Donnerwellenzyklus Teil 5

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Shailen Nohrein©

Einige Jahre nachdem die Donnerwelle über die Erde gefegt ist, hat Shailen sein Ziel fast erreicht. Nur noch ein Kristall fehlt ihm noch um seine Lady wiederzuerwecken. Doch bevor er sich auf eine weitere Suche nach ihm begeben kann, überschlagen sich die Ereignisse. Er bekommt Besuch von einem Mann, der ihm von dem Licht der Sterne erzählt und ihn warnt, das noch jemand anderes danach sucht. Kurze Zeit später taucht dieser geheimnisvolle Jemand auf und zwingt Shailen dazu ihm zu helfen bei der Suche nach dem Licht. Viele Geheimnisse warten auf den Hengst und auch die drei großen Fragen. Was ist das Licht der Sterne? Wo ist der letzte Kristall seiner Lady? Und wer ist Shailen in Wirklichkeit im tiefsten seiner Seele? Doch die Zeit drängt, denn seine alte Macht versucht die Oberhand zu gewinnen und somit steht die Welt vor einer weiteren Dunkelheit.

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Donnerwelle

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Prolog & Kapitel 1

Angebot

Mir bleibt nur eines, hoffen und beten, das mein Weg mich wieder zu ihr führt. Ob auf die eine oder andere Weise. Vielleicht mag ja mein Leben ruhig gewesen sein, bevor ich auf die Insel der Zeit kam. Selten Magie, bis auf das was ich mich traute, Portale zu öffnen, als Falke durch die Landschaft zu jagen und von Zeit zu Zeit eine Vision. Nun ist da mehr und ich glaube die Last an Verantwortung, die damit auf mich zukommt ist groß, so groß wie meine Sehnsucht. Und beides ist am wachsen. Zwar sind da noch meine beiden Schimmelstuten Kassandra und Kalypso, die Töchter von Firestorm sind und das Blut von den beiden Pegasushengsten Norain und Fähret in sich vereinen. Aber Sie sind nicht so wie Lady Adelaine, die für mich mehr war als sich ein jeder vorstellen könnte. Auch wenn ich durch meine Suche nach ihr, schon viel erlebt habe, so ist es jedoch ein Tropfen des Schmerzes. Doch heute, so weiß ich, wird sich etwas erfüllen. Ein Schicksal, das alles weitere bestimmen wird und vielleicht meinen Weg wieder dahin führt, wo seine wahre Seele liegt. Wie sagt Drokar immer. >> Folge deiner wahren Seele, denn Sie ist es, die dich einzigartig macht. << Doch wer weiß, was meine wahre Seele wirklich ist. Nach all dem, was ich durch Sie erlebt habe, weiß ich zumindest, das Sie wie ein Raubtier ist. Nun denn, möge die Jagd beginnen.

Die Maschine klickte zehnmal und die kleinen Kugeln flogen in weite Ferne. Ich hatte schon beim ersten Klicken angesetzt, doch mein erster Schuss löste sich, als die letzte Kugel flog. Zehn Schüsse krachten durch die Luft, so schnell als wären Sie einer und Hundertstelsekunden später, zersprangen die Kugeln in tausend Stücke. Mit einer fließenden Bewegung nahm ich das Gewehr runter, löste das alte Magazin und legte ein neues ein. >> Also, noch mal ganz genau. Was wollen Sie von mir Mister Ronark? << Seine Hautfarbe war noch bleicher geworden als vorher. >> Das waren eben Kugeln, winzig klein und das über fünfhundert Meter ohne abzusetzen oder zu verfehlen. << Er stockte und sah nicht das leichte Lächeln über Jeremy´s Gesicht huschen.

>> Also, zurück zu dem Licht der Sterne. Warum kommen Sie damit ausgerechnet zu mir? << >> Es war nicht meine Idee, sondern die meines Auftraggebers. Er wollte, das ich Sie aufsuche, da er schon viel von ihnen gehört hat. In Punkto Schatzsuche und ähnlichen Dingen. Ihr letzter Fund hat ihn besonders aufmerksam gemacht. << Ich versuchte meine nun geweckte Neugierde zu verbergen, was bei diesem Mann nicht schwer war. >> Sie meinen den Stab der Götter, den ich in Ägypten gefunden habe? << >> Ja, genau diesen Stab. Mein Auftraggeber hat eine alte Schriftrolle, die besagt das der Stab einer der Gegenstände ist, um das Licht zu finden. << Meine Neugierde wurde jetzt unberechenbar. Ich wusste das etwas mit dem Stab ist, aber was, das konnte ich nicht herausfinden und jetzt wurde von diesem Mann das Geheimnis aufgeklärt. >> Aha, ich verstehe. Sie wollen jetzt wahrscheinlich das ich ihnen den Stab verkaufe? << >> Nein Mister Nohrein, das möchte mein Auftraggeber nicht. Er möchte das Sie sich auf die Suche nach dem Licht begeben. Geld spielt keine Rolle. << Geld, alles woran die Menschen immer dachten, es hatte sich, seit ich mich auf die Suche nach meiner Lady machte nichts verändert.

Meine Fragen wurden jedoch dadurch nicht beantwortet. Besonders nicht darüber was dieses Licht der Sterne war und vor allem konnte. Doch auch die letzte Bemerkung, das noch andere auf der Suche danach waren, behagte mir nicht. >> Sag mir Charon, was soll ich tun? Einerseits reizt mich diese Suche, andererseits weiß ich nicht was mich erwartet. Es ist wahrscheinlich besser, wenn wir heute Nacht ein wenig wachsamer sind. Ich hoffe Sänära und Nezier kommen bald wieder zurück, von Ihrer Reise. << Der Tiger sah mich mit einem schläfrigem Blick an und reagierte nicht auf das was ich gesagt hatte. Ich wusste das er mich verstanden hatte, aber ich wusste auch so wie Charon, das es besser war meinem Herz zu folgen und es sagte mir, das mein Weg zu Adelaine in diese Richtung gehen sollte. Meine Lady hätte es auch so gewollt, das ich diesem Weg folge.

Kapitel 2 / Kapitel 3

Gäste / Drahtzieher

Ich hörte Sie, noch bevor ich Sie sah. Mit einem Mal waren Sie vor uns und hatten Injektionspistolen in den Händen. Jeremy war schnell außer Gefecht, auch Charon war es schon, der in dem Zimmer vor uns schlafend lag. Jetzt wusste ich, warum er keine Warnung von sich gegeben hatte, jedoch war das unwichtig im Moment. Jetzt zählte nur meinen Gegnern zu zeigen, das ich keine leichte Beute war. Einer fiel schon nach zwei meiner Schläge zu Boden, auch wenn ich mich zurück hielt. Töten wollte ich Sie ja nicht. Ein Toter kann keine Fragen beantworten. Der nächste flog in eine der Vitrinen, was mir mehr weh tat als ihm. Zumindest als ich daran dachte, das es die mit der Mingvase war. >> Ich hoffe Ihr seid gut versichert. Die Vase war sehr teuer und ein Einzelstück. << Ein Schlag jagte den anderen, es waren noch vier übrig und die zwei die ich erledigt hatte, würden bestimmt auch bald wieder auf den Beinen sein. An Ihren Bewegungen erkannte ich das es Profis waren und dadurch auch die passende Kondition hatten. Aber ich wusste nicht, was es ihnen bringen sollte. Plötzlich schaffte es einer von ihnen mir die Injektionspistole an den Arm zu drücken und das Betäubungsmittel zu spritzen. Bei Jeremy und Charon mag es ja gewirkt haben, doch bei mir war das anders. Es würde schon mehr brauchen um mich zu besiegen, ich der alleine vor einiger Zeit erst Dreamok´s Welt nur durch die Kraft meiner Seele zerstört hatte. Ihre Angst erwachte als ich den, der versuchte hatte mich zu betäuben, mühelos durch die Tür in einen anderen Raum warf, das spürte ich, aber auch das Sie um jeden Preis Ihren Auftrag erfüllen wollten. Zu sehr mit ihnen beschäftigt bemerkte ich nicht, das noch eine weitere Person dazu kam, aber nicht in den Kampf eingriff. Diese Person hatte andere Gedanken, ohne Rücksicht riss Sie den bewusstlosen Jeremy an sich und legte ihm den Lauf einer Waffe an die Schläfe.

Ich folgte Ihnen weiter und hörte noch immer kein Geräusch der Pferde. Es half nichts, erst musste ich wissen was mit Ihnen war. Mit einem kleinen Richtungswechsel ließ ich meine Beute aus den Augen und durchdrang mit meiner Seele eine Boxenwand. Ich musste erkennen dass das Pferd darin im Stroh lag und sich nicht bewegte, fast so als wäre es tot.

