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by
Shailen Nohrein©
Kapitelschnellwahl

„Abenteuer beginnen immer mit einer Aufgabe, die man findet. Doch manche beginnen damit, das einen die Aufgabe
selbst findet. Nur ahnte selbst ich nicht, das mich solch eine Aufgabe gefunden hatte. Ich erinnere mich noch genau, wie
es geschah und auch zu welcher Zeit. Es war so ungefähr vor knapp neunhundertfünfzig Jahren, wo ich an einem
Handelsposten von unerklärlichen und zerstörerischen Geschehnissen in einem Dorf an der Küste hörte. Es war als
würde dort des Nachts ein wütender Geist sein Unwesen treiben und vor nichts zurückschrecken, selbst nicht vor dem
töten. Ich hörte das sich schon viele an diesem Unbekannten versucht hatten, doch scheiterten sie allesamt. Gleichwohl
ob Ritter, Krieger, Helden, Zauberer, Seher oder Schamanen, jeder von ihnen war gescheitert und einige bezahlten dies
sogar mit dem Leben. Ich erfuhr wie sie gestorben waren und bei vielen der Erzählungen konnte einem Sterblichen das
Blut in den Adern gefrieren. Doch ich war nicht sterblich und mich fing an diese Sache zu interessieren. Meine
Entscheidung stand fest und vor allem standen Leben auf dem Spiel. Somit war mein nächstes Ziel dieses Küstendorf
und sein Geheimnis. Wie schon so oft sollte Kalif mein Begleiter sein, doch meine Wahl auf eine menschliche Gestalt fiel
dieses Mal auf einen Magier. Ich wusste das ein Magier dort bestimmt gerne gesehen würde, vor allem weil er
Hoffnung bedeutete, denn er könnte als Meister der Magie das Problem beseitigen. Jedoch konnte selbst ich nicht im
geringsten ahnen, was da wirklich auf mich zukommen würde. Etwas das keiner erwarten konnte. Besonders nicht
welche Form es haben würde. Ich wusste schon jetzt das die Reise zu dem Dorf mehr als drei Tagesritte in Anspruch
nehmen würde. Doch wer wusste schon wie lange ich brauchen würde, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen.
Nun denn, es würde aber nicht unlösbar sein. Durch meine Erfahrungen im Leben wusste ich, das es für alles eine
Lösung gab, auch hier. Ich machte mir schon auf dem Weg zum Dorf Gedanken was es sein konnte, das mich dort
erwartete, denn aus den Erzählungen, der Leute konnte ich mir nicht wirklich ein Bild machen. Mir entging aber schon
am zweiten Tag nicht, das die Umgebung immer unwirtlicher wurde und auch dadurch wenig Leben in sich barg. Kahle
und raue Felsen, abgestorbene Bäume, hier und da winzige Büschel Gras, welches sogar Kalif verschmähte. Eigentlich
war er durch seine halb arabische Abstammung nicht so sehr wählerisch beim Futter und das er dieses Gras nicht
fressen wollte, machte mir schnell klar das etwas nicht mit diesem Landstrich stimmte. Ich strich ihm durch sein
schneeweißes Mähnenhaar, klopfte auf seinen schwarzweiß gescheckten Hals und er wusste das ich auch etwas
beunruhigt war. Um uns herum war nicht der kleinste Laut zu hören, nur der leise Hufklang von Kalif und das Zischen
seines weißen Schweifes, der aufgeregt durch die Luft schlug. Keiner von uns war sehr begeistert durch diese
Landschaft zu ziehen und noch dazu kam, das wir bald unser Nachtlager aufschlagen mussten. Ich versicherte mich, das
mein Schwert locker saß und es im Notfall schnell zur Hand war. Doch mir war bewusst das auch Kalif auf alles gefasst
war und in bestimmten Situationen auch seine wahre Stärke zeigen würde. Er war mein Freund so wie kein zweiter und
das bewies er mir jeden Tag, was nun schon einige waren, denn wir kannten uns seit fast zweihundert Jahren. Ich sah
aus meinen Gedanken auf, denn vor uns trat eine jüngere Frau auf den Weg. Kalif schnaubte leise, aber ich bemerkte
den erregten und auch zur Vorsicht warnenden Unterton, denn ihm war ebenso bewusst was diese Frau wohl war.
