart, aber fest. Sie versuchte sich zu befreien, doch ich war zu stark für sie und dann lies ich meinen Gedanken, den Erinnerungen und Gefühlen freien Lauf. Ich zeigte ihr Momente die ich mit Kasjupaija verbracht hatte, Momente der Trauer und des Glückes, die Geburt unseres Sohnes und viele Dinge mehr. Auch die Schönheit unseres Landes und auch die schwere Zeit unserer Flucht, nachdem unser Heimatplanet zerstört worden war. Dann lies ich sie wieder los und schaute ihr in die weit geöffneten Augen. >> Versteht ihr mich nun? Ich bin kein Gefühlloser Krieger, das hättet ihr schon merken müssen wie ich mit Kalif umgegangen bin und nachdem ich den Leichnam von Aschantor gesehen hatte. Und wenn ich solche Gefühle empfinden kann, dann könnt ihr das genauso. Ich muss auch meiner Bestimmung folgen, aber ich nehme mir auch Zeit für die Liebe, für all die schönen Dinge in meinem Leben und auch für die Schattenseiten. << Sie blickte hinab und mußte diese Flut erst mal verarbeiten. Ich hatte ihr alles gezeigt und bereue es heute genauso wenig wie damals. Sie blickte mich an und ich sah in ihren Augen etwas was ich vorher nur bei einem Einhorn gesehen hatte. Bei Aschantor. >> Ihr habt Recht, aber ich könnte nicht zusehen wie er alt wird und dann stirbt. << >> Das braucht ihr nicht. Es gibt eine Möglichkeit die euch erlaubt auf ewig zusammen zu sein. Doch dazu brauche ich eure Liebe zu ihm. << Ich spürte wie sie mit ihren Gefühlen kämpfte, dennoch wußte ich das nichts die Liebe aufhalten konnte. >> Also gut, tut es. << >> Wie ihr wollt. << Sie lies ihren Kopf herunter hängen und wartete das ich meine Kräfte gebrauchen würde. Jedoch merkte sie, das ich zu Barroc gegangen war und mit ihm sprach. Ich wand mich an Hetrack, der einen Moment später die Pferde wegbrachte, nur Kalif sollte bleiben, ihn brauchte ich vielleicht. Dann wandte ich mich wieder Barroc zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. >> Und ihr wollt es wirklich? << >> Ja, wenn ich dadurch bei ihr bleiben kann. << Ich nickte, nahm die Hand weg und hielt meine Handflächen vor meiner Brust aneinander. >> Schließe die Augen, denk an das was du sein wirst und deine Liebe zu ihr. << Er tat wie ich es ihm gesagt hatte und ich hielt meine Arme gekreuzt über meinen Kopf. Nun lies ich sie nach unten gleiten und verwandelte mich zurück. Milrah sah mich nun in meiner wahren Gestalt, doch es ging nicht anders, da ich mich für diesen Zauber mein wahres Äußeres brauchte. >> Zuerst werde ich dir das Wissen geben das du als Einhorn brauchst. << Ich berührte seinen Kopf mit meinen Händen und er fiel augenblicklich in Trance. Mein Blick glitt kurz zu Kalif und er verstand sofort. Ich lies den Kopf von Barroc wieder los, aber erhielt seine Trance aufrecht und schloß auch die Augen. Worauf ich der Magie freien Lauf lies und spürte wie sich die Kraft des Universums in mir sammelte. Auch spürte ich wie eine andere Kraft sich mit meiner vereinte. Hätte ich die Augen aufgemacht, so hätte ich nicht Kalif das arabische Pferd gesehen, sondern einen geflügelten arabischen Einhornhengst. Ein wenig wünschte ich mir Milrah sehen zu können, wie sich ihre Augen geweitet hatten, als Kalif seine wahre Gestalt zeigte. Sie konnte nicht ahnen das er der Sohn von Norain war, einem Pegasushengst und Blizzard seine Mutter war, eine Einhornstute mit Araberblut. Jedoch wurden Kalif´s Kräfte erst geweckt, als er mich verteidigen wollte, so wie bei einem anderen Hengst den ich später noch treffen sollte. Mein Körper und der von Kalif fingen an zu leuchten, um dann in Abermillionen von Lichtern zu zerspringen. Die Lichter fingen an Barroc zu umkreisen, bis sie ihn völlig verhüllten und einen neuen Körper bildeten, sie formten die Gestalt eines Einhorns. Die Lichter verschwanden und an ihrer Stelle stand ein silbernes Einhorn mit einer schwarzen Mondsichel unterhalb vom Horn. Es öffnete seine Augen und das erste was es sah war Milrah. Sie ging auf dieses neue Einhorn zu und blieb vor ihm stehen. >> Barroc, bist du es wirklich? << >> Ich bin es, aber wo ist Drokar? << Diese Frage wurde ihm sofort beantwortet. Denn wenige Meter von ihnen bildete sich ein leuchtender Wirbel, der dann verschwand und ich wieder der war der ich bin. Ich sah Milrah´s fragenden Blick, ließ einen kurzen Blick zum Waldrand gleiten und legte kurz meinen Finger an den Mund. Unmerklich ging ein Nicken von ihrem Kopf aus, sie hatte verstanden das die wahre Kraft von Kalif geheim bleiben sollte. >> Wie können wir dir nur danken? << >> Lebt und liebt euch wie ich meine Frau liebe, das ist Dank genug für mich. Ich würde euch gerne noch eine Weile begleiten, doch ich muss zurück zu meinem Volk. Bevor ich gehe, möchte ich dir ein Geschenk geben. << Ich ging zu ihr hin und hielt ihr einen Kristall, der an einer goldenen Kette hing hin. >> Trage diese Kette egal wohin ihr geht, solltet ihr in Not geraten ruft meinen Namen in den Kristall und ich werde schneller da sein als das Licht. << Milrah senkte ihren Kopf und ich hing ihr die Kette um den Hals. Ich pfiff, Kalif kam angelaufen und ich stieg auf. >> Lebt wohl. << Sagte ich zu ihnen und Galoppierte davon. Ich hoffe dieses Abenteuer hat euch gefallen, es war zwar nur eines von vielen aber eines der schönsten. Ihr fragt euch auch bestimmt was aus den Beiden geworden ist. Sie leben seit tausend Jahren in meinem Land, oder besser an dem Berg Sarrahgosar, auf meinem Privatem Land. Wie so viele andere Magische Wesen auch.“

 

ENDE

 

Shailen Nohrein ©

Teil 3 & 4Donnerwelle

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