Hilflos fühlte ich mich, als die Beiden die Bombe versteckten. Was sollte ich tun? So wie ich ohne Körper durch die Stallung streifte, war es mir unmöglich Sie aufzuhalten. Außer ich würde meiner Magie freien Lauf lassen, doch wäre das verheerender als alle Bomben zusammen auf dieser Welt. Es musste eine andere Möglichkeit zu finden sein, aber bevor mir die Gelegenheit dazu kam, spürte ich das jemand meinen derzeit Seelenlosen Körper berührte. Meine Seele jagte den Weg zurück, den ich gekommen war und mit einem Ruck wachte mein Körper aus seiner Starre wieder auf.

>> Was ist aber, wenn ich weiß wer oder besser was Sie sind und ich dennoch keine Angst habe? << Dieser Satz ließ mich hellhörig werden. Konnte diese Person wirklich wissen wer ich war? Was meine wahre Gestalt ist? Wenn ja, woher? Ich musste es herausfinden, gleichwohl wie. >> Ich bezweifle das Sie dies wissen. << >> Nun, vielleicht werden Sie es nicht mehr bezweifeln, wenn Sie mich kennen. << Die Person zog Ihre Maske aus und ich musste erkennen wer da vor mir stand. Es vergingen einige Minuten, bevor ich begreifen konnte was hier geschah. Ich hatte erwartet das Ronark vor mir stehen würde, aber er war es nicht. Auch war es keiner von den üblichen Sammlern. Ein wenig war ich verblüfft, über das was ich gespürt hatte, als die Person die Maske abnahm.

Kapitel 4 / Kapitel 5

Ägypten / Falke

Weit draußen, sah ich ein Pferderennen, es waren alles arabische Pferde, mit dem typischem geflochtenem Zaumzeug. Gerne wäre ich bei ihnen gewesen und hätte meine Kraft gezeigt. >> Es reizt Sie, bei Ihnen mitzumachen. << Ich schaute vom Fenster weg und Sie an. Ihr Gesicht war sehr nah, da Sie sich zu mir rübergelehnt hatte um das Rennen zu sehen. >> Ihnen liegt das Rennen im Blut. Ich habe mir erlaubt in Ihrer Pferdelaufbahn ein wenig nachzuforschen. Shailen, Sie waren sehr erfolgreich und wären fast das beste Rennpferd geworden, was die Welt je hätte sehen können. Warum haben Sie all das einfach aufgegeben? << Mir kam der Gedanke, das sie doch ein wenig in meinen Gedanken rumspukte. Wahrscheinlich hatte ich ihnen zu sehr freien Lauf gelassen. >> Es hat viel Spaß gemacht und das tut es auch heute noch. Ich bin geboren zum rennen, das liegt mir im Blut. In dem Blut das ich von den Arabern und auch von den shJell Are bekam. Beide diese Rassen, waren zum rennen und galoppieren geboren. Keine Zeit des Stillstandes, außer zum fressen, trinken, kurzen Ruhepausen und um Nachkommen zu zeugen. Das Letzte hatte mich in der Blüte meiner Rennen erreicht. Ich traf auf meine Lady Adelaine. Eine dänische Stute, deren Seele ich spürte, bevor ich sie das erste Mal überhaupt sah. Ich entfloh den Menschen und begab mich auf die Suche nach ihr, zu meiner Verwunderung fand ich sie nicht weit weg von meinem Geburtsort, in einem Dressurstall als Verkaufspferd. Mein Herz sah sie und auch meine Seele. Ich wusste das ich nicht mehr ohne Sie konnte, auch Norain´s und Fähret´s Seelen in mir wussten dies. Darum gaben Sie Ihr auch später die Unsterblichkeit. In der darauffolgenden Nacht, befreite ich sie und wir beide lebten in ständiger Reise und auch inniger Liebe. Wir haben viele Orte gesehen, auch Ägypten, was nur durch meine Macht Portale zu erschaffen, möglich war. Seit ich Sie verloren habe ist nichts, so wie es ist. Ich sehe Sie überall. Jeder Ort auf der Welt spiegelt ein Teil von Ihr und unserer Liebe wieder. Ich weiß nicht, ob sie dies überhaupt verstehen.

Doch mehr geschah nicht. Ein wenig war ich überrascht, das die Verwandlung, doch mehr als ruhig war und nur die Wolken einzig und allein, ein wirklich sichtbares Zeichen setzten. Firestorm hatte mir zum Glück einmal beigebracht, wie ich Sattel und alles andere erschaffen konnte. Bei ihm war es eine Feuerfarbene Ledertrense, doch bei mir war es das traditionelle arabische geflochtene Reithalfter. Dies war jedoch ein Teil von mir, es war wie der Ring bei der Ehe und es gab nur zwei Stück von ihnen. Das andere trug meine Lady. Es bestand aus Seiden und Goldfäden und wurde von Diamanten, Perlen und Bergkristallen verziert. Einzig mein Gebiss war aus dem Stahl, aus denen auch meine Seelenklingen waren. Der Sattel war aus einem schwarzen samtenem Leder, das viele Silber und Goldbeschläge hatte. Auf dem weißen Vorderzeug, war deutlich mein Wappen zu sehen. Das Schwert, das mit der Klinge im Boden steckt und von einer Rose und einem Seidentuch umwunden war. Dort wo die Spitze den Boden berührte, schauten zu beiden Seiten, zwei silberweiße Flügel. Ich kam aus meinem Versteck und in Ihren Blick. Sie schaute mich an, als würde Sie zum ersten Mal ein Pferd sehen. Ihre Augen wirkten wie verzaubert und der Atem ging ungewöhnlich erregt. >> Sind Sie in Ordnung? << Sie erwachte wieder aus Ihrer Starre. >> Ja, es ist alles OK. Aber ich war für einen Moment überrascht. Die wenigen Bilder, die es von ihnen gibt, zeigen nicht wie schön Sie wirklich sind. Und das Zaumzeug unterstreicht dies. Ich glaube selbst ein Scheich, würde seinen Reichtum und alles andere aufgeben, nur um sie zu besitzen. <<

Ich spürte die Aufregung der Pferde und Reiter um mich herum, was auch mein Adrenalin noch ein wenig hochschnellen ließ und das Schicksal dieses Rennens, schon vor dem Start besiegelte. Aus Sekunden wurden Minuten und aus den Minuten eine Ewigkeit. Jeder war angespannt und bereit einen schnellen Start hinzulegen, nur ich war der Einzige, der nicht an einen solchen Start dachte. Es war besser nicht meine volle Stärke zu offenbaren und erst im Rennen zu zeigen, das ich mehr als schnell war. Auf ein Zeichen wurde das Seil fallengelassen und wir preschten los. Ich kam als siebter von zehn Pferden weg. Auch damals, als ich noch Rennen lief, war ich nicht der Erste, der die Startmaschine verließ, doch ich war der Erste im Ziel. Meine Stärke war meine Schnelligkeit und die Ausdauer. Meine Muskeln wurden von gewaltigen Energieschüben bewegt und ließen meine Hufe wie Klingen im Wind nach vorne schnellen. Der Sand über den wir galoppierten, war mir gerade Recht. Auf Ihm würden meine Hufe guten Halt finden. Wir hatten ein viertel der Strecke geschafft und ich begann meine Kraft voll zu entfalten. Zwar hätte mir die Hälfte oder das letzte Viertel auch gereicht, aber es war besser und vor allem spannender eine lange Aufholphase zu bieten. Meine Hufe donnerten über den Boden, noch hatte ich meine wahre Schnelligkeit nicht erreicht. Ich jagte an zwei Pferden vorbei und ließ Sie hinter mir meinen Staub schlucken. Den fünften Platz hatte ich nun sicher, aber wir wollten ja gewinnen. Die Hälfte der Strecke war erreicht und ich beschloss nun das Rennen zu entscheiden. Damals auf der Rennbahn tat ich dies auch, setzte mich an fünfter Stelle und lief dann Außen an den anderen Pferden vorbei, die keine Chance hatten. Das Blut der shJell Are regte sich nun entgültig in mir, meine Beine flogen immer schneller nach vorne, so schnell das es aussah, als ob ich wirklich flog. Wer genau hinschaute, hätte es gesehen. Meine Hufe berührten nur noch wenig den Boden, aber wenn Sie dies taten, war die Wucht des Abstoßes so groß, das der Sand meterhoch hinter mir in die Luft flog. Fünf, vier, drei, zwei. Ich war nun zusammen mit dem führendem Pferd an der Spitze, doch sollte sich das ändern, als meine Hufe sich nun wieder tiefer in den Boden gruben. Der Falke in mir war erwacht und ich spürte den Wind, der um uns herum jagte.

