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Shailen Nohrein©

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DonnerwelleBibliothek

Teil 1

„Abenteuer beginnen immer mit einer Aufgabe, die man findet. Doch manche beginnen damit, das einen die Aufgabe selbst findet. Nur ahnte selbst ich nicht, das mich solch eine Aufgabe gefunden hatte. Ich erinnere mich noch genau, wie es geschah und auch zu welcher Zeit. Es war so ungefähr vor knapp neunhundertfünfzig Jahren, wo ich an einem Handelsposten von unerklärlichen und zerstörerischen Geschehnissen in einem Dorf an der Küste hörte. Es war als würde dort des Nachts ein wütender Geist sein Unwesen treiben und vor nichts zurückschrecken, selbst nicht vor dem töten. Ich hörte das sich schon viele an diesem Unbekannten versucht hatten, doch scheiterten sie allesamt. Gleichwohl ob Ritter, Krieger, Helden, Zauberer, Seher oder Schamanen, jeder von ihnen war gescheitert und einige bezahlten dies sogar mit dem Leben. Ich erfuhr wie sie gestorben waren und bei vielen der Erzählungen konnte einem Sterblichen das Blut in den Adern gefrieren. Doch ich war nicht sterblich und mich fing an diese Sache zu interessieren. Meine Entscheidung stand fest und vor allem standen Leben auf dem Spiel. Somit war mein nächstes Ziel dieses Küstendorf und sein Geheimnis. Wie schon so oft sollte Kalif mein Begleiter sein, doch meine Wahl auf eine menschliche Gestalt fiel dieses Mal auf einen Magier. Ich wusste das ein Magier dort bestimmt gerne gesehen würde, vor allem weil er Hoffnung bedeutete, denn er könnte als Meister der Magie das Problem beseitigen. Jedoch konnte selbst ich nicht im geringsten ahnen, was da wirklich auf mich zukommen würde. Etwas das keiner erwarten konnte. Besonders nicht welche Form es haben würde. Ich wusste schon jetzt das die Reise zu dem Dorf mehr als drei Tagesritte in Anspruch nehmen würde. Doch wer wusste schon wie lange ich brauchen würde, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Nun denn, es würde aber nicht unlösbar sein. Durch meine Erfahrungen im Leben wusste ich, das es für alles eine Lösung gab, auch hier. Ich machte mir schon auf dem Weg zum Dorf Gedanken was es sein konnte, das mich dort erwartete, denn aus den Erzählungen, der Leute konnte ich mir nicht wirklich ein Bild machen. Mir entging aber schon am zweiten Tag nicht, das die Umgebung immer unwirtlicher wurde und auch dadurch wenig Leben in sich barg. Kahle und raue Felsen, abgestorbene Bäume, hier und da winzige Büschel Gras, welches sogar Kalif verschmähte. Eigentlich war er durch seine halb arabische Abstammung nicht so sehr wählerisch beim Futter und das er dieses Gras nicht fressen wollte, machte mir schnell klar das etwas nicht mit diesem Landstrich stimmte. Ich strich ihm durch sein schneeweißes Mähnenhaar, klopfte auf seinen schwarzweiß gescheckten Hals und er wusste das ich auch etwas beunruhigt war. Um uns herum war nicht der kleinste Laut zu hören, nur der leise Hufklang von Kalif und das Zischen seines weißen Schweifes, der aufgeregt durch die Luft schlug. Keiner von uns war sehr begeistert durch diese Landschaft zu ziehen und noch dazu kam, das wir bald unser Nachtlager aufschlagen mussten. Ich versicherte mich, das mein Schwert locker saß und es im Notfall schnell zur Hand war. Doch mir war bewusst das auch Kalif auf alles gefasst war und in bestimmten Situationen auch seine wahre Stärke zeigen würde. Er war mein