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by
Shailen Nohrein©

>> Hier habe ich etwas ganz besonderes aus der Bibliothek ausgegraben. Einen alten Text den Firestorm vor einiger Zeit von mir hat
auf Papier bringen lassen. Es ist eine Vision die er hatte, bevor Shailen auf die Insel kam. Aber lest am besten selbst und ihr werdet verstehen. <<
Vision des Gartens
„War es Traum oder Wirklichkeit, ich weiß es nicht mehr so genau.
Ich weiß nur eines, es wird mein Leben bestimmen, selbst wenn es ein Traum war.
Meine Sill lag neben mir, ganz ruhig und friedlich.
Ich sah an ihren Muskelzuckungen das sie träumte, so wie ich es gerade getan hatte.
Oder war es eine Vision die ich hatte?
Ich ließ meinen Kopf wieder zu Silverstar gleiten und atmete tief ihren Geruch ein, der mich wahrlich berauschte.
Schon seit Jahrhunderten kannte ich sie, aber es war gleich wie oft ich sie sah.
Jedes Mal verzauberte mich diese silberweiße Einhornstute aufs neue und mein Herz fing Feuer, so das es meinem Namen alle Ehre machte, Firestorm.
Sie war die Geburt der Sterne und des Nebels.
Ich wiederum war aus dem Feuer und dem Sturm geboren, mein Name verkündete es laut.
Ich schweifte von meinem Traum oder meiner Vision die ich hatte ab.
Es war nicht schwer bei Sill durch ihre Schönheit abgelenkt zu werden.
Aber auch wusste ich, das ich sie so manches Mal auch von ihren Gedanken ablenken würde.
Es war nicht schwer, denn mein Aussehen war durch zwei wunderschöne Wesen entstanden, einem Einhornhengst und einer Araberstute.
Fuchsfarben war ich, mit feuerfarbener Mähne und Schweif, deren Haare einige schwarze Strähnen hatten.
Halbschwarze Beine die schneller waren als der Wind und das Licht und einen ebenso halbschwarzen Kopf, der von einer dunkelroten Blesse in Form eines Feuers geziert wurde.
Ein Horn das aus dem Feuer einer Flamme entstanden und durchsichtig wie ein Kristall war, nur hier und dort durch feine schwarze Linien getrübt.
Flügel so groß, das ihre Kraft ausreichte, um mit ihrem Wind einen Wald zum fallen zu bringen und auch hier waren wieder die
schwarzen Linien, die das Rot meines Felles und der Federn unterbrachen.
Sie waren ein Erinnerungen an meinen Vater Shadow und auch seine stolze Größe, so wie mir mein Arabisches Aussehen und die Fuchsfarbe meine Mutter Sunfire schenkte.
Ich ertappte mich wieder dabei, von dem was eben noch war abzuschweifen.
Tief aus dem Inneren holte ich das was eben noch durch meine Gedanken geschossen war hervor.
Ich fand mich im Schlossgarten meiner Insel wieder, einer Insel die in der Zeit schwimmt und nur bei einer Sonnenfinsternis in der realen Welt auf einem Ozean oder Meer erscheint.
Doch wird kein Mensch sie ohne meine Hilfe vom Wasser aus betreten können, denn der magische Sturm und die Riffe um die Insel, fordern schnell ihr Opfer.
Langsam schritt ich den Weg des Gartens entlang, so als würde ich einmal mehr meine Insel durchstreifen.
Am Berg der Insel, erhob sich das Schloss mit seinen Türmen fast bis in den Himmel, wobei der höchste Turm den Berg überragte.
Mein Weg führte mich durch den Garten, der zu jeder Zeit seine volle Blütenpracht zeigte und dessen Duft weit über die Insel getragen wurde.
Lilien, Tulpen, Flieder und vieles mehr war dort an Blumen und blühenden Bäumen zu sehen, doch man erkannte schnell das eine davon am meisten erblühte, die Rosen.
Sie gab es im ganzen Schloss und auf der Insel in den verschiedensten Formen und Farben, denn es war die Blume meiner Seele.
Voller Schönheit, aber auch voller Dornen der Angst und Sehnsucht.
Ich kam an einen Platz des Gartens der viel Schmerz bedeutete, auch wenn die Insel ein Ort des Glücks war.
An ihm stand eine große Statue und um sie herum wuchsen Rosen, deren Blüten Schwarz waren, die von feinen roten und weißen Linien geziert wurden.
Ich hatte diese Rosen durch Magie erschaffen um den Hengst zu würdigen der mir half und für das Leben meiner Sill starb.
Ein Hengst der seinem Namen alle Ehre machte, Highlight.
Einige Male kam es mir so vor, als würde ich sein Wiehern hören, doch ich wusste das dem nicht so sein konnte.
Mit Traurigkeit im Herzen verließ ich den Ort und den Garten.
Mein Ziel waren der Wald und die Wiesen um das Schloss.