Kapitel 6 / Kapitel 7

Fest / Jagd

Es war schon dunkel geworden und das Fest lief in vollen Zügen. Die Vorbereitung hatte eben etwas gedauert. Aber auch, das die Siedlung dieser Leute etwas weiter weg von der Stadt war, tat ihre Zeit dazu. Ich stand abseits von den Menschen in einer Lehmstallung, während die Wächterin bei den Anderen war und versuchte, das Fest zu genießen. Ein wenig war ich froh, das Sie im Moment die Aufmerksamkeit auf sich zog und ich endlich meine Ruhe hatte. Vor wenigen Stunden, als das Fest begann, wurde ich geschmückt, mit Kamelmilch und Datteln verwöhnt. Die Arabischen Pferde wurden jeden Tag mit Datteln und Kamelmilch gefüttert, es war ein Brauch, der über die Jahrtausende von einem an den Nächsten übergeben wurde. Es war mehr als köstlich gewesen und ich musste zugeben, das ich mich daran gewöhnen konnte, aber da war noch meine Lady. Hätte ich Sie erst, wäre danach alles offen, auch für solch ein Leben.

>> Das Licht ist nicht irgendein Kultgegenstand um die Götter oder etwas anderes zu besänftigen. Nein, es ist viel gefährlicher, denn es ist in Wirklichkeit eine sehr mächtige Waffe. Doch wenn ich den Überlieferungen Glauben schenken kann, so hat das Licht eine Schwachstelle. Fragt mich jedoch nicht welche, das habe ich leider bis heute nicht erfahren. Sollte es in die falschen Hände geraten, wird die Welt wieder vor einem Abgrund stehen und ich weiß nicht, ob Ihr und Eure Freunde, dieses Ende auch diesmal abwenden könnt. << >> Wisst Ihr, ich glaube nicht das es dazu noch das Licht der Sterne braucht. Die Welt steht schon seit langem wieder am Abgrund. Ihr habt meinen Glanz gesehen, doch saht Ihr nicht, was dieser Glanz schon angerichtet hat. Als wir damals diese Welt retteten, war meine Seele freigekommen und hat mit Ihrer Kraft ein ganzes Universum zerstört. Zwar war es eines voller Dämonen und die Welt unseres Feindes gewesen. Doch wird meine Seele, wenn Sie das nächste Mal freikommt, diese Welt hier im Feuer brennen lassen, auch wenn es nicht mein eigener Wille ist. Meine wahre Seele ist ein Raubtier und nun, da Ihr etwas fehlt, hält sie nichts mehr davon ab, Ihre Macht zu beweisen. Ich kann es nur verhindern, indem ich meine Gefährtin finde und ich habe das Gefühl, das meine Suche nach dem Licht, mir dabei helfen wird. << >> Ich denke das Ihr recht tut. Ihr habt in Eurem Leben sicher mehr gesehen als ich und wisst wovon Ihr sprecht. Sagt, warum kommt Ihr nicht mit zu den Anderen und feiert mit Ihnen? Ihr könnt doch sicher auch menschliche Gestalt annehmen. << >> Ich kann es, das stimmt. Doch was ist, wenn jemand nach mir schaut und dadurch merken würde was wirklich ist? << Der Alte lächelte ein wenig. >> Dann werter Shailen, werdet ihr sehen, wie viel Sagen ein alter Mann wie ich hat. Sie werden nicht wagen zu Euch zu gehen, wenn ich sage, das es Ra´s Wunsch ist, das ihr ruht ohne gestört zu werden. Auch wenn viele sich nicht mehr an den alten Glauben halten, so respektieren sie Ihn noch immer und werden nicht versuchen mir zu widersprechen. Mitunter haben sie euer Rennen gesehen. Miterlebt wie Ihr zum Falken wurdet und mit dem Wind um die Wette gelaufen seid. Sie wissen von Ihren Pferden, das Ruhe das ist, was Ihr nun benötigt, nach solch einem Rennen. Sie können nun mal nicht ahnen, welches Herz wirklich in euch schlägt. Auch glaube ich, das dieser Schlüssel zu dem Türschloss eurer Box, Neugierige abhalten wird. <<

>> Ich glaube unser Fest ist vorbei. Das ist ein Wüstenräuber und wo einer ist, sind noch mehr. Wir müssen sofort das Fest abbrechen und flüchten. << >> Wartet. Wenn Ihr jetzt fluchtartig hier verschwindet, werden sie erst recht angreifen. Ihr seid dann leichte Beute, ohne eine Verteidigung. Seht zu, das alle davon erfahren, aber so tun als ob sie weiterfeiern. Die Männer, die kämpfen können, begeben sich an den Rand dieses Platzes und bereiten sich darauf vor, die anderen zu beschützen. Keine Sorge, die Räuber werden keine Freude bei diesem Tanz haben, denn ich werde mitkämpfen. << Ich stand auf, verließ das Fest und verschwand in die Dunkelheit der Häuser. Der alte Mann hatte mir noch länger nachgeschaut, doch nun würde auch er mich nicht mehr sehen können, da ich meine Fähigkeiten als Krieger zu Tage kommen lassen würde.

>> Fünf zu zwei. << >> Hey, ich dachte sie würden nur ihre Schwerter benutzen und nicht dieses Ding, was immer es auch ist. << >> Ihr habt zwei Pistolen und es sind Fernkampfwaffen. Das was dieses Ding hier betrifft, das ist eine Enkara. Eine Waffe von Drokar´s Heimatwelt, sie ist sehr effektiv, schnell und vor allem scharf. << Ich hielt ihr die Enkara hin, so das sie sich diese Waffe von allen Seiten anschauen konnte. Es sah aus wie zwei sehr dünne Köpfe von Doppeläxten, die miteinander durch eine Holzmetallstange verbunden waren. Ein leises Klacken und die Klingen waren wieder verschwunden. >> Enkara heißt so weit ich weiß Gericht. <<

Zuerst bemerkten es die Männer vor mir, als an meiner Stirn eine Art Diadem in einem strahlendem Leuchten erschien. Das Diadem stand für mein Horn, so hatte mir es Sänära einmal erklärt und ohne dieses könnte ich nicht das tun, was ich nun tat. Doch war ich der Einzige von den Wächtern, der dies konnte. Der Umhang meiner Kleidung flatterte kurz hoch und schon waren rechts und links neben dem Lauf der Waffe, meine beiden großen Flügel erschienen. Das Schwert hatte seinen Platz gegen meinen Stab getauscht und nun wurde den Männern Angst und bange. Ich spürte wie die Waffe an meinem Hals anfing zu zittern und wusste das sie da nicht mehr lange wäre. Auf die eine oder andere Art. >> Ihr wolltet Shailen? Ihr wolltet den Falken? Nun habt ihr ihn! << Meine Stimme ließ Magie durch die Luft donnern, das die Räuber taumelnd zurück stürzten. Der Waffenlauf an meinem Hals war weg, nur der Mann hinter mir war trotz allem nicht schnell genug gewesen. Mein Stab jagte in seine Richtung und kaum berührte er ihn fast, klappte auch schon die Sensenklinge aus und beendete sein Leben.

Sie wollten mich haben, nun denn. Hier war ich, mit meiner ganzen Stärke und Unbändigkeit. Meine Hufe flogen oft durch den Sand, der noch durch die Luft wirbelte, ihrem Ziel entgegen und die blanken Zähne gruben sich schmerzhaft in menschliches Fleisch. Man hörte die Schreie kaum, denn die Stimme des Sturmes übertönte sie. Nur einzig die Pferde und Frauen rührten sich nicht, denn sie bekamen kein einziges Sandkorn zu spüren. Sie wussten das ihnen keine Gefahr drohte und das ich hier war um sie nachhause zu bringen, weg von einem ungewissen Schicksal. Zumindest die Pferde, bei den Frauen war es wohl Angst, die sie lähmte. Es waren nur Sekunden, doch es kam einem vor wie eine Ewigkeit, denn ich war sehr schnell und verfehlte keinen von ihnen. Der Sturm legte sich und man konnte nun das Ausmaß meiner Angriffe genau erkennen. Die Räuber saßen zusammengekauert und man sah ihnen die blanke Panik in den Augen sehr gut an. Ich lief langsam um sie herum und keiner von ihnen traute sich nur einen falschen Atemzug zu tun, sie wussten ganz genau wer sie so zugerichtet hatte.