Doch auch fiel mir ihr leicht umherstreifender Blick auf, als würde sie befürchten, das etwas gefährliches hinter jedem
Stein und knorrigen Baum lauern könnte. Sie hatte Angst, das war mir mehr als bewusst, doch nicht wovor. >> Was ist
euer Begehr Hexe? << Sprach ich sie direkt an und ich musste erkennen das sie nicht so sehr überrascht war. >> Ihr
habt erkannt wer, oder besser was ich bin. Dann seid ihr auch wirklich das was ich vermutet hatte. Seid willkommen
Magier, auch wenn das Ziel vor euch nicht wirklich gut gewählt ist. << >> Danke für den freundlichen Empfang und ja,
eure Vermutung war richtig. Aber sagt mir, warum war meine Wahl nicht gut? << Sie schaute sich ein weiteres Mal
suchend um und kam dann neben uns. >> Das will ich euch gerne erklären, doch werde ich dies nicht hier tun. Diese
Gegend ist seid einiger Zeit äußerst gefährlich. << >> Vor Gefahr fürchte ich mich nicht, eher suche ich sie. << >> Das
will ich euch gerne glauben, vor allem weil wohl mehr in euch steckt, als ihr zugeben würdet. Ich mag zwar nicht sehr alt
sein, aber meine Mutter war eine überragende Seherin. Mitunter fürchte ich eher um mein Leben. << Das war ein
Argument, das musste ich zugeben. Aber zugeben musste ich auch, das sie überaus klug zu sein schien. Ich nickte
zustimmend. >> Nun gut, wenn ihr einen sicheren Ort wisst, so zeigt ihn mir. << Sie ging voraus und verließ den Weg
da, wo sie ihn zuvor betreten hatte. Es schien so, als würde sie öfters diesen Pfad nehmen, denn das Gras auf ihm war
schon leicht zertreten. Ich musterte sie von hinten und bemerkte das sie keine gewöhnliche Hexe sein konnte, denn sie
bewegte sich ein wenig wie eine Jägerin. Von Zeit zu Zeit änderte sie die Richtung und schaute auch, ob ich ihr noch
folgte. Entgegen aller Legenden über Hexen hatte sie Haar das die Farbe von Bernstein besaß und Augen mit einem
dunkelgrünen Schimmer, der den magischen Hauch der sie umgab unterstrich. Wir hatten nun schon oft eine andere
Richtung eingeschlagen, so das sich jemand der diesen Weg zum ersten Mal ging, gnadenlos verirrt hätte. Doch mir war
jede einzelne Wegstrecke im Gedächtnis geblieben. Langsam veränderte sich die Landschaft, aber auch die Tageszeit
und ich hoffte das die Hexe einen guten Lagerplatz kannte. Wir ereichten nach dieser langen Wanderung den Rand
einer unscheinbaren Lichtung, der man nicht wirklich ansah was sie verbarg. Doch als die Hexe vor meinen Augen
verschwand, wie sie die Lichtung betrat, wurde mir bewusst das diese durch einen Zauber geschützt wurde. Wir folgten
ihr und fanden uns in einem herrlichen Garten wieder, in dessen Mitte ein kleines Haus stand. Zu meiner Verwunderung
streiften viele Tiere des Waldes durch diesen Garten und zeigten nicht die geringste Scheu. So wie es schien, hatte die
Hexe meinen Blick bemerkt, denn sie fing mit einer umfassenden Handbewegung durch die Luft, zu sprechen an. >>
Alle diese Tiere hier, fürchten sich vor dem, was diese Gegend seit einiger Zeit heimsucht. Denn es ist auch für sie eine
große Gefahr und hier ist die einzige sichere Zuflucht. Meine Großmutter selbst schuf einen Bannkreis auf dieser
Lichtung, denn sie sah in einer Vision das uns große Gefahr heimsuchen würde und das sie niemanden verschont, der