Freund so wie kein zweiter und das bewies er mir jeden Tag, was nun schon einige waren, denn wir kannten uns seit fast zweihundert Jahren. Ich sah aus meinen Gedanken auf, denn vor uns trat eine jüngere Frau auf den Weg. Kalif schnaubte leise, aber ich bemerkte den erregten und auch zur Vorsicht warnenden Unterton, denn ihm war ebenso bewusst was diese Frau wohl war. Doch auch fiel mir ihr leicht umherstreifender Blick auf, als würde sie befürchten, das etwas gefährliches hinter jedem Stein und knorrigen Baum lauern könnte. Sie hatte Angst, das war mir mehr als bewusst, doch nicht wovor. >> Was ist euer Begehr Hexe? << Sprach ich sie direkt an und ich musste erkennen das sie nicht so sehr überrascht war. >> Ihr habt erkannt wer, oder besser was ich bin. Dann seid ihr auch wirklich das was ich vermutet hatte. Seid willkommen Magier, auch wenn das Ziel vor euch nicht wirklich gut gewählt ist. << >> Danke für den freundlichen Empfang und ja, eure Vermutung war richtig. Aber sagt mir, warum war meine Wahl nicht gut? << Sie schaute sich ein weiteres Mal suchend um und kam dann neben uns. >> Das will ich euch gerne erklären, doch werde ich dies nicht hier tun. Diese Gegend ist seid einiger Zeit äußerst gefährlich. << >> Vor Gefahr fürchte ich mich nicht, eher suche ich sie. << >> Das will ich euch gerne glauben, vor allem weil wohl mehr in euch steckt, als ihr zugeben würdet. Ich mag zwar nicht sehr alt sein, aber meine Mutter war eine überragende Seherin. Mitunter fürchte ich eher um mein Leben. << Das war ein Argument, das musste ich zugeben. Aber zugeben musste ich auch, das sie überaus klug zu sein schien. Ich nickte zustimmend. >> Nun gut, wenn ihr einen sicheren Ort wisst, so zeigt ihn mir. << Sie ging voraus und verließ den Weg da, wo sie ihn zuvor betreten hatte. Es schien so, als würde sie öfters diesen Pfad nehmen, denn das Gras auf ihm war schon leicht zertreten. Ich musterte sie von hinten und bemerkte das sie keine gewöhnliche Hexe sein konnte, denn sie bewegte sich ein wenig wie eine Jägerin. Von Zeit zu Zeit änderte sie die Richtung und schaute auch, ob ich ihr noch folgte. Entgegen aller Legenden über Hexen hatte sie Haar das die Farbe von Bernstein besaß und Augen mit einem dunkelgrünen Schimmer, der den magischen Hauch der sie umgab unterstrich. Wir hatten nun schon oft eine andere Richtung eingeschlagen, so das sich jemand der diesen Weg zum ersten Mal ging, gnadenlos verirrt hätte. Doch mir war jede einzelne Wegstrecke im Gedächtnis geblieben. Langsam veränderte sich die Landschaft, aber auch die Tageszeit und ich hoffte das die Hexe einen guten Lagerplatz kannte. Wir ereichten nach dieser langen Wanderung den Rand einer unscheinbaren Lichtung, der man nicht wirklich ansah was sie verbarg. Doch als die Hexe vor meinen Augen verschwand, wie sie die Lichtung betrat, wurde mir bewusst das diese durch einen Zauber geschützt wurde. Wir folgten ihr und fanden uns in einem herrlichen Garten wieder, in dessen Mitte ein kleines Haus stand. Zu meiner Verwunderung streiften viele Tiere des Waldes durch diesen Garten und zeigten nicht die geringste Scheu. So wie es schien, hatte die Hexe meinen Blick bemerkt, denn sie fing mit einer umfassenden Handbewegung durch die Luft, zu sprechen an. >> Alle diese Tiere hier, fürchten sich vor dem, was diese Gegend seit einiger Zeit heimsucht. Denn es ist auch für sie eine große Gefahr und hier ist die einzige sichere Zuflucht. Meine