Kapitel 8 / Kapitel 9

Einigkeit / Grabkammer

Ich setzte mich auf einen Stein der auf dem Platz war, wo vor wenigen Stunden noch das Fest stattgefunden hatte. Holte mein Schwert hervor, schliff und polierte es, obwohl dies eigentlich nicht nötig war, aber das Warten verkürzte. Obwohl vor nur kurzer Zeit ein Überfall auf dieses Dorf stattgefunden hatte, war das Leben wieder im vollen Gange. Die Menschen hier hatten sich daran gewöhnt und wussten das sie trotz allem ihrer Arbeit nachkommen mussten, da ihr Leben davon abhing. Aber auch, das es unter ihnen keine Toten gegeben hatte und die Pferde, nebst Frauen wieder da waren, machte den Alltag wieder leichter möglich. Es war im Grunde so wie immer, nur das da ein großer Mann mit Schwert auf einem Stein saß und es pflegte.

>> Ihr denkt in letzter Linie immer nur an euch. Ein Shin´rah durch und durch. << Sie hatte Einhorn mit Absicht in Dorschar gesprochen, auch wenn die Kinder das nicht ganz so für ernst genommen, oder es mit ihrer Phantasie vermischt hätten und es ihnen dadurch keiner glauben würde. >> Ihr seid aber nicht besser Wächterin, wenn ich das so richtig verfolgt habe. << >> Ihr habt mir gesagt, das ich mit meinem Leben bürge für die Gesundheit der Menschen hier. Ich habe euch mein Wort darauf gegeben und das hatte ich gehalten. Und sagen wir mal so, ich respektiere die Unschuld sehr, auch wenn ich ein anderes Ziel habe als ihr. Ganz, bin ich noch nicht von meiner Aufgabe weg. Ich werde noch immer helfen, auch wenn ich mein Ziel erreicht habe. <<

>> Ihr werdet es nicht tun, das weiß ich, denn ihr wisst das die Bombe unter Garantie schon gefunden und entschärft wurde. Falls sie überhaupt jemals scharf war. Ihr kennt mich, wie ich feststellen musste ziemlich gut und somit müsstet ihr auch wissen, was geschehen würde, wenn ihr jemandem aus meinem Kreis schaden würdet. Ich würde euch einfach töten und euer Leben gegen das des anderen tauschen. Ich kann mit der Lebensenergie eines Einhorns sehr viele Leben wiedererwecken. Also, warum lasst ihr es nicht darauf ankommen. Oder wollen wir lieber so zusammen arbeiten? Solange, bis wir beim Licht sind und es dann entscheiden, unter uns und ohne jemanden anderem zu schaden. << Sie wusste das ich Recht hatte und auch das ihr im Grunde keine andere Wahl blieb. Sie warf mir die Fernbedienung zu, wandte sich ab und zischte noch etwas über ihren Rücken. >> Ihr könnt sie behalten, aber die Haarfesseln bleiben. << Mit einer kräftigen Handbewegung zerbrach die Fernbedienung zwischen meinen Fingern und ich folgte ihr, aber ließ einen Kommentar zurückfliegen. >> Wieso sollen sie dranbleiben? Gefällt es euch etwa, mit mir verbunden zu sein. Hm, könnte es etwa möglich sein, das ihr euren Gefährten vergessen habt. << Ich wusste das dies eingeschlagen hatte und ihr Blut nun wie ein Vulkan kochte, aber sie ließ sich nichts anmerken.

>> Zwei Minuten noch. Na danke. Hoffentlich reicht das. << Brummelte ich vor mich hin. Mit sicheren Griffen suchte ich auf der Spitze nach dem was ich benötigte und fand es. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich das Loch fand in das der Stab hoffentlich noch passen würde. Mit einer kräftigen Bewegung schob ich ihn hinein und kaum war er drin, tat seine magnetische Kraft Wirkung. Aus dem oberen Teil kam eine kleine Kristalllinse die nun hochgeschoben wurde, durch das magnetische Feld, was sich durch Stab und Spitze aufgebaut hatte. Es war schon verblüffend was die alten Ägypter zur damaligen Zeit konnten. Ich schaute zur Sonne, es schien als hätte ich genau Glück gehabt, denn nun stand sie im Zenit und ihre Strahlen wurden in der Linse gebündelt die auf eine Stelle im Sand etwas außerhalb zeigte. >> Tja, jetzt heißt es graben. << Dachte ich bei mir, aber ich wurde nun verblüfft. Aus dem Sand erhob sich unter tiefem Grummeln ein alter Tempel. >> OK, damit habe ich auch keine Probleme. << Vorsichtig löste ich die Enkara aus dem Gestein und band das Seil um die Spitze fest, denn ich musste später noch den Stab holen. Ihn von seiner Position zu entfernen traute ich mich noch nicht. Die Enkara würde ich nun für etwas anderes brauchen. Mit einem Sprung stand ich auf ihr und jagte die Pyramidenseite wie ein Pfeil abwärts. Mit einem gekonnten Salto und einem Griff nach der Enkara, kam ich unten neben einigen verdutzten Touristen an. Es waren deutsche, wie ich erkennen musste. >> Das ist der neueste Kick. Pyramidensurfen auf einer Stahlklinge. Sollten sie auch einmal probieren. <<

>> Hätte ich nicht gedacht, das solch eine Verbindung existierte und auch nicht das dieser Tempel so jung ist. << Ich tastete den Altar vorsichtig ab und fand schließlich was ich gesucht hatte. Mit einem leichten Druck auf das Symbol, öffnete sich das kleine Fach und gab sein Geheimnis frei. Es war eine weitere Schriftrolle und daneben lag ein merkwürdiger Ring, dessen eine Seite gezahnt war. Vorsichtig nahm ich die Rolle an mich und las was darauf stand. Es waren Runen, soviel stand fest. Aber es war kein Problem für mich diese zu lesen, bei dem Lehrmeister den ich hatte. >> Jackpot. << War das einzigste was ich sagte, als ich erkannte was sich in meinen Händen befand. Ich hörte aus einiger Entfernung schnelle Schritte und sah auf, als die Wächterin in den Raum gestürmt kam. Sie sah sehr nach Flucht aus. >> Hatten sie Angst alleine? << Fragte ich belustigt, aber musste bemerken, das sie immer wieder in den Gang sah. >> Wir haben ein Problem. << War das einzige, was sie zu mir sagte. Verwundert blickte ich sie an und dann in den Gang. Ich hörte nichts und konnte auch nichts sehen, zumindest nicht was hinter dem Gang war, wo er einen Knick machte. >> Welcher Art? << >> Ich denke das werden sie gleich selbst sehen. << >> Haben sie eine Falle ausgelöst? << >> Schön wäre es, damit hätte ich keine Probleme. << >> Aha. << Mehr ließ ich nicht über meine Lippen kommen, nahm den Ring an mich und verstaute ihn zusammen mit der Rolle in meinem Umhang. Kurze Zeit später hörte ich, wie ein schlurfendes Geräusch aus dem Gang kam und ich musste fast lachen, als ich sah was dort in mein Augenschein trat.

Kapitel 10 / Kapitel 11

Astronomie / Schlaflos

Ich war froh, als wir endlich in Luxor ankamen und den Helikopter wieder gut an den Mann brachten, so konnten wir einen Teil der Spuren verwischen. Im Grunde war ich froh, für eine kurze Zeit in einem Hotel verschnaufen zu können, da es doch ein wenig anstrengend die letzten Tage gewesen war. Aber ich auch keinen Schlaf finden konnte, was sich auch ein wenig bei mir bemerkbar machte. Erleichtert kam ich aus der Dusche und griff mir eine der leckeren Pralinen, als es an meiner Tür klopfte. Ich sah an mir nach unten, wo noch immer das Badetuch um meine Taille hing und überlegte ob ich mir etwas anziehen sollte. Doch dann hörte ich, das es die Wächterin war. >> Ich weiß das sie da sind, kann sie ja schließlich spüren. Keine Angst, ich werde ihnen schon nichts abschauen, wenn es auch mehr als unnötig wäre, denn ich kenne sie ja in ihrer wahren Gestalt. << Ich öffnete die Tür und sah mich ihr gegenüber, sie hatte einen dieser Servierwagen von dem es köstlich duftete. >> Ich dachte sie haben Hunger und wir könnten beim Essen über den Ring und die Schriftrolle reden, damit wir eine Lösung finden würden. << Sie hatte Recht, ich hatte großen Hunger und ich ließ sie in das Zimmer.