ihr in den Weg kommt. << >> Und diese Gefahr ist nun gekommen? Was ist es? << >> Das weiß niemand so genau,
denn keiner der es genau gesehen hat, hat diese Begegnung überlebt. Fragt mich nicht wie die Getöteten ausschauten,
es war unbeschreiblich. Jeder war bis zur Unkenntlichkeit entstellt, fasst so als wären sie verbrannt. Doch waren ihre
Kleidung und anderes vollkommen unberührt. << Es erstaunte mich ein wenig, was mir die Hexe sagte. Denn wenn
jemand mit Feuer in Berührung gekommen war, so musste ihre Körpereigene Habe auch zum Opfer gefallen sein. Mir wurde bewusst das hier mit Sicherheit Magie am Werk war, doch welcher Art sie war, musste ich wohl noch
herausfinden. >>Wisst ihr wie sich diese Gefahr ankündigt? << >> Nicht so ganz, denn wie gesagt hat niemand wirklich
eine Begegnung überlebt. Sicher ist, das es nur Nachts kommt. Angeblich würde leichter Nebel aufkommen und die
Nacht dunkler werden, wenn es erscheint. Auch gibt es Gerüchte über einen nicht menschlichen Schrei kurz vor seinem
Auftauchen, der viel Schmerz in sich trägt und das jedes Mal. << Es war nicht viel, aber schon mehr als das von den
Handelsposten. Dennoch war mir nicht wirklich bewusst was mich erwarten würde, doch wer wusste schon was da
noch kam. >> War dies alles, oder gibt es da noch mehr, was ich wissen sollte? << Ich sah, das sie ein wenig
überlegte. >> Ja, etwas ist da noch, wenn ich recht überlege. Wenn ich alles richtig mitbekommen habe, scheint dies
alles immer nur bei abnehmenden Mond geschehen.. << Ein abnehmender Mond, das stand in der Magie bei vielen
Zaubern für einen negativen Einfluss. Der Vollmond war hingegen bei den meisten Ritualen am wichtigsten, denn seine
Magie stärkende Wirkung war da am größten. Für mich war dies jedoch unrelevant, da meine Magie nicht davon
abhängig war und ihre Kraft aus anderen Quellen bezog. Aber zumindest hatte ich einen weiteren Anhaltspunkt, doch
nutzte mir dies im Moment nicht sehr viel. Denn das Problem war, das wir noch zunehmenden Mond hatten und erst
noch ein paar Tage ins Land gehen müssten. Somit sollte also die erste Begegnung mit dem Unbekannten warten, wohl
oder übel. Doch konnte dies im Grunde nur ein Vorteil sein, denn in dieser unfreiwilligen Wartezeit würde für mich die
Möglichkeit bestehen einige Vorteile zu erarbeiten oder zu erfahren. Ich sah die Hexe an und es schien so, als hätte sie
meine Gedanken gelesen. >> Ihr könnt gerne einige Tage hier nächtigen. Euer Pferd kann während dieser Zeit auf der
Wiese hinter dem Haus seinen Platz beziehen und zum Dorf ist es nicht mehr sehr weit von hier. Im übrigen, ich bin
Indena. << >> Freut mich und vor allem Danke für Euer Angebot. Mein Name ist Drokar und der Hengst ist mein
treuer Begleiter Kalif, ein arabisches Pferd. << Ihr Blick wurde ein wenig erstaunt, als ich die Abstammung von Kalif
erwähnte. Was in diesem Zeitalter verständlich war, da der Siegeszug des arabischen Pferdes in der Welt erst
begonnen hatte. Dennoch würde mich ihre Antwort erstaunen. >> Arabische Pferde, ich habe schon einmal von ihnen
gehört, aber eures ist das Erste was ich sehe. Wenn ich auch denke das durch seine Adern noch anderes edles Blut
fliest. << Ich schluckte ein wenig, denn mir wurde nun bewusst wie klug Indena wirklich zu sein schien. >> Ihr scheint
