Alex

 

Thronsaal

Viel gibt es über Alex nicht zu sagen, aber ich erdreiste mich mal zu behaupten, das er ein mehr als gutes Charkterpferd ist, mit dem man viel Spass haben konnte, wenn man kannte wie man mit ihm umgehen musste.

Die Geschichte von Alex ist eine recht einfache, wie sie sich wohl oftmals abspielen würde, wenn auch nicht immer so gut wie bei ihm. Ach ja, das Ganze ist 2004 geschehen.

Er kam in den FRFC als Schulpferd und war der Ersatz für ein anderes, das verkauft wurde. Schon wie er ankam, sah er recht ungepflegt aus. Doch zu reiten war er recht gut, nur er hatte das Manko, das er beim Putzen mit dem Hinterbein ausschlug und auch mal versuchte einen zu beißen. Woran das lag, das wusste kaum einer, denn ansonsten war er recht umgänglich. Nach einiger Zeit wollte ihn niemand mehr putzen und das Pflegemädchen machte dies nur noch mit der Gerte in der Hand. Doch das war kein Zustand. Ich versuchte mich an ihm, in Ruhe und Geduld, Strafe dann wenn sie angebracht, denn man sah ihm an, das er dies teilweise aus Angst tat. Und mit viel Ruhe und Geduld, einigen geopferten freien Nachmitegen wurde es merklich besser. Er genoss es an der Longe grasen gehen zu dürfen und man konnte ihn ohne große Probleme am Halfter auf die nächste Wiese reiten. Doch dann kam die Hiobsbotschaft. Denn er fing an zu lahmen. Ein Gutachten aus der Tierklinik bestätigte es. Er hatte in seinem Alter von gerade einmal 8 Jahren, starke (Belastungs)Athrose in den Beinen, der Rücken war ebenfalls nicht in Ordnung. Es war nicht auszuschließen das die Besitzer vor dem Händler, ihn vollkommen falsch und überbelastend behandelt hatten. Doch für den Schulbetrieb war es beschlossene Sache, er sollte zurück zum Händler. Einigen von uns war klar, das er dies nicht überleben würde. Selbst wenn eine andere Reitschule ihn nehmen würde, wer wusste ob man da auf sein Krankheitsbild achten und ihn nicht weiter kaputtreiten würde, so das er den Rest seines Lebens mit Schmerzen unterm Sattel gehen müsste. Wir, das heißt einige von den Einstallern, Reitschülern und ich beschlossen etwas zu machen. Der Hauptteil war meiner, ich sollte nach einem passendem Platz suchen, denn von uns hatte diesen keiner. Was tun? Nach langer Suche, fanden wir schließlich einen schönen Platz im Hunsrück, wo er zusammen mit anderen Pferden stehen konnte, die ihren Lebensabend dort verbrachten. Ein Termin wurde festgelegt, wo der Transport von Alex in sein neues Zuhause von statten gehen sollte. Mittlerweile war Alex jedoch wieder beim Händler, doch wir wussten, das er so schnell nicht dort verkauft werden würde, mit der Diagnose wo er hatte. Der Tag kam, und man sah Alex an, das er keine Freude mehr hatte, doch das sollte sich schlagartig ändern.

Alex im FRFC auf der Schulburgwiese beim Grasen, bevor er wieder zum Händler ging.

Hier ist Alex noch beim Händler.

“Ich möchte weg hier. Hier ist es einsam und traurig. Keiner krault mich, flüstert mir was nettes ins Ohr und die Verpflegung ist auch nicht das Wahre.”

“Siehst du, ich muss mich sogar selbst hinter dem Ohr kratzen, weil ich mein Halfter schon viel zu lange drauf habe und es ziemlich scheuert. Das tut schon ein wenig weh.”

Und hier ist Alex dann endlich in seinem neuem Zuhause. Er war wie ausgewechselt.

“Oh, wo bin ich hier?”

“Hm, scheint ganz nett hier zu sein. Ist das mein neues Zuhause?”

“Ok, dann schauen wir uns mal den Stall an.”

“Wieso warten? Ich möchte jetzt aber in den Stall. Ich rieche lauter andere Pferde und die möchte ich kennen lernen.”

“Wer wohnt denn hier?”

“Wer hier wohl langgelaufen ist?”

“Die scheinen nett zu sein, die hier wohnen.”

Und Alex fast eine Woche später.

Thronsaalex Midi