>> Woran denken sie bei Monument, Astronomischer Kalender und dem keltischen Land? << Ihre Augen weiteten sich und ich hatte so das Gefühl, das sie verstanden hatte. >> Sie meinen, das dies eine Astronomische Karte ist und unser nächstes Ziel Stonehenge sein muss? << >> Genau das meine ich, nur bleibt da wieder das Rätsel wofür der Ring gut ist. << Sie schüttelte nur den Kopf, denn selbst ihr war der Sinn des ganzen doch sehr abstrakt. Ihre Finger spielten mit dem Ring, da sie sich nicht zu helfen wusste, dabei rollte sie ihn so in eine Richtung, das mein Blick auf ihn fiel. Nur wäre das nichts besonderes gewesen, wenn nicht genau dahinter der Stab gelegen und ich ihn durch den Ring gesehen hätte. Mit einem Klatschen fasste ich mir an den Kopf. >> Mann, die ganze Zeit ist die Lösung wieder vor unseren Augen gewesen. << Ich schnappte mir den Ring und sah ihre verwirrten Augen. >> Was ist es für eine Lösung? << Ohne ihr eine Antwort darauf zu geben, nahm ich den Stab der Götter und schaute, wie der Ring passen könnte. Und tatsächlich, fand ich eine Möglichkeit für ihn. Ich schob ihn vom unterem Stabstück nach oben, doch dann blieb er stecken, bevor ich ihn bis zur Mitte schieben konnte. Ich wunderte mich ein wenig und versuchte ihn wieder zurück zu ziehen, aber es ging nicht. Vorsichtig versuchte ich es mit drehen und schaffte es in eine Richtung. Als ich ihn weiter bis zum Ende schob und dort ankam, machte es plötzlich klack und die Hieroglyphenringe fielen zu Boden.

>> Ist der Platz noch frei? << Ich sah zu der jungen Frau auf und war ein wenig verwundert darüber, wen ich erkannte. Ihr schwarzes enges Minikleid ließ sehr viel Einblick und betonte ihre Unbändigkeit sehr, wenn auch eine kleine Rundung am Bauch zu erkennen war. >> Ja, er ist noch frei. << Die Frau setzte sich neben mich und bestellte sich einen Kokosdrink. >> Und, wo ist eure Begleitung? << >> Die ist im Hotel und dürfte tief schlafen. << Die Frau strich sich durch ihr feuerrotes Haar und wickelte sich dann eine ihrer schwarzen Strähnen um den Finger. >> Ein sehr guter Platz, wenn man bedenkt, das sich jemand aus dem Staub machen könnte. Aber wie ich sehe, hat sie Vorsichtsmaßnahmen getroffen. << Sie deutete auf die Haarreifen von der Wächterin. >> Sie wirken nicht wirklich Nezier, denn jemand hat ihr schon die Grenzen gezeigt. << Ein sanftes Lächeln glitt über ihr Gesicht, als ich auf die Haare von Adelaine zeigte. >> Auch wenn sie nicht an deiner Seite ist, so hält sie noch immer schützend ihre Hufe über dein Haupt. Man merkt, das ihre Liebe zu dir doch sehr stark ist. Was machst du eigentlich dann hier und warum hast du ihr nicht schon die Grenzen gezeigt? << >> Das kann ich dir leicht beantworten Nezier, ich helfe ihr. << Der verwirrte Blick von Firestorm´s Tochter war nicht überraschend für mich. Sachlich und langsam erklärte ich ihr was geschehen war.

>> Die Einhornwächterin hatte mich auch schon gewarnt << >> Na, dann scheint wenigstens nicht alles verloren. Aber nun denn. << >> Wie geht es deinem ersten? << Sie streichelte bei diesem Satz sanft über ihren Bauch. >> Es wächst und ich spüre das es ein kleines unruhiges ist. Es kommt ganz nach Vater und Mutter, mit Gewissheit auch in der Fellfarbe. << Ich lächelte sie sanft an. >> Ich freue mich schon darauf wenn es da ist. Firestorm dürfte sich auch sehr freuen, wenn ich mich da nicht täusche. << >> Frag lieber nicht. Er ist genauso aufgedreht, wie wenn meine Mutter, Aidara, Nadahren, Lingara oder Mistral ein Fohlen von ihm bekommen. Bei allen anderen Stuten der Herde ist er nicht so schlimm. Worüber wir nicht ganz so unglücklich sind, wenn das bei allen so wäre, dann würde irgendwann wohl die Frage aufkommen, warum er nicht die Fohlen austrägt. << Ein starkes Grinsen glitt über mein Gesicht, bei dem Gedanken wie Firestorm wohl tragend ausschauen würde. >> Na dann will ich mal hoffen, das dass nicht noch passiert. Sonst liege ich mit einem Lachkrampf vor ihm auf dem Boden und sein beleidigtes Gesicht wäre auch nicht ohne. Aber wer weiß, bei Adelaine wäre ich vielleicht nicht besser, wenn auch es ein klein wenig anders ist. Sie braucht diese Führsorge, schon seitdem ich mit ihr zusammen gekommen bin, hatte sie danach verlangt. << >> Ihr seid eben etwas besonderes. Aber nun, es ist besser wir gehen jetzt zu Drokar und berichten ihm was du vor hast. Ich hoffe du weißt was du tun musst. Wenn etwas ist, ruf nach uns. Verstanden? << >> Verstanden. << Sie kam mit ihrem Gesicht auf meines zu und gab mir einen Kuss auf die Wange. >> Viel Glück. Dir und deiner Lady <<

Kapitel 12 / Kapitel 13

Stonehenge / Freund

Plötzlich blieb mir der Bissen fast im Halse stecken, denn ich hatte jemanden erspäht, der nicht wirklich gut war. Die Wächterin hatte meinen Ausdruck auf dem Gesicht gesehen und folgte dem Blick von mir. Sie erkannte genau so wie ich, das dort an einem anderem Tisch sich gerade Ronark hingesetzt hatte. Ich sah an ihrer Muskelanspannung, das sie aufstehen wollte, hakte geschickt meinen Fuß an ihr Bein und hinderte sie daran.

Das Hologramm des Sternes blieb an einer Stelle stehen und ich wusste das es dieser Stein sein musste. Ich ging auf ihn zu und schaute ihn mir genauer an, aber dennoch konnte ich nichts ungewöhnliches entdecken. Es gab wohl nur eine Möglichkeit, um an sein Geheimnis zu kommen. Ich fasste ihn an beiden Seiten an und wusste das es nicht leicht werden würde. >> Das können sie unmöglich tun, er ist zu schwer. << Schwer, das war eine Definition der eigenen Kraft und die Wächterin unterschätzte mich wieder einmal. Mit festem Griff hob ich an, langsam löste sich der riesige Stein vom Boden und mit einem kleinen Schwenk stand er an einer anderen Stelle.

>> Dieses Mal trennen wir uns nicht, denn ich weiß schon wo wir lang müssen. << Sie sah mich ungläubig an und dachte dann jedoch das falsche. >> Sie haben wohl eine Vision gehabt? << >> Nein, ich kann lesen. << Sagte ich ruhig zu ihr und deutete auf einige Runen. >> Oh, die Baumeister sind hier zuvorkommender als in Ägypten. Hier hat es sogar Hinweisschilder. Da steht wohl darauf, das es da zu dem nächsten Hinweis geht. Ist fast so wie eine Schnitzeljagd. << >> Nicht wirklich. Da steht eigentlich drauf Weg des Todes und Weg des Lebens. << >> Wir nehmen dann wohl den Weg des Lebens? << >> Nein. << War meine einzige Antwort und verschwand schon in dem dunklen Gang.