mir auch einiges vor der wirklichen Welt zu verbergen, wenn ich das so bedenke. << Das Lächeln welches ihr über das
Gesicht huschte sprach Bände. Ich stieg aus dem Sattel und nahm ihn nebst Gepäck von Kalif´s Rücken. Ich folgte
Indena hinter das Haus und sah eine kleine eingezäunte Wiese, auf der schon ein anderes Wesen stand. Es war nicht zu
übersehen wie Kalif seinen Kopf noch höher empor streckte, als er so wie ich erkannte was dort stand. Die Hexe fing
an zu kichern. >> Wie ihr seht, seid ihr nicht meine einzigen Gäste. Sie ist von dem Zeitpunkt aus hier, als die
Geschehnisse angefangen haben. Dieser Wald hier war ihr Gebiet, wo sie frei umherstreifte. Doch selbst für sie ist es
nun zu gefährlich. Denn selbst ein Einhorn, könnte durch das was hier geschieht umkommen. << Im Grunde hätte ich
mich nicht wundern dürfen, denn zu jener Zeit gab es noch viele Einhörner. Selbst ihre alte Art, welche die meiste Zeit
als Einzelgänger lebten, traf man noch oft an. >> Aber macht euch keine Mühe sie zu fragen, ob sie etwas weiß. Sie
spricht nicht, schon seit sie hier ist, hat sie keine Silbe von sich gegeben. Sie stand einfach eines Morgens auf dieser
Wiese, so als würde sie dies schon eine Ewigkeit tun. Gebt euch auch keine Mühe sich ihr zu nähern, denn selbst ich
komme nicht sehr nahe an sie heran. Es wäre schon etwas besonderes, wenn sie euren Kalif an der Seite dulden
würde. << Ein wenig gab mir dies schon zu denken, denn selbst diese Art der Einhörner waren im Grunde
aufgeschlossen gegenüber Hexen und Magier die sich der Seite des Lichtes verschrieben hatten. Es musste etwas sehr
schlimmes mit ihr geschehen sein, was die Einhornstute so verstört hatte. Vielleicht hing dies mit dem zusammen, was in
dieser Gegend geschah. Tja, auch zu dieser Zeit brauchte man so manches Mal einen Horsewhisperer, oder in diesem
Fall eher einen Unicornwhisperer. Mir war bewusst, das eventuell einige meiner Fragen beantwortet werden könnten,
wenn ich es schaffte zu der Stute Vertrauen aufzubauen. >> Es liegt an dir Kalif, ob sie uns hilft. << Ich ließ ihn laufen,
denn er wusste was zu tun war. Kalif ging nicht auf sie zu, da er spürte das die Stute Distanz halten wollte. Es war
besser ihr Zeit zu lassen, denn es war leichter wenn er sich langsam an sie herantastete. Er sollte für mich das Eis
brechen, damit ich es leichter hätte und schneller etwas erfahren konnte. Ich sah zu Indena und erhaschte einen
Hoffnungsschimmer in ihren Augen, wie sie Kalif und das Einhorn so sah. Mir war bewusst wie sich ein Fehlschlag
auswirken würde und vor allem was er an Hoffnung zerstören könnte. Es wäre dann nicht mehr auszuschließen, das die
Stute uns dann vollkommen aus dem Weg gehen würde. Ich schüttelte innerlich den Kopf, denn zuviel schwarzsehen
war nicht gut. Ich wusste wie sehr ich Kalif vertrauen konnte. >> Mehr können wir im Moment nicht tun. Es ist besser
sie alleine zu lassen und darauf zu vertrauen, das alles seinen Weg findet. << Indena sah mich an und nickte
zustimmend. >> Habt ihr Hunger? << Ich sah sie an und nickte. Es war eine gute Idee, denn ich könnte von Indena
vielleicht mehr beim Essen erfahren, aber auch ein wenig was vergessen wegen Kalif und dem Einhorn. Es war nicht gut