Großmutter selbst schuf einen Bannkreis auf dieser Lichtung, denn sie sah in einer Vision das uns große Gefahr heimsuchen würde und das sie niemanden verschont, der ihr in den Weg kommt. << >> Und diese Gefahr ist nun gekommen? Was ist es? << >> Das weiß niemand so genau, denn keiner der es genau gesehen hat, hat diese Begegnung überlebt. Fragt mich nicht wie die Getöteten ausschauten, es war unbeschreiblich. Jeder war bis zur Unkenntlichkeit entstellt, fasst so als wären sie verbrannt. Doch waren ihre Kleidung und anderes vollkommen unberührt. << Es erstaunte mich ein wenig, was mir die Hexe sagte. Denn wenn jemand mit Feuer in Berührung gekommen war, so musste ihre Körpereigene Habe auch zum Opfer gefallen sein. Mir wurde bewusst das hier mit Sicherheit Magie am Werk war, doch welcher Art sie war, musste ich wohl noch herausfinden. >>Wisst ihr wie sich diese Gefahr ankündigt? << >> Nicht so ganz, denn wie gesagt hat niemand wirklich eine Begegnung überlebt. Sicher ist, das es nur Nachts kommt. Angeblich würde leichter Nebel aufkommen und die Nacht dunkler werden, wenn es erscheint. Auch gibt es Gerüchte über einen nicht menschlichen Schrei kurz vor seinem Auftauchen, der viel Schmerz in sich trägt und das jedes Mal. << Es war nicht viel, aber schon mehr als das von den Handelsposten. Dennoch war mir nicht wirklich bewusst was mich erwarten würde, doch wer wusste schon was da noch kam.  >> War dies alles, oder gibt es da noch mehr, was ich wissen sollte? << Ich sah, das sie ein wenig überlegte. >> Ja, etwas ist da noch, wenn ich recht überlege. Wenn ich alles richtig mitbekommen habe, scheint dies alles immer nur bei abnehmenden Mond geschehen.. << Ein abnehmender Mond, das stand in der Magie bei vielen Zaubern für einen negativen Einfluss. Der Vollmond war hingegen bei den meisten Ritualen am wichtigsten, denn seine Magie stärkende Wirkung war da am größten. Für mich war dies jedoch unrelevant, da meine Magie nicht davon abhängig war und ihre Kraft aus anderen Quellen bezog. Aber zumindest hatte ich einen weiteren Anhaltspunkt, doch nutzte mir dies im Moment nicht sehr viel. Denn das Problem war, das wir noch zunehmenden Mond hatten und erst noch ein paar Tage ins Land gehen müssten. Somit sollte also die erste Begegnung mit dem Unbekannten warten, wohl oder übel. Doch konnte dies im Grunde nur ein Vorteil sein, denn in dieser unfreiwilligen Wartezeit würde für mich die Möglichkeit bestehen einige Vorteile zu erarbeiten oder zu erfahren. Ich sah die Hexe an und es schien so, als hätte sie meine Gedanken gelesen. >> Ihr könnt gerne einige Tage hier nächtigen. Euer Pferd kann während dieser Zeit auf der Wiese hinter dem Haus seinen Platz beziehen und zum Dorf ist es nicht mehr sehr weit von hier. Im übrigen, ich bin Indena. << >> Freut mich und vor allem Danke für Euer Angebot. Mein Name ist Drokar und der Hengst ist mein treuer Begleiter Kalif, ein arabisches Pferd. << Ihr Blick wurde ein wenig erstaunt, als ich die Abstammung von Kalif erwähnte. Was in diesem Zeitalter verständlich war, da der Siegeszug des arabischen Pferdes in der Welt erst begonnen hatte. Dennoch würde mich ihre Antwort erstaunen. >> Arabische Pferde, ich habe schon einmal von ihnen gehört, aber eures ist das Erste was ich sehe. Wenn ich auch denke das durch seine Adern noch anderes edles Blut fliest. << Ich schluckte ein wenig, denn mir wurde nun bewusst wie klug Indena wirklich zu sein