>> Ich habe gehört, das Firestorm sie als König der Pferde bezeichnet und sie seit ihrer Verwandlung eine Art Diadem haben, wenn sie in menschlicher Gestalt sind. Wie viel Wahrheit ist da in diesem Gesagtem? << Diese Frage hatte mich äußerst überrascht, da ich eigentlich etwas anderes erwartet hatte. >> Das mit dem Diadem stimmt, doch es ist wegen meinen Fähigkeiten. Sänära glaubt das diese Fähigkeit nur mir vorbehalten ist. Wenn ich das Diadem erscheinen lasse, steht es für mein Horn und mir ist es möglich meine Flügel zu zeigen. Zu dem Zeitpunkt benutze ich seit längerer Zeit auch nicht mehr die Schwerter, sondern meinen Stab. Es hat eine besondere Wirkung, wenn ich dies tue. Die Menschen mit reinem Herzen halten mich in dem Moment für einen Engel. Doch die mit dem dunklem Herz, sehen nur meinen Sensenstab und denken ich sei der Tod um sie zu richten. << >> Ein Engel, das gefällt mir und ich denke auch das es ihrer Lady gefallen würde. Aber sie haben mir meine andere Frage nicht beantwortet. << >> Ich wüsste nicht warum dies so wichtig ist? << >> Glauben sie mir, ich finde es wichtig. Ich kann ihnen nicht sagen warum und wieso, aber eines Tages werden sie es schon noch verstehen, warum ich danach gefragt habe. <<

Die Kiste war zwar nicht so groß wie die vielen anderen in dem Raum, aber man konnte nicht wirklich geduckt mit ihr hier fliehen. Ich streckte die Hand nach ihr aus, um sie zu berühren, doch da ergriff mich die andere freie Hand von dem Skelett. Ich erschrak nicht so sehr, sondern war eher verwundert gewesen. >> Bringt mich an meinen Ort und bekleidet mich, so zeige ich euch des Rätsels Lösung. << Die Stimme kam aus dem Schädel des Skelettes und man hörte ihren untoten fernen Ton in der keltischen Sprache. Ich verstand nicht so ganz was er damit meinte, aber als er auf die Kiste mit dem Finger klopfte und ich sie aufmachte, war mir klar was er wollte. In der Kiste befand sich nicht die Schriftrolle und das Teil was wir suchten, sondern eine Rüstung, zu der auch eine Krone gehörte.

Ich gab es ihm in die Hände und konnte deutlich seine Freude spüren, denn er wusste was dieses Schwert bedeutete. >> Ein Geschenk für einen Freund auf seiner letzten Reise. << Ich sah auf seinen Schädel, doch sah ich sein Gesicht, wie es mich freudig anlächelte. Er streckte seine Hand in die Luft, malte einige Runen nach und zeigte dann zu einer bemalten Wand. Ich erkannte was es heißen sollte, die Lösung zu unserem Rätsel. >> Habt dank und lebt wohl mein Freund. << >> Ich muss danken. Lebt wohl Einhorn. <<

Kapitel 14 / Kapitel 15

Schmerz / Feuer

Ich hatte auch schon vor einiger Zeit ein Portal in das Buch geöffnet und war tatsächlich in dieser Welt. Nur wenige Menschen in unserer Welt konnten ahnen, das ein Buch eine eigene wirkliche Welt war. Wenn jemand anfing ein Buch zu schreiben, so entstand eine wirkliche Welt, die in einer anderen Ebene existierte. Mich würde es ebenfalls nicht wundern, wenn auch wir aus der Feder eines Schriftstellers stammten, möglich war alles. Ich hatte schon zuviel auf meinen Reisen gesehen, um noch an den Dingen zu zweifeln. Auch durfte ich als Wesen der Träume im Grunde nicht zweifeln, denn sonst würde ich die anderen und auch mich einfach verleugnen.

Wir stiegen aus und ich ging die kleine Straße zum Stall entlang an dem Paddock vorbei. Ich hörte mein Herz immer höher schlagen, denn die Erinnerungen schossen aus ihren Winkeln nur so vor meine Augen. Jeder einzelne Schritt, jede Bewegung von uns beiden, als wir zusammen von hier verschwanden, sah ich so deutlich vor mir, als würde es gerade geschehen. Mit tiefem Zug atmete ich die Luft die vom Stall kam in meine Lunge. Ich roch das was ich damals auch roch, obwohl es teilweise Gerüche von anderen Pferden waren, da dies ein Verkaufsstall war. Viele Pferde blieben hier nicht lange und einige waren fast sofort verkauft. Von Highlight hatte ich erfahren, das auch er von hier kam. Doch er kannte Adelaine noch nicht, denn so wie es schien kam sie erst später. Oder er hatte sie einfach nicht gesehen, als sie kam. Seine Erinnerungen waren teilweise verschwommen an diesen Stall, was wohl mit seinem Pferdebewusstsein zusammenhing. Es störte mich nicht, das er es nicht wusste, ob Adelaine schon in diesem Stall war, als er sich dort auch noch befand. Ich sah auf das Gelände des Stalles, wo ich meine Lady damals gefunden hatte. Es war noch so wie ich es von damals in Erinnerung hatte, doch etwas war im Grunde anders. Es waren die Erinnerungen der Leute hier. Keiner konnte sich mehr an meine Lady erinnern, denn all dies war durch die Magie in Vergessenheit geraten, so wie bei den Leuten von mir. Es hatte in ihren Gedanken niemals eine dänische Stute mit dem Namen Adelaine für sie gegeben und auch nicht das sie eines Nachts einfach verschwand. Ich wusste nicht, wie sehr sie damals nach ihr gesucht hatten, doch war es vergebens. Sie konnten meine Lady nie bei mir finden, denn ich war zusammen mit ihr wie ein Schatten in der Nacht.

Kein Gebäude meiner Geburtsstätte stand mehr, sie waren so wie all das andere in der Vergessenheit verschwunden. Auf dem Gelände sollte ein Einkaufszentrum entstehen, was jedoch noch so wie es schien in der Planung war. Doch ich hatte noch immer die Erinnerungen an diesen Ort in meinem Herzen, wo sie für immer bleiben würden. Ich wusste ja das mein Züchter durch einen Autounfall ums Leben gekommen war, aber dachte immer jemand hätte den Stall übernommen. Mir wurde bewusst, das ich viel früher hierher hätte kommen sollen, um den Stall zu kaufen. Nun, wo jetzt nichts mehr stand, war alles was mir Erinnerung hätte geben können vom Erdboden verschwunden. Selbst der große alte Baum, unter dem ich immer im Schatten lag, war verschwunden. Vor meinem innerem Auge sah ich mich an der Stelle wo er stand, nun im Graß liegen und den anderen Pferden beim Grasen zuschauen. Aber auch die Zeit mit meinen Pferdefreunden Barnor und Manjana, kam in meinen Erinnerungen hoch. Wie ich den alten Wallach Barnor kennen lernte und mich dann bei seinem letzten Atemzug von ihm verabschiedete. Wie dann später das Pony Manjana kam und mein neuer Freund wurde, aber auch der Abschied von ihm damals, als ich meinen Ruf von Adelaine hörte.

Ich holte mein verbliebenes Schwert hervor und begann meine ruhigen Übungen. Es war mir sehr wichtig eins mit ihm zu sein und jede Bewegung genau kontrollieren zu können. Es war eine große Sache der Übung das Schwert so leichtfertig zu führen, da es durch seine Länge ein wenig mehr Gewicht hatte als andere Schwerter. Auch wenn das Metall sehr leicht war, aus dem es gemacht wurde, so war es schwerer als alle anderen seiner Art. Drokar hatte es mit einer anderen Technik gemacht, die so wie er sagte, nur mir vorherbestimmt worden war. Sobald ich wieder auf Sarrahgosar war, würde ich mein anderes Schwert durch ein neues ersetzen, denn es war ein Teil der mir fehlte. Hinter den Schlägen, die ich machte steckte jedoch im Moment wenig Kraft. Sie waren auch eher nur dafür gedacht, mein inneres Gleichgewicht zu stärken, als für den Kampf eingesetzt zu werden. So lockerte ich damit meine Muskeln auf, für die weitere Stufe der Übung, in denen ich richtige Bewegungen für den Kampf ausführte. Mir waren die neugierigen Blicke schon bewusst geworden, die an den Fenstern der kleinen Veranstaltungshalle von dem Hotel an der Wiese zu sehen waren. Es war mir gleich. Sollten sie doch schauen, vielleicht lernten sie ja etwas. Ich ließ nun langsam meine Bewegungen schneller und kraftvoller werden, so das ich zu denen für den Kampf übergehen konnte. Die Paraden, Hiebe, Stiche und Schläge jagten nur so um mich herum und man konnte sogar als Laie in diesem Moment erahnen, wie gut ich wirklich sein musste. Das Zischen des Schwertes um mich herum wurde immer lauter und schneller. Es waren nur noch fließende Bewegungen von denen man einzig mit einem geübtem Auge erkannte wo sie begannen und aufhörten. Aber auch was sie bezweckten. Ich führte einen letzten schnellen Schlag aus und versenkte dann das Schwert im Boden. Ein kurzer Atemzug und ich ließ es los.