wenn ich zuviel daran dachte. Wer sich zu sehr auf eine Sache fokussierte, übersah schnell etwas. Wenn es etwas gab,
was mich irritierte, dann war es das, wenn mir mein Ruder aus der hand gerissen wurde. Gleichwohl was ich tat oder
sagte, Indena bestand darauf mich zu bewirten. Doch ich musste zugeben, das sie dies konnte. Es war alles da, was ein
gutes Abendmahl brauchte. >> Wie lange lebt eure Familie schon hier? << Sie sah mich an und ich erkannte, das sie
sich ein wenig anstrengen musste, um sich zu erinnern. >> Ich kann es nicht so genau sagen, da es schon vor meiner
Geburt war. Aber wenn ich richtig liege, sind es ungefähr hundert Jahre. Meine Großmutter kam als Kind an diesen Ort
und als Erwachsene zog sie hier in den Wald. Es war kurz nachdem sie die Vision über die kommenden Ereignisse
hatte. Den Dorfbewohnern hat dies nicht so recht gefallen, da sie befürchteten sie als Heilerin zu verlieren. << >>
Verständlich, anders wäre es bei mir nicht. Es ist schwer in dieser Zeit einen guten Heiler zu finden. Die meisten Heiler
verdienen mehr mit den Toten, als den Lebenden. << Ich wusste was ich da sagte und Indena wohl auch, denn es gab
viele Scharlatane, die vorgaben etwas von dem heilendem Handwerk zu verstehen. >> Und wie ist es mit euch? Wie
lange seid ihr schon hier? Und versucht nicht mich an der Nase herumzuführen, denn ich werde es mit Gewissheit
erkennen. << Das glaubte ich ihr ungesehen, auch wenn sie zu den Wenigen gehörte, welche dies schafften. >> Ich
könnte es euch schlecht in Jahren sagen. Aber, ich habe die Geburt der Drachen, Einhörner und Pegasus gesehen. Und
auch die dieser Welt, denn sie ist nicht mein Ort der Geburt. << >> Dann seid ihr wohl sehr alt. << >> Und noch viel
älter. << Sie lächelte, schenkte zwei Becher Wein ein und reichte mir einen davon. >> Guter Wein wird mit
zunehmendem Alter besser. << Ich verstand was sie damit meinte und nahm einen Schluck aus dem Becher. >> Seid
ihr der Einzige? << >> Oh nein, es gibt noch einige von uns, aber wenngleich nicht mit dem was mir gegeben wurde.
Und auch nicht mit solch einer großen Verantwortung, die ich damit übernahm. << Sie schwieg und man sah ihr an, das sie darüber nachdachte, was ich gesagt hatte.
Wir hatten uns noch lange unterhalten, aber es waren Dinge gewesen, welche kaum relevant waren. Jedoch als wir auf
die Magie zu sprechen kamen, war uns beiden klar, das alles im Wandel war. Die Pegasus waren nicht mehr existent. Auf die Einhörner wurde unerbittlich Jagd gemacht und es war kaum verwunderlich, das es immer weniger
Einhornwälder gab. Aber auch das ihre alte Art langsam aber sicher verschwand und doch die neue Art etwas mehr
wurde, welche den Pferden ähnlicher war, wie kein Einhorn zuvor. Und das im gleichem Atemzug die Drachen und
einige anderem magische Wesen an Stärke verloren. Es war kaum abzusehen wohin dies führen würde, wobei ich es
jedoch zum Teil schon wusste und dennoch teilweise nur ahnen konnte. Aber obwohl Indena nicht das Wissen zu
Grunde lag, was ich hatte, war ihr schon jetzt bewusst, das in ferner Zukunft die Magie in weite Ferne entschwunden
wäre. Und das nur wenige gerade mal einen Hauch von ihrer wahren Macht kannten. Wie viel von dem was sie damals
sagte, wahr wurde, ist mir mit großer Sicherheit heute bewusst geworden. Aber noch ist nicht alles verloren, denn ein