schien. >> Ihr scheint mir auch einiges vor der wirklichen Welt zu verbergen, wenn ich das so bedenke. << Das Lächeln welches ihr über das Gesicht huschte sprach Bände. Ich stieg aus dem Sattel und nahm ihn nebst Gepäck von Kalif´s Rücken. Ich folgte Indena hinter das Haus und sah eine kleine eingezäunte Wiese, auf der schon ein anderes Wesen stand. Es war nicht zu übersehen wie Kalif seinen Kopf noch höher empor streckte, als er so wie ich erkannte was dort stand. Die Hexe fing an zu kichern. >> Wie ihr seht, seid ihr nicht meine einzigen Gäste. Sie ist von dem Zeitpunkt aus hier, als die Geschehnisse angefangen haben. Dieser Wald hier war ihr Gebiet, wo sie frei umherstreifte. Doch selbst für sie ist es nun zu gefährlich. Denn selbst ein Einhorn, könnte durch das was hier geschieht umkommen. << Im Grunde hätte ich mich nicht wundern dürfen, denn zu jener Zeit gab es noch viele Einhörner. Selbst ihre alte Art, welche die meiste Zeit als Einzelgänger lebten, traf man noch oft an. >> Aber macht euch keine Mühe sie zu fragen, ob sie etwas weiß. Sie spricht nicht, schon seit sie hier ist, hat sie keine Silbe von sich gegeben. Sie stand einfach eines Morgens auf dieser Wiese, so als würde sie dies schon eine Ewigkeit tun. Gebt euch auch keine Mühe sich ihr zu nähern, denn selbst ich komme nicht sehr nahe an sie heran. Es wäre schon etwas besonderes, wenn sie euren Kalif an der Seite dulden würde. << Ein wenig gab mir dies schon zu denken, denn selbst diese Art der Einhörner waren im Grunde aufgeschlossen gegenüber Hexen und Magier die sich der Seite des Lichtes verschrieben hatten. Es musste etwas sehr schlimmes mit ihr geschehen sein, was die Einhornstute so verstört hatte. Vielleicht hing dies mit dem zusammen, was in dieser Gegend geschah. Tja, auch zu dieser Zeit brauchte man so manches Mal einen Horsewhisperer, oder in diesem Fall eher einen Unicornwhisperer. Mir war bewusst, das eventuell einige meiner Fragen beantwortet werden könnten, wenn ich es schaffte zu der Stute Vertrauen aufzubauen. >> Es liegt an dir Kalif, ob sie uns hilft. << Ich ließ ihn laufen, denn er wusste was zu tun war. Kalif ging nicht auf sie zu, da er spürte das die Stute Distanz halten wollte. Es war besser ihr Zeit zu lassen, denn es war leichter wenn er sich langsam an sie herantastete. Er sollte für mich das Eis brechen, damit ich es leichter hätte und schneller etwas erfahren konnte. Ich sah zu Indena und erhaschte einen Hoffnungsschimmer in ihren Augen, wie sie Kalif und das Einhorn so sah. Mir war bewusst wie sich ein Fehlschlag auswirken würde und vor allem was er an Hoffnung zerstören könnte. Es wäre dann nicht mehr auszuschließen, das die Stute uns dann vollkommen aus dem Weg gehen würde. Ich schüttelte innerlich den Kopf, denn zuviel schwarzsehen war nicht gut. Ich wusste wie sehr ich Kalif vertrauen konnte. >> Mehr können wir im Moment nicht tun. Es ist besser sie alleine zu lassen und darauf zu vertrauen, das alles seinen Weg findet. << Indena sah mich an und nickte zustimmend. >> Habt ihr Hunger? << Ich sah sie an und nickte. Es war eine gute Idee, denn ich könnte von Indena vielleicht mehr beim Essen erfahren, aber auch ein wenig was vergessen wegen Kalif und dem Einhorn. Es war nicht gut wenn ich zuviel daran dachte. Wer sich zu sehr auf eine Sache fokussierte, übersah schnell etwas. Wenn es etwas gab, was mich irritierte, dann war es das, wenn mir mein Ruder aus der hand gerissen wurde. Gleichwohl was ich tat oder sagte, Indena bestand darauf mich zu bewirten. Doch ich musste zugeben, das sie dies konnte. Es war alles da, was ein gutes Abendmahl brauchte. >> Wie lange lebt eure Familie schon hier? << Sie sah mich an und ich erkannte, das sie sich ein wenig anstrengen musste, um sich zu erinnern. >> Ich kann es nicht so genau sagen, da es schon vor meiner Geburt war. Aber wenn ich richtig liege, sind es ungefähr hundert Jahre. Meine Großmutter kam als Kind an diesen Ort und als Erwachsene zog sie hier in den Wald. Es war kurz nachdem sie die Vision über die kommenden Ereignisse hatte. Den Dorfbewohnern hat dies nicht so recht gefallen, da sie befürchteten sie als Heilerin zu verlieren. << >> Verständlich, anders wäre es bei mir nicht. Es ist schwer in dieser Zeit einen guten Heiler zu finden. Die meisten Heiler verdienen mehr mit den Toten, als den Lebenden. << Ich wusste was ich da sagte und Indena wohl auch, denn es gab viele Scharlatane, die vorgaben etwas von dem heilendem Handwerk zu verstehen. >> Und wie ist es mit euch? Wie lange seid ihr schon hier? Und versucht nicht mich an der Nase herumzuführen, denn ich werde es mit Gewissheit erkennen. << Das glaubte ich ihr ungesehen, auch wenn sie zu den Wenigen gehörte, welche dies schafften. >> Ich könnte es euch schlecht in Jahren sagen. Aber, ich habe die Geburt der Drachen, Einhörner und Pegasus gesehen. Und auch die dieser Welt, denn sie ist nicht mein Ort der Geburt. << >> Dann seid ihr wohl sehr alt. << >> Und noch viel älter. << Sie lächelte, schenkte zwei Becher Wein ein und reichte mir einen davon. >> Guter Wein wird mit zunehmendem Alter besser. << Ich verstand was sie damit meinte und nahm einen Schluck aus dem Becher. >> Seid ihr der Einzige? << >> Oh nein, es gibt noch einige von uns, aber wenngleich nicht mit dem was mir gegeben wurde. Und auch nicht mit solch einer großen Verantwortung, die ich damit übernahm. << Sie schwieg und man sah ihr an, das sie darüber nachdachte, was ich gesagt hatte.

Wir hatten uns noch lange unterhalten, aber es waren Dinge gewesen, welche kaum relevant waren. Jedoch als wir auf die Magie zu sprechen kamen, war uns beiden klar, das alles im Wandel war. Die Pegasus waren nicht mehr existent. Auf die Einhörner wurde unerbittlich Jagd gemacht und es war kaum verwunderlich, das es immer weniger Einhornwälder gab. Aber auch das ihre alte Art langsam aber sicher verschwand und doch die neue Art etwas mehr wurde, welche den Pferden ähnlicher war, wie kein Einhorn zuvor. Und das im gleichem Atemzug die Drachen und einige anderem magische Wesen an Stärke verloren. Es war kaum abzusehen wohin dies führen würde, wobei ich es jedoch zum Teil schon wusste und dennoch teilweise nur ahnen konnte. Aber obwohl Indena nicht das Wissen zu Grunde lag, was ich hatte, war ihr schon jetzt bewusst, das in ferner Zukunft die Magie in weite Ferne entschwunden wäre. Und das nur wenige gerade mal einen Hauch von ihrer wahren Macht kannten. Wie viel von dem was sie damals sagte, wahr wurde, ist mir mit großer Sicherheit heute bewusst geworden. Aber noch ist nicht alles verloren, denn ein neues Zeitalter rückte immer mehr in greifbare Nähe. Doch das lag damals noch in weiter Ferne, was noch nicht so wichtig war, denn es zählten jetzt andere Dinge. Im Moment war ich auf den Weg Richtung des Dorfes unterwegs, ohne Kalif aber in Begleitung von Indena. Sie war mit mir gegangen, da die Dorfleute sie gut kannten und um nach denen zu schauen, die ihrer Heilfähigkeit bedurften. Es kam ihr gerade zugute das ich da war, da sie wusste das es in meiner Nähe Sicherheit gab. Ich war nicht so glücklich Kalif nicht bei mir zu haben, denn in der Not wäre er sehr nützlich. Aber ich wollte es nicht riskieren das schwache Band zwischen ihm und dem Einhorn zu zerstören. Es war besser ohne ihn auszukommen und das nötigste zu tun. Doch ich würde ihn wohl brauchen, wenn der Mond abnahm und sich die Gefahr zeigte. Gleichwohl wie weit das Einhorn vertraute, denn dann war es gleich. Wir waren früh aufgebrochen und erreichten das Dorf nach zwei Stunden Fußmarsch. Es war nicht groß, was man von seinem Schutzwall jedoch nicht behaupten konnte und er war noch nicht sehr alt. Vermutlich wurde er erst nach dem Auftauchen der Gefahr errichtet. Ob er etwas gebracht hatte, das würde ich schon noch erfahren. Jedenfalls war das Tor fest verschlossen als wir ankamen. >> Sonst ist es um diese Zeit nicht verschlossen, besonders nicht an den Tagen wo ich für gewöhnlich komme. Entweder muss etwas geschehen sein oder die Gefahr hat ihre Gewohnheiten geändert. Ich denke aber das jemand Wache halten wird, uns öffnet und alles berichten kann. << Sie schritt ans Tor und klopfte fest an. Für einen Moment konnte ich jemanden erspähen, der über den Wall schaute, doch er öffnete nicht. Vielmehr konnte ich spüren, das er sich entfernte. >> Indena, ich habe so das Gefühl, das hier etwas nicht stimmt. Seid auf alles gefasst. << Sie nickte nur, denn ihr war bewusst, das sie auf meine Warnung hören sollte. Es verging einige Zeit in der nicht geschah, aber dann spürte ich, das sich eine große Gruppe dem Wall näherte. >> Ihr seid hier unerwünscht Hexe! << Rief ein Mann von dem Wall herunter, der meiner Ansicht nach ein Priester der Kirche sein musste. >> Was soll das heißen Corvus? Antwortete Indena, die ihren Unmut kaum verbergen konnte. >> Das ihr nie wieder dieses Dorf betreten werdet, denn es kann nur das Werk der schwarzen Künste sein, von der die Gefahr stammt. Derer die euch entsprungen sind. << >> Ihr seid verrückt. Lange Jahre hat meine Familie sich für euch aufgeopfert und jetzt kommt ihr mit solch einem Hirngespinst. Ihr seid nicht ganz bei Trost. << >> Ihr habt es nur getan um uns in Sicherheit zu wiegen wie ein Ochse der gutmütig seinem Herrn zum Schlachter folgt. Aber Gott hat uns die Augen geöffnet. << Er sah mich an und ich ahnte was jetzt kommen würde, zu oft hatte ich solche scheinheilige Leute getroffen. >> Sagt euch los von ihr Mann, sie wird euch den Tod bringen. << Fasst hätte ich gelacht. >> Der Tod, er ist mir schon viele Male begegnet, aber immer ist er geflohen, da meine Macht zu stark für ihn war. << >> Dann seid ihr nicht besser als dieses Hexenweib und der Zorn Gottes ist euch gewiss. << Glaubte dieser Sterbliche, das er wusste was einem Gott gefiel? Gottes Sohn wurde durch  Menschen wie ihn qualvoll umgebracht, auch wenn sein Tod Leben schenkte. >> Ihr habt keine Ahnung von Gott, nicht einmal sein Sohn ist euch ein guter Freund, vielmehr ein Fremder. Es ist nicht rechtens das ihr diesen Namen nennt. Indena ist so wie ihre Vorfahren rechtschaffene Menschen, die nur Gutes wollen. Den Gott an den ihr glaubt, den gibt es nicht. Es gibt einen Gott, aber er ist liebevoll und langsam im Zorn. Ihm liegt es an mildtätigen und liebevollen Menschen, so wie Indena. << >> Ihr seid ein Ketzer und man müsste euch auf dem Scheiterhaufen verbrennen. << >> Seht euch vor Priester, sonst werde ich euch wegen falsch reden der Heiligen Schrift seinen Grimm über euch ausgießen. Und jetzt öffnet das Tor, damit ich beenden kann was dieses Dorf peinigt und weckt nicht meinen Zorn. Es könnte euer Ende sein Priester. << Ich konnte deutlich die Unsicherheit der Dorfbewohner fühlen, doch mir war bewusst, das der Priester an seinem Irrglauben festhalten würde. Durch ihn konnte alles eskalieren. Ich sah wie ein Dorfbewohner zu dem Priester trat und zuerst leise mit ihm redete. Doch das änderte sich mit der Antwort des Priesters. >> Nein, wir können sie nicht herein lassen! Sie gehören dem Teufel an! << >> Aber. << >> Nichts aber! Wir dürfen und werden es nicht tun! << >> Er kann uns vielleicht helfen und Indena hat vielen das Leben durch ihr Wissen gerettet. Wir müssen sie herein lassen. << >> Nein, das werden wir nicht! Ihr seid von Sinnen! << Schrie der Priester und ich ahnte, das sich etwas anbahnte. >> Nicht ich bin es, ihr seid es! Ich werde sie herein lassen. << >> Nein! << Schrie der Priester abermals, griff nach dem Dorfbewohner, erwischte aber nur einen Ärmel. Jedoch reichte dies, damit der andere strauchelte und vom Wall stürzte. Der Priester geriet außer sich, fing an wirres Zeug zu reden und auf dem Wall auf und ab zu laufen. Er hatte einen Schock soviel war mir klar, auch das er jetzt erst recht keine Hilfe mehr sein würde. Was die Anderen anging, die hatten uns garantiert vergessen und waren mit Bestimmtheit dabei dem Verletzten zu helfen. Ob sie ihm helfen konnten bezweifelte ich stark. >> Warten sie hier Indena, ich kümmere mich um Einlass. << Sie sah mich kurz an, nickte dann aber. Ich sah den Wall hinauf, er war um die vier Meter hoch, was ein Hindernis bei guter Verteidigung sein konnte, für mich jedoch nicht. Ich holte zwei Dolche hervor. Einen mit zwei sich windenden Schlangen am Griff und der Andere mit zwei Drachen. Es waren meine Schwerter im Ruhezustand, die aktiv eine Klingenlänge von 4 Ellen hatten und die ganze Schneide leicht gezackt war. Über die ganze Klinge waren feine Schriftzeichen aus der Sprache meines Volkes verteilt, aber was sie erzählten, das würde nur mir vorbehalten bleiben. Jetzt würde ich sie aber als Dolch benötigen. Ich rammte eine Klinge in den Wall, darauf die Nächste ein Stück weiter oben und vorsichtig zog ich mich hoch. Dann zog ich die Erste wieder raus, rammte sie ein Stück weiter oben  rein und zog mich hoch. So machte ich weiter, bis ich auf dem Wall angekommen war. Ich griff mir den Priester. >> Der Herr nimmt und der Herr gibt. << Sprach ich und gab ihm einen leichten Schlag, so das er bewusstlos war. Es war besser so, später konnten wir uns um ihn kümmern. Ich sah hinter den Wall, dort wo der Mann gestürzt war, noch schien er zu leben. Die anderen standen um ihn herum und einige waren gerade ihm Begriff, ihn aufzuheben und wegzubringen. >> Halt, lasst ihn liegen. Er könnte sich den Rücken verletzt haben. Wenn ihr ihn aufhebt, könntet ihr vielleicht zu Ende bringen, was der Sturz nicht geschafft hat. Holt lieber ein paar Decken, damit er nicht unterkühlt und lasst Indena herein. Wir können ihm vielleicht helfen. << Sie waren zuerst erstaunt, das ich auf dem Wall so plötzlich stand, aber dann taten sie was ich gesagt hatte.

Fortsetzung folgt

 

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