Ich erwachte mitten in der Nacht, denn mein Gehör hatte angsterfülltes Wiehern vernommen. Erst dachte ich, es wäre ein Traum gewesen, aber als ich das rote Flackern an der Zimmerdecke sah, kam eine Ahnung in mir hoch. Mit einem Satz sprang ich aus dem Bett, warf einen Blick zu den Stallungen, hatte meine Kleidung schon in der Hand und in Windeseile angezogen. Meine Faust wollte gerade gegen die Zimmertür von Motte hämmern, als sie aus dem Zimmer stürzte und sie fast abbekommen hätte. Ich sah in ihren Augen, das auch sie die Angstschreie der Pferde gehört hatte und sofort waren wir auf dem Weg nach unten. Ich schrie den Portier an, das er sofort die Feuerwehr rufen sollte, da eine der Stallungen brannte. Ich sah wie die Flammen schon aus dem Dach anfingen zu lodern und erkannte das es ausgerechnet der Heuboden war. Ich nahm keine Rücksicht auf Verluste und darauf das jemand sehen konnte wie ich mit riesigen Sätzen über die Weidezäune sprang. Selbst die Wächterin konnte nicht wirklich in diesem Moment mithalten. Ich sah das einer der Pfleger schon damit beschäftigt war, Pferde aus dem Stalltrakt zu holen, aber er konnte sie nicht alle alleine retten. Aber mir fiel schon auf, das aus der anderen Stallung auch Leute kamen, die dem Pfleger Pferde abnahmen. Die Flammen fraßen sich durch das Holz des Dachgebälks und suchten sich auch schon einen Weg zu den Pferden nach unten.

Kapitel 16 / Kapitel 17

Kastell / Trauer

Wieder legte ich einen Rollback vor und dieses Mal schoss ich auf die Autos zu, deren Fahrer dummerweise nicht ein wenig die Anstalten machten auszuweichen. Doch es war nicht für uns dumm, sondern für sie. Eine Begegnung zwischen Pferd und Auto verlief meistens tödlich, mehr als oft für das Pferd. Jedoch waren hier andere Gesetze am Werk und ich war in Wirklichkeit kein Pferd. Kurz vor der Motorhaube hob ich ab zum Sprung und flog über das Auto hinweg auf das was dahinter war. Krachend schlugen meine Hufe auf seiner Front ein, so das seine Vorderachse bis auf den Boden gedrückt wurde und ich mit neuem Schwung wieder abhob. Es war dahinter noch ein weiteres Auto, das aber klugerweise in die Büsche fuhr und uns somit auswich. Ich hörte wie die Türen aufgerissen wurden und dann Schüsse krachten. Die Kugeln jagten an uns vorbei und Motte war schon am Antworten. Sie schoss viermal und zwei der Kugeln saßen genau in den Reifen des Wagens der in die Büsche rein war. Die anderen beiden hatten zwei von den Leuten tödlich erwischt. Wir donnerten weiter den Waldweg entlang und wussten das wir jetzt ein wenig Zeit hatten, um zu verschwinden.

Ich flog förmlich zwischen den vielen Blumen hindurch und das Mondlicht lies einen silbernen Schimmer nach dem anderen durch mein Fell jagen. Ich wusste das jeder Fotograf für solche Szenen sein Leben geben würde, denn auf den Bildern wäre ein wahrer Zauber meines Körpers zu spüren. Mir war bewusst das es einige wunderschöne Fotos von mir gab und sogar mir peinliche, aber diese Momente hier, würden zu den schönsten gehören und noch wundervoller wären sie mit meiner Lady zusammen. Mit bebenden Nüstern galoppierte ich auf Motte zu und blieb kurz vor ihr stehen.

Ich lächelte, ging auf die Steinscheibe zu und steckte den Stab hinein. Mit einer ruhigen Bewegung drehte ich den Stab und es fing an zu klicken, solange bis die Scheibe nachgab und ein wenig zur Seite glitt. Hinter ihr war eine kleine Nische in der sich ein Hebel befand. Vorsichtig zog ich ihn und dann öffnete sich der Boden in der Mitte des Raumes. Dort vor uns war nun ein kleiner Gang zu sehen, der so wie es schien, in einer engen Windung nach unten führte. >> Sind sie bei Ausgrabungen jemals auf unterirdische Gänge gestoßen? << >> Nein, aber wir haben diesen Raum ja auch einigermaßen unbeschadet gefunden und in seinem Umkreis sind wir nicht tiefer ins Erdreich vorgestoßen. Aber sehr groß kann das dort unten nicht sein, sonst hätten wir an einer anderen Stelle vielleicht etwas beim Graben gefunden. Haben sie Taschenlampen? << Ich schüttelte mit dem Kopf, aber wusste etwas das Licht machen konnte. Wie so oft, hatte ich ein kleines Spielzeug aus Drokar´s Trickkiste dabei, das uns helfen konnte. Es war schon ein wenig verrückt mit diesen ganzen kleinen Gerätschaften, denn so manches Mal kam ich mir dadurch wie ein Geheimagent vor. Ich holte vier kleine Kugeln hervor, die ich eine kurze Zeit am Eingang in das Sonnenlicht hielt und dann eine in den Gang warf. Kurze Zeit später leuchtete es in der Dunkelheit auf und wir stiegen die kleine Treppe hinab.

Es war mir immer noch nicht bewusst, warum unser Weg ausgerechnet nach Argentinien führte. Wieso und warum? Was war dort, was so stark von Mythologischer Bedeutung wäre? Ich konnte es mir nicht wirklich vorstellen. Jedoch wurde mir immer mehr bewusst, das dort etwas war an dieser Suche, was mich immer stärker rätseln ließ. War das Licht nur eine Finte um mich auf diesen Weg zu locken, der etwas bestimmtes bezweckte. Ich konnte es nicht wissen, aber ich wusste von einem Ort der dort existierte, der mir mehr als wichtig war.

>> Ich werde dich zurückholen. << Sagte ich leise vor mich hin, nahm mein Schwert und stieß es zum Zeichen in die Erde. Mit der Magie, die mir noch geblieben war, ließ ich dort einen wunderschönen Rosenstrauch wachsen und mein Versprechen besiegeln. Ich zog das Schwert wieder, stand auf und ging. Ich spürte das die Wächterin noch einen Augenblick verharrte und wusste, das auch sie El Shaklan im Stillen ehrte. Mit leisem, zügigem Schritt folgte sie dann und lief neben mir her.

Kapitel 18 / Kapitel 19

Blind / Ronark

Ich machte einen Fehler, den ich im Grunde nie begangen hatte. Aber ich war zu abgelenkt durch das was die Wächterin gesagt hatte. Ein wenig ärgerte ich mich über ihre Gedanken, was das Licht betraf. Dennoch steckte ich nun unüberlegt meinen gesamten Arm in die Öffnung, um den Stab einzustecken, dabei schaute ich auch an ihm entlang. Ich sah erst zu spät, was kam, als ich den Stab eingesteckt und gedreht hatte. Ein grelles, weißes Licht schoss aus dem hinteren Bereich der Öffnung und mir in die Augen. >> Nein, was ist mit mir? << Schrie ich in reiner Verzweiflung, denn ich konnte nicht mehr das geringste sehen.

Dort neben mir stand meine Lady und sie war bei weitem nicht die einzige dort. Selbst Kalypso und Kassandra waren da, die nun mit zwei anderen Stuten zu uns kamen. Diese beiden Stuten waren es, die den Traum so unwirklich machten, denn es waren die beiden von meinen Karten. Die Fuchsstute mit der Pfeilblesse und die kleine Ponystute. Doch so sehr ich glauben wollte, das dies ein Traum war, um so wirklicher kam es mir vor. Durch meine Gedanken schossen die Namen der Fünf wie ein Pfeil und ich hörte jede Silbe im Widerhall auf Dorschah. >> Lady Adelaine, Angelsarrow, Sunlight, Kassandra und Kalypso. <<

Doch als er dann alle anderen Karten aufgezählt hatte, waren noch sechs weiße Blätter vor mir. >> Angelsarrow, der Stern. << Hörte ich mich aufrufen und von den Pferden unter mir, kam nun ein freudiges Wiehern. Kaum war das Wiehern verklungen, erschien unter einem Strahlen das Bild, doch die Stute neben mir verschwand urplötzlich in der Karte. So ging es weiter mit Sunlight, Kalypso und Kassandra. Auch sie verschwanden in den Karten. Dann rief ich den Hohepriester auf, und glaubte nicht was mein altes Ich dort sagte. >> El Shaklan, mein Seelenbruder, der Hohepriester. << In meinen Augenwinkeln sah ich wie ein Pferd hinter uns verschwand, das ich die ganze Zeit nicht bemerkt hatte. Es hatte sich im Hintergrund gehalten, doch jetzt spürte ich den Hauch seiner Magie und wusste wer es war. Jetzt war mir mehr als bewusst wie wichtig er für mich war und was es bedeutete das ich eine Möglichkeit finden musste, das ich ihn zurückholen konnte. Ich rief nun einen Namen auf, der mir aus einem anderen Grund im Gedächtnis geblieben war und ich nicht wirklich verstand warum ich dies jetzt tat. Jetzt, so wie die Karte von El Shaklan. Das die Karte des Todes so wichtig wie die des Hohepriesters erschien. >> Black Moon, das Yang zu meinem Yin. << Ich sah wieder in meiner Nähe ein Aufblitzen eines Pferdes, welches die ganze Zeit versteckt im Schatten der Felsen gestanden und sich mit dem Schleier der Dunkelheit umgeben hatte. Doch ich verstand nicht so recht warum. Nun schwebte nur noch eine weiße Karte vor mir in der Luft und ich spürte, das mein altes Ich auf einen bestimmten Moment wartete.