Schönheit ist ein Wort das man oft benutzen kann, doch hier würde es nicht ausreichen.
Durch die Menschen die ich kannte, habe ich von dem Ort Paradies erfahren.
So manches Mal glaube ich das selbst das Paradies nicht so schön wie diese Insel sein konnte und ich wusste das es hier noch einige Orte der Wunder gab, die selbst ich noch nicht kannte.
Ein Duft durchströmte mit einem Mal meine Nüstern, ein verlockender Geruch, der meine Pferdesinne weckte.
Mit Neugier folgte ich diesem Geruch, der mich zu einer langen und hohen Rosenhecke führte, die an das Schloss grenzte.
Meine Sinne sagten mir das der Geruch von der anderen Seite der Hecke kommen musste, aber ich wusste das dort nur das Schloss sein konnte und sonst nichts.
Ohne auch nur einmal den Geruch zu verlieren suchte ich diese Hecke nach einem Durchgang ab und fand ihn schließlich.
Mit gemischten Gefühlen ging ich durch diesen Durchgang hindurch und fand mich an einem Ort wieder, von dem ich nie geahnt hatte das er existiert.
Vor mir war ein großer Platz, auf dem an der Schlossmauer einige Gebäude standen.
Ich erkannte was für Gebäude es waren, aber ich wusste nicht warum hier auf der Insel.
Waren sie auch von Drak, standen sie hier?
Dem Erbauer dieses Schlosses und der mir bis jetzt viel geholfen hatte, wenn auch mehr aus dem Verborgenen.
Vielleicht, ja vielleicht waren dies die Stallungen seiner Pferde vor Jahrtausenden gewesen, doch das würde ich nicht so schnell von ihm erfahren.
Erst wenn ich seine wahre Gestalt erkennen und der Kreis der Hüter sich schließen würde.
Meine Augen erspähten das in dem Stall sich etwas bewegte, es waren zwei Pferde.
Ihren Geruch hatte ich in die Nüstern bekommen und ich musste durch ihn erkennen, das dort vor mir ein Hengst und eine Stute standen die mir unbekannt waren.
Ich spürte wie die Vision wieder verblasste und konnte im letzten Augenblick die Farben beider erkennen.
Sie war braun gefärbt, mit schwarzen Beinen und schwarzen Mähnen und Schweifhaaren, während er viel mehr Farben in seinem Fell hatte und das als jedes andere Pferd das ich kannte.
Sein Fell hatte verschiedene Farbtöne, braun, schwarz und rot.
Wobei braun die Grundfarbe zu sein schien und die anderen Farben nur leicht rausschimmerten, aber auch von dem silbernen Glanz in seinem Fell noch mehr gemindert wurden.
Die Beine jedoch waren unterschiedlich silberweiß, während seine Hufe genauso silbern waren wie die von Silverstar und sein Maul hatte graue Farbe.
Seine Schweif und Mähnenhaare waren dunkelbraun und hatten hier und da einige silbergraue Strähnen, die mich an meine Haare erinnerten.
Was mir auch auffiel war sein arabisches Aussehen, das mich etwas verblüffte.
Ich wusste nicht warum ich von diesen Pferden träumte und weshalb sie auf der Insel waren, aber meine Seele sagte mir das ich sie
eines Tages als meine Freunde erkennen und sie ein Teil meines Schicksals bestimmen würden.
Zögernd wollte ich näher zu ihnen, aber eine leichte Bewegung meiner Sill, ließ mich nun gänzlich aus meinen Träumen fahren.
Sie sah mir mit ihren tiefschwarzen Augen in meine dunkelblauen.
Ich konnte in ihren Augen lesen was ihre Gedanken waren, ein Teil von ihr war bei mir und umgekehrt.
Unsere Seelen waren zu eng verbunden um nicht zu wissen was der andere dachte.
Sill dachte in diesem Moment an etwas das uns beiden eine wunderschöne Nacht bereiten würde.
Wir legten unser Köpfe wieder auf in das duftende Gras der Insel und schlossen beide unsere Augen.
In vertrauter Zweisamkeit ließen wir unsere Hörner sich berühren und unserer Magie freien Lauf.
Eine Welle von Träumen, Erinnerungen und Gefühlen riss uns fort an einen Ort tief in unser beider Seelen, den nur wir betreten konnten und auch Sill´s Fohlen, das ich tief in ihr spürte.
Ich vergas das was ich einige Momente zuvor in meiner Vision gesehen hatte für diesen Augenblick und wusste noch immer nicht ob
es diesen Ort wirklich gab oder wer die zwei Pferde waren, aber der nächste Tag würde kommen an dem ich es erfahren würde.
Kein Geheimnis bleibt ewig ungelöst, besonders nicht, wenn der König der geflügelten Einhörner es ergründen würde.
Doch jetzt gab es nur Sill, ihr Fohlen und mich.“
 
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