neues Zeitalter rückte immer mehr in greifbare Nähe. Doch das lag damals noch in weiter Ferne, was noch nicht so
wichtig war, denn es zählten jetzt andere Dinge. Im Moment war ich auf den Weg Richtung des Dorfes unterwegs,
ohne Kalif aber in Begleitung von Indena. Sie war mit mir gegangen, da die Dorfleute sie gut kannten und um nach
denen zu schauen, die ihrer Heilfähigkeit bedurften. Es kam ihr gerade zugute das ich da war, da sie wusste das es in
meiner Nähe Sicherheit gab. Ich war nicht so glücklich Kalif nicht bei mir zu haben, denn in der Not wäre er sehr
nützlich. Aber ich wollte es nicht riskieren das schwache Band zwischen ihm und dem Einhorn zu zerstören. Es war
besser ohne ihn auszukommen und das nötigste zu tun. Doch ich würde ihn wohl brauchen, wenn der Mond abnahm
und sich die Gefahr zeigte. Gleichwohl wie weit das Einhorn vertraute, denn dann war es gleich. Wir waren früh aufgebrochen und erreichten das Dorf nach zwei Stunden Fußmarsch. Es war nicht groß, was man von seinem
Schutzwall jedoch nicht behaupten konnte und er war noch nicht sehr alt. Vermutlich wurde er erst nach dem
Auftauchen der Gefahr errichtet. Ob er etwas gebracht hatte, das würde ich schon noch erfahren. Jedenfalls war das
Tor fest verschlossen als wir ankamen. >> Sonst ist es um diese Zeit nicht verschlossen, besonders nicht an den Tagen
wo ich für gewöhnlich komme. Entweder muss etwas geschehen sein oder die Gefahr hat ihre Gewohnheiten geändert.
Ich denke aber das jemand Wache halten wird, uns öffnet und alles berichten kann. << Sie schritt ans Tor und klopfte
fest an. Für einen Moment konnte ich jemanden erspähen, der über den Wall schaute, doch er öffnete nicht. Vielmehr
konnte ich spüren, das er sich entfernte. >> Indena, ich habe so das Gefühl, das hier etwas nicht stimmt. Seid auf alles
gefasst. << Sie nickte nur, denn ihr war bewusst, das sie auf meine Warnung hören sollte. Es verging einige Zeit in der
nicht geschah, aber dann spürte ich, das sich eine große Gruppe dem Wall näherte. >> Ihr seid hier unerwünscht Hexe!
<< Rief ein Mann von dem Wall herunter, der meiner Ansicht nach ein Priester der Kirche sein musste. >> Was soll
das heißen Corvus? Antwortete Indena, die ihren Unmut kaum verbergen konnte. >> Das ihr nie wieder dieses Dorf
betreten werdet, denn es kann nur das Werk der schwarzen Künste sein, von der die Gefahr stammt. Derer die euch
entsprungen sind. << >> Ihr seid verrückt. Lange Jahre hat meine Familie sich für euch aufgeopfert und jetzt kommt ihr
mit solch einem Hirngespinst. Ihr seid nicht ganz bei Trost. << >> Ihr habt es nur getan um uns in Sicherheit zu wiegen
wie ein Ochse der gutmütig seinem Herrn zum Schlachter folgt. Aber Gott hat uns die Augen geöffnet. << Er sah mich
an und ich ahnte was jetzt kommen würde, zu oft hatte ich solche scheinheilige Leute getroffen. >> Sagt euch los von
ihr Mann, sie wird euch den Tod bringen. << Fasst hätte ich gelacht. >> Der Tod, er ist mir schon viele Male begegnet,
aber immer ist er geflohen, da meine Macht zu stark für ihn war. << >> Dann seid ihr nicht besser als dieses
Hexenweib und der Zorn Gottes ist euch gewiss. << Glaubte dieser Sterbliche, das er wusste was einem Gott gefiel?
Gottes Sohn wurde durch Menschen wie ihn qualvoll umgebracht, auch wenn sein Tod Leben schenkte. >> Ihr habt
keine Ahnung von Gott, nicht einmal sein Sohn ist euch ein guter Freund, vielmehr ein Fremder. Es ist nicht rechtens das
ihr diesen Namen nennt. Indena ist so wie ihre Vorfahren rechtschaffene Menschen, die nur Gutes wollen. Den Gott an
den ihr glaubt, den gibt es nicht. Es gibt einen Gott, aber er ist liebevoll und langsam im Zorn. Ihm liegt es an mildtätigen
und liebevollen Menschen, so wie Indena. << >> Ihr seid ein Ketzer und man müsste euch auf dem Scheiterhaufen
verbrennen. << >> Seht euch vor Priester, sonst werde ich euch wegen falsch reden der Heiligen Schrift seinen Grimm
über euch ausgießen. Und jetzt öffnet das Tor, damit ich beenden kann was dieses Dorf peinigt und weckt nicht meinen
Zorn. Es könnte euer Ende sein Priester. << Ich konnte deutlich die Unsicherheit der Dorfbewohner fühlen, doch mir
war bewusst, das der Priester an seinem Irrglauben festhalten würde. Durch ihn konnte alles eskalieren. Ich sah wie ein
Dorfbewohner zu dem Priester trat und zuerst leise mit ihm redete. Doch das änderte sich mit der Antwort des
Priesters. >> Nein, wir können sie nicht herein lassen! Sie gehören dem Teufel an! << >> Aber. << >> Nichts aber!
Wir dürfen und werden es nicht tun! << >> Er kann uns vielleicht helfen und Indena hat vielen das Leben durch ihr
Wissen gerettet. Wir müssen sie herein lassen. << >> Nein, das werden wir nicht! Ihr seid von Sinnen! << Schrie der
Priester und ich ahnte, das sich etwas anbahnte. >> Nicht ich bin es, ihr seid es! Ich werde sie herein lassen. << >>
Nein! << Schrie der Priester abermals, griff nach dem Dorfbewohner, erwischte aber nur einen Ärmel. Jedoch reichte
dies, damit der andere strauchelte und vom Wall stürzte. Der Priester geriet außer sich, fing an wirres Zeug zu reden
und auf dem Wall auf und ab zu laufen. Er hatte einen Schock soviel war mir klar, auch das er jetzt erst recht keine
Hilfe mehr sein würde. Was die Anderen anging, die hatten uns garantiert vergessen und waren mit Bestimmtheit dabei
dem Verletzten zu helfen. Ob sie ihm helfen konnten bezweifelte ich stark. >> Warten sie hier Indena, ich kümmere
mich um Einlass. << Sie sah mich kurz an, nickte dann aber. Ich sah den Wall hinauf, er war um die vier Meter hoch,
was ein Hindernis bei guter Verteidigung sein konnte, für mich jedoch nicht. Ich holte zwei Dolche hervor. Einen mit
zwei sich windenden Schlangen am Griff und der Andere mit zwei Drachen. Es waren meine Schwerter im
Ruhezustand, die aktiv eine Klingenlänge von 4 Ellen hatten und die ganze Schneide leicht gezackt war. Über die ganze
Klinge waren feine Schriftzeichen aus der Sprache meines Volkes verteilt, aber was sie erzählten, das würde nur mir
vorbehalten bleiben. Jetzt würde ich sie aber als Dolch benötigen. Ich rammte eine Klinge in den Wall, darauf die
Nächste ein Stück weiter oben und vorsichtig zog ich mich hoch. Dann zog ich die Erste wieder raus, rammte sie ein
Stück weiter oben rein und zog mich hoch. So machte ich weiter, bis ich auf dem Wall angekommen war. Ich griff mir
den Priester. >> Der Herr nimmt und der Herr gibt. << Sprach ich und gab ihm einen leichten Schlag, so das er
bewusstlos war. Es war besser so, später konnten wir uns um ihn kümmern. Ich sah hinter den Wall, dort wo der Mann
gestürzt war, noch schien er zu leben. Die anderen standen um ihn herum und einige waren gerade ihm Begriff, ihn
aufzuheben und wegzubringen. >> Halt, lasst ihn liegen. Er könnte sich den Rücken verletzt haben. Wenn ihr ihn
aufhebt, könntet ihr vielleicht zu Ende bringen, was der Sturz nicht geschafft hat. Holt lieber ein paar Decken, damit er
nicht unterkühlt und lasst Indena herein. Wir können ihm vielleicht helfen. << Sie waren zuerst erstaunt, das ich auf dem Wall so plötzlich stand, aber dann taten sie was ich gesagt hatte.
Fortsetzung folgt
 
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