>> Glauben sie wenigstens, was sie auch sehen können? << Ich wartete nicht auf seine Antwort, streckte nur meine Hand ruhig zur Seite und schon war der Stab wieder in meiner Hand. Die Klinge klappte zischend hervor und ich hob ein wenig meinen Kopf, die Pistole war jedoch noch immer in meinem Nacken. Die Männer von Ronark waren doch ein wenig abgehärteter als manch anderer, der gesehen hatte, wie die Klinge ausklappte. >> Ich an ihrer Stelle würde vernünftig bleiben, Mister Nohrein. Es würde ihnen nichts nützen, wenn sie jetzt ihr Leben riskieren. << >> Wer sagt denn, das ich mein Leben riskiere? << Die Klinge klappte geräuschvoll wieder ein, ich spürte wie der Mündungslauf aus meinem Nacken verschwand und hörte dann ein dumpfes Geräusch. >> O, ich glaube einer ihrer Männer hat gerade das Zeitliche gesegnet. Wir bringen wohl ziemliches Unglück. << Kam es nun auch von Motte, die verstanden hatte auf was ich hinaus wollte.

Kapitel 20 / Kapitel 21  & Prolog

Weltende / Todesengel

>> Ich sah ein Licht. << Mehr antwortet ich ihr nicht und nun musste sie erkennen, das ich mit meinem Stab in einer Verteidigungsstellung vor dem Eingang stand. Die Klinge des Stabes blitzte verheißungsvoll in der Sonne auf und sie ahnte das es nun soweit war. >> Der letzte Tanz hat also begonnen. Wollt ihr es euch nicht überlegen? Ihr habt selbst gesagt, das ihr glaubt, das eure Lady auf dem Weg zum Licht vielleicht wartet. Es könnte doch sein, das ihr doch mit Hilfe des Lichtes den letzten Kristall bekommt. << >> Nein Motte, meine Lady würde dies nicht wollen, denn sie wüsste so wie ich dass das Licht gefährlich ist. Ich werde euch nicht vorbei lassen. Hier ist der Weg zu Ende. << Die Klinge meines Stabes jagte zischend am Boden entlang und hinterließ eine lange Linie vor meinen Füßen. >> Nein Shailen, ich bin nun soweit gekommen und da werdet ihr mich nicht aufhalten. Vor allem, da ich weiß wie sehr ihr mich seit einiger Zeit zu schätzen wisst. <<

Ich berührte nur leicht mit meinen Flügeln den Boden neben mir und schon brach er mit gewaltigen Feuerschüben auseinander. Er brach immer weiter auf und verwandelte alles um uns herum in eine wahre Feuerhölle. Modesty war auf einem Felsplateau gefangen, so wie ich auch auf einem stand, nur das ihres rundherum von gewaltigen Feuerschüben heimgesucht wurde. So stark das es ihr auch unmöglich war fortzufliegen. Aber sie wusste, das auch dies mich nicht beeindruckt hätte, denn meine nächste Magiewirkung zeigte sich schon am Himmel. Dicke schwere Wolken, geladen mit Blitzen, Hagel und Sturm. Die Blitze zuckten nur so um uns herum und machten es, so wie der Hagel und der Wind unmöglich die Flügel zu benutzen. Doch war ich noch lange nicht fertig. Eine gewaltige Explosion zerbrach einen der Berge in unserer Nähe und Feuerbälle jagten über den Himmel. Doch geschah auch etwas das sie nicht erwartet hatte, es wurde noch dunkler als es schon durch die Wolken war. Sie begriff mit Leichtigkeit, das sich der Mond vor die Sonne geschoben hatte, obwohl dies unmöglich war. Mit weit aufgerissenen Augen schaute sie mich an und hatte erkannt, was ich tat.

Ich blickte auf und sie sah meine flammenden Augen, voller Macht und Zerstörungskraft. Auch musste sie erkennen das ich nicht mehr blind, aber dafür vollkommen mit der Magie meiner alten Seele verschmolzen war. Ich wusste es fehlte nur noch wenig und diese Welt wäre nicht mehr da.

Ich jedoch, wollte wissen was für eine Zeichnung nun auf meiner Stirn war und vor allem warum. In unserer Nähe war ein kleiner Bach, zu dem ich nun ging und in ihn hineinschaute. Und wirklich, an meiner Stirn war eine Zeichnung. Sie war unterhalb vom Horn und hatte die Form einer Feder. Eine Erinnerung schoss in mir hoch, aus längst vergangener Zeit. Ich sah mich dort an einem Teich stehen, wo ich auch ins Wasser blickte und dort sah ich ebenfalls die Feder auf meiner Stirn. Nun war es wahrhaftig geschehen und die Feder zeigte, wer ich wirklich war.

Noch immer stand ich vor den Trollen und Orks. Jedoch waren die sich plötzlich Ihrer Sache nicht mehr so sicher. Mit dem was ich getan hatte, konnten sie nicht rechnen und sie wussten, das ich kein leichter Gegner war. Doch bevor einer von Ihnen nur an Rückzug oder Angriff denken konnte, stürzte ich mich schon auf Sie. Einer nach dem anderen wurde von meinen Krallen in Stücke gerissen oder fiel meinen gewaltigen Kiefern zum Opfer. Sie versuchten sich zu wehren, einige sprangen auf meinen Rücken und schlugen mit Waffen auf Ihn ein. Doch ich spürte nicht einen einzigen Schlag, im Gegenteil sie bekamen ein Problem als meine längsgezogen Höckerreihen auf den Schuppen zeigten was sie wirklich konnten. Ihre scharfen Knochenscheiden kamen zum Vorschein und wer auf meinem Rücken war, tanzte nun mit dem Tod. Jeder Schritt führte ins Verderben. Doch dann kam etwas, was ich nicht erwartet hatte. Aus den Schatten der Höhle kam auf mich ein Wesen zu, das nicht hierher gehörte.

Die Kristalle leuchteten in einem gleißendem Licht auf, als ich den Letzten in mein Amulett einfügte. Ich spürte wie die Seele meiner Lady erwachte und mich umschmeichelte, nach so langer Zeit. Es war ein Gefühl das ich nicht beschreiben konnte, so tief, zärtlich und innig. Doch da war noch etwas, Sie war nicht mehr die Selbe. In Ihr stieg Magie auf, die nach meiner rief. Adelaine hatte durch das was mit Ihr geschehen war, auch solche Macht wie ich bekommen, das erkannte ich an den Spannungen zwischen meiner und Ihrer Seele. Ohne zu zögern ließ ich Sie frei, spürte wie Sie auf Adelaine´s Seele zujagte und wir vereinten uns in einem gewaltigem Licht. Nie waren wir uns so nahe gewesen wie jetzt, fast ein einziges Wesen. Unsere Seelen schmiegten sich aneinander und nichts auf der Welt konnte uns jetzt trennen. Ich sah zurück zu meinem Körper, der nun wie damals, nach der Donnerwelle zu Stein erstarrt war. Mein Blick erhaschte Modesty Blaise, Sänära und Nezier und ich erinnerte mich an die, die da noch waren und Sie uns alle vermissen würden. >> Adelaine, wir müssen zurück. Unsere Welt ist nicht hier, auch wenn es uns so besser gehen würde. Aber unsere Freunde, ohne uns würde ihnen ebenso etwas fehlen wie mir, als du nicht bei mir warst. Komm zurück und lebe mit mir auf Sarrahgosar, in unserem Turm. <<

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